18.06.2019

Condor geht mit völlig neuem Gesicht die „große Herausforderung“ an

Oberliga-Absteiger stellt sein Team für die Landesliga vor

Ein Großteil des neuen Team des SC Condor um Coach Ralph Kainzberger (hintere Reihe, re.). Foto: Knötzsch

Eigentlich heißt das Sprichwort ja: „Alles neu macht der Mai“. Wenn es um den SC Condor geht, dann muss es allerdings anders lauten: Alles neu macht der Juni. Nun gut, der Abstieg der „Raubvögel“ wurde zwar mit dem Ende der Saison im Mai zur unabwendbaren Realität, doch das neue Gesicht des Teams, mit dem der SCC nach 28 Jahren in der Oberliga nun in der kommenden Spielzeit in der Landesliga Hansa an den Start gehen wird, präsentierten die Verantwortlichen am Berner Heerweg im sechsten Monat des Jahres. Um ganz genau zu sein: Am gestrigen Montagabend. Zuvor hatten die „Macher“ einiges an Arbeit zu leisten: 19 Neuzugänge stehen bislang fest – und das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange werden.

Dabei kann man dann schon mal den Überblick verlieren. Da stand Dennis Facklam also nun. Soeben hatte ihm Ralph Kainzberger, der neue Trainer des SCC, eine Aufgabe übertragen. Als einer der ältesten Spieler im neuen Kader – und zudem mit Torhüter Maximilian Richter einer von nur zwei Akteuren, die geblieben sind – sollte Facklam die neuen Spieler denjenigen Interessenten vorstellen, die sich am Montag im Condor-Vereinshaus eingefunden hatten, wo der SCC erstmals seinen neuen Kader präsentierte, ehe es anschließend zur ersten Trainingseinheit in der Vorbereitung auf die neue Serie auf den Platz ging. „Ein paar Jungs kenne ich sogar, einige aber auch nicht“, sagte Facklam, nachdem er sich in der Runde umgeschaut hatte. Eben jene Kicker, die er kannte, stellte er vor. Danach griffen die anderen Neuen nach und nach zum Mikro, um sich selbst vorzustellen.

Bislang stehen 19 Neuzugänge offiziell fest

Dennis Facklam (re., hier im Spiel der letzten Saison gegen den HEBC) ist einer von zwei Spielern, die am Berner Heerweg geblieben sind. Foto: Heiden

Und das waren nicht wenige. Denn Neu-Coach Kainzberger, sein Assistent Bernhard Schwarz, der neue Ligamanager Frank Jacobsen und auch der SCC-Vorsitzende Heiko Gevert hatten in den vergangenen Wochen jede Menge Gespräche mit potenziellen Neuen geführt. Herausgekommen sind dabei bislang 19 Neue, die in der kommenden Saison das Condor-Trikot tragen werden: Tarek Pressel und Burak Weber kommen vom WSV Tangstedt. Mit Dren Hoti, Tomas Xhelili und Hamid Zazai schließt sich gleich ein Trio, das zuletzt beim Meiendorfer SV spielte, den „Raubvögeln“ an. Ebenfalls aus der Oberliga kommt Jamal Logemann, der bislang bei Concordia kickte. 

Darwin Streubier trug zuletzt das Trikot des SC Alstertal/Langenhorn. Chinedu Nnaji und Mateusz Zamachowski waren beim SV Blankenese am Ball. Edward Haustein und Julian Haustein stiegen mit dem VfL Pinneberg aus der Oberliga ab. Luis Honig und Terje Scheffel finden vom TuS Berne den Weg zum SCC. Pelle Müller spielte zuletzt beim Düneberger SV. Ebenfalls neu sind: Ramen Nurzai (ETV), Stanley Owusu (Inter 2000), Kayahan Demirtag (Niendorfer TSV II), Patrick Dinter (Rahlstedter SC A-Jugend) und Ahmed Osmanov, der zuletzt pausierte und zuvor bei Dersimspor spielte.

Kainzberger: „Einen Aufstieg kann man nicht vorhersagen“

Der neue Coach Ralph Kainzberger muss in der Vorbereitung aus jeder Menge Neuen ein schlagkräftiges Team formen. Foto: SC Condor

Weitere Neue sollen noch folgen. „Wir werden mit einem 28-Mann-Kader in die Saison gehen, 26 davon sind neu“, verrät Trainer Kainzberger. „Einige Neue müssen erst noch unterschreiben, danach werden wir die Namen bekanntgeben“, ergänzt Ligamanager Jacobsen, der auch gleich in die Vollen ging, was die Zielsetzung angeht: „Lasst uns Gas geben, dass wir irgendwann wieder in der Oberliga spielen“, sagte der 51-Jährige, der bereits als Ligamanager beim VfL 93 Erfahrung gesammelt hat, in Richtung der neuen Spieler, um dann hinzuzufügen: „Wir müssen nicht gleich in der neuen Saison hoch. Aber langfristig würden wir natürlich gerne wieder Oberliga-Fußball beim SC Condor spielen und sehen.“

Bewerkstelligen soll das – zusammen mit seinem Team ums Team – Ralph Kainzberger. „Wenn man einen Anruf von einem Ligamanager eines Clubs bekommt, bei dem man selbst schon gespielt hat, von dem man unheimlich viel mitgenommen hat und der eine große Familie ist, dann kann man nicht nein sagen. Natürlich ist die Herausforderung nach dem Abstieg groß. Wir wollen wieder attraktiven Fußball spielen und erfolgreich sein. Einen Aufstieg kann man nicht vorhersagen, da bin ich kein Freund von“, sagt Kainzberger, der von Bernhard Schwarz (Co-Trainer), Michael Pasewaldt (Torwart-Trainer) und Monika Förster (Physiotherapeutin und Mannschaftsbetreuerin) unterstützt wird. „Ich hoffe, die Jungs sind alle heiß. Wir müssen jetzt schnell ein Team werden, um dann so erfolgreich wie möglich zu spielen“, so Kainzberger-Assistent Schwarz.

Jan Knötzsch

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