Oberliga

„Buddy“ sagt am Saisonende „bye-bye“: „Es war mir wichtig, dass ich für mich selbst entscheiden kann, wann es vorbei ist“

26. März 2020, 14:15 Uhr

Dennis von Bastian wird sich am Saisonende vom SV Rugenbergen verabschieden. Foto: KBS-Picture.de

Auch für Dennis von Bastian ist momentan warten angesagt. So wie für alle anderen Amateurkicker in Hamburg eben. Das Corona-Virus macht „Buddy“ und den Fußballern in der Hansestadt derzeit einen Strich durch die Rechnung. „Ich kann verstehen, das aktuell nichts geht und auch nicht gespielt wird“, sagt der 33-Jährige, der seit 2009 für den SV Rugenbergen kickt und zuvor das Trikot von BW 96 Schenefeld, Altona 93, der SV Halstenbek-Rellingen und des SC Egenbüttel trug. Dabei würde von Bastian doch fraglos gerne nochmal auf dem Platz stehen. Denn für den Routinier wären die noch ausstehenden Spiele in der Oberliga die letzten seiner aktiven Karriere. Der Mittelfeldmann hört am Ende der Spielzeit 2019/2020 auf. 

„Es wäre natürlich schon schade, wenn es nicht mehr weitergehen würde. Ich weiß nicht, was der Verband sich einfallen lässt und ob es vielleicht eine Verlängerung der Saison über den 30. Juni hinaus geben wird. Das ist eine schwierige Entscheidung“, konstatiert von Bastian, der „auch nicht weiß, ob vom SVR vielleicht ein Abschiedspiel für mich geplant ist.“ Was er eben allerdings weiß, ist, dass für ihn nach dieser Saison Schluss ist. „In Rugenbergen haben sie zuletzt immer wieder versucht, mich zu überreden“, lacht „Buddy“, „und das, obwohl ich schon im Winter gesagt habe, dass es nicht mehr geht.“

„Nach der Operation 2018 war ich fast ein komplettes Jahr raus“

Wegen eines Knorpelschadens musste der 33-Jährige (re.) zwischenzeitlich lange pausieren. Foto: KBS-Picture.de

„Im Normalfall ist für mich im Juni Schluss“, berichtet von Bastian. Einen kleinen Satz aber fügt er noch an: „Zumindest, was die Hamburger Oberliga angeht.“ Denn so ganz ohne Fußball wird „Buddy“ auch danach nicht auskommen, wie er uns offen und ehrlich verrät: „Ich werde wohl beim HSV in der Altherren-Mannschaft spielen und möchte dort mit ein bisschen mehr Ruhe kicken – auch wenn ich nicht weiß, ob es gut ist, noch weiterzuspielen“ Was den leistungsmäß(er) betriebenen Fußball angeht, „war mir wichtig, dass ich für mich selbst entscheiden kann, wann es vorbei ist“, erzählt er. Ein Umstand, der so beinahe nicht eingetreten wäre. Denn: Von Bastian leidet an einem Knorpelschaden im Knie.

„Die Operation war im Jahr 2018, danach war ich fast ein komplettes Jahr lang raus, ehe Ralf Palapies mich dann nochmal eingesetzt hat, als er in der letzten Saison wieder hier beim SV Rugenbergen das Traineramt übernommen hat“, blickt der 33-Jährige zurück und geht ins Detail, was seine Verletzung angeht: „Der Knorpel war bis auf den Knochen kpmplett weg. Danach kam direkt die Kniescheibe. Ich war bei fünf, sechs Ärzten und habe diverse unterschiedliche Meinungen zu hören bekommen. Drei Ärzte haben gemeint, ich soll mit dem Fußball aufhören. Einer hat gesagt, wir bohren das Ganze an und dann läuft Knochenmark mit Blut da rein und füllt die Stelle etwas.“

„Co-Trainer werden ist nicht so mein Ding – ich weiß nicht, ob ich reif dafür bin“

Als Co-Trainer von Michael Fischer tätig zu werden, ist für Dennis von Bastian (li.) keine Alternative. Foto: KBS-Picture.de

Gesagt, getan. „Bei zwei, drei Mal Training in der Woche und einem Spiel am Wochenende merke ich schon, dass ich etwas gemacht habe. Man nimmt das nicht so als Schmerz war, aber man merkt schon: Da ist irgendwas. Da sist letztlich auch der Grund, warum ich jetzt mit fast 34 Jahren den Entschluss gefasst habe, aufzuhören“, berichtet von Bastian und blickt zurück: „Ich habe damals nur gehofft, dass es nochmal weitergeht. Ich hatte Angst, dass es eben nicht weitergeht.“ In der Zeit, in der er pausiert habe, so von Bastian, „hat man schon gemerkt, dass es durch Ruhe etwas besser wurde.“ 


Damals, so erinnert er sich, habe viel Fahrrad fahren auf dem Programm gestanden – um die Muskulatur wieder aufzubauen. „Wenn ich heute längere Strecken auf Asphalt laufe, merke ich schon, dass an der Stelle nicht mehr alles so wie früher ist“, bekennt „Buddy“, bei dem sich der eine oder andere sicher auch hätte vorstellen können, dass er dem SV Rugenbergen erhalten bleibt. Als Assistent des künftigen Coaches Michael Fischer zum Beispiel. „Wir haben, was dieses Thema angeht, ein paar Gespräche geführt“, verrät uns von Bastian, sagt aber auch klipp und klar: „Co-Trainer zu werden ist nicht so mein Ding – ich weiß nicht, ob ich reif dafür bin...“    

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