Oberliga

Buchholz‘ „Dreier“-Hoffnung? Durch stürmische „Tauben“ vom Winde verweht!

16. Februar 2020, 20:25 Uhr

Der Buchholzer Yayar Kunath (vo.) schirmt den Ball gegen Maurice Schwäbe ab. Foto: Knötzsch

Es dauerte ein paar Momente. Eigentlich alle, die irgendwie von Nöten waren, hatten nach dem Spiel des USC Paloma gegen den TSV Buchholz 08 (Hier gibt’s den Live-Ticker zum Nachlesen) schon auf dem Podium Platz genommen. TSV-Manager Simon Beecken, USC-Coach Steffen Harms, dessen Assistenten Mario Jurkschat und Benjamin Voss. Auch Moderator Sebastian Buck war da, nur einer fehlte: Rüdiger Meyer. Doch dann kam der Übungsleiter der Nordheider, gratulierte Harms und war startklar zur Pressekonferenz. „Diese Punkte wollten wir eigentlich nicht hierlassen“, sagte Meyer schließlich. Denn auch der Coach wusste, was der „Dreier“ gewesen wäre: „Wichtig“ – so wie ihn Palomas Furkan Aydin nach dem Match für seine Farben einschätzte (siehe Videointerview).

Und dieser Furkan Aydin erlebte einen Premierenauftritt im Paloma-Trikot, wie er ihn sich besser wohl nicht hätte vorstellen können: Als Lennard Wallner den Ball nach 55 Minuten von links in den Buchholz-Strafraum zimmerte, schaffte es der Ex-Altonaer Aydin, irgendwie noch seinen Körper in den Schuss zu halten, so die Richtung des Balles zu verändern und TSV-Torhüter Lennart Brückner zu bezwingen. Auch, als Pascal Haase nach 74 Minuten das Leder in den Strafraum brachte, die Abwehr der Gäste das Spielgerät nicht wegbekam und der inzwischen nach innen eingerückte Haase schließlich zum 2:0 vollendete, lauerte Aydin in der Nähe des Geschehens. Nur beim dritten Treffer ließen die „Tauben“ ihren Neuen außen vor: Haase legte für Denny Schiemann auf – drin! Die Messe war gelesen, wie man so schön sagt (76.)

Palomas Neuzugang und Torschütze Furkan Ay<din im Videointerview

Meyer: „Das Ergebnis macht es für uns nicht einfacher“

TSV-Devensiv-Allrounder Maarcel Peters (re.) blieb in den 90 MInuten an der Brucknerstraße glücklos. Foto: Knötzsch

Aus Buchholzer Sicht freilich waren diese drei Szenen und das finale Resultat unschön – und das, wo die Equipe aus der Nordheide doch an der Brucknerstraße eigentlich immer etwas geholt hatte: Der letzte USC-Heimsieg gegen den TSV lag bis heute 73 Jahre zurück. „Aufgrund der zweiten Halbzeit geht Paloma hier völlig verdient als Sieger vom Platz“, musste auch Rüdiger Meyer nach der Begegnung neidlos anerkennen. „Zu Beginn des Spiels haben wir ganz vernünftig gespielt, mussten uns aber erst an den Wind und den Platz gewöhnen“, konstatierte der Coach der Gäste und fügte hinzu: „Wir hatten ein paar Chancen, haben die Aktionen allerdings nicht mit dem nötigen Willen zu Ende gebracht.“ Im zweiten Durchgang, so der Buchholzer Plan, „wollten wir mit etwas mehr Ruhe und Cleverness zum Anschluss kommen. Aber Paloma hatte den größeren Siegeswillen und wir fahren jetzt leider ohne Punkte zurück in die Nordheide.“  Ein Grund dafür: Die Anfälligkeit der Gäste über die rechte Seite. „Es ist mir natürlich nicht verborgen geblieben, dass alle drei Gegentreffer über die rechte Seite gefallen sind“, so Meyer, der den dort spielenden Lukas Kettner frühzeitig vom Feld nahm. „Er hatte schon Gelb gesehen und war der Meinung, dass er bei der nächsten Aktion vom Platz muss“, erklärte Meyer den Wechsel. Marcel Peters rückte aus dem Zentrum rüber – und hatte genau so wenig Glück wie Kettner…

Harms: „Wir haben es erzwungen und erarbeitet – das tut uns richtig gut“

Allein gelassen: Can Kömürcü (Zweiter v. li.) sieht sich einer weißen Paloma-Übermacht ausgesetzt. Foto: Knötzsch

„Das Ergebnis macht es für uns nicht einfacher“, sollte Rüdiger Meyer schließlich feststellen, ehe Steffan Harms zu seiner Spielanalyse ansetze. „In der ersten Halbzeit hat man die Bedeutung des Spiels beiden Mannschaften angemerkt. Jeder wollte, konnte aber noch nicht so richtig. Da hat der Kopf nicht mitgespielt, alle waren zu hektisch und technisch unsauber. Das war kein schönes Fußballspiel, sondern eben Platz 16 gegen Platz 15“, stellte der Coach der „Tauben“ offen und ehrlich fest und traf damit den berühmten sprichwörtlichen Nagel aber sowas von auf den Kopf. „Für die zweite Halbzeit hatten wir uns vorgenommen, deutlich mehr Mut zu beweisen. Wir haben es erzwungen und erarbeitet – das tut uns richtig gut“, durfte Harms dann aber im Gegensatz zu seinem Gegenüber ein positives Gesamtfazit ziehen uns tat das angesichts des „Dreiers“, der den Palomaten nicht nur den Sprung an Buchholz vorbei, sondern auch den auf einen Nicht-Abstiegsplatz bescherte, auch ausführlich: „Mit dem Gesamtauftritt sind wir zu 100 Prozent zufrieden. Es ging nur um die drei Punkte. Vor allem defensiv waren wir deutlich stabiler als zuletzt, daran haben wir in der Vorbereitung auch extrem geschraubt und gearbeitet. Unser gesamtes Kollektiv – nicht nur die Spieler auf dem Platz – hat ineinander gegriffen. Die Jungs haben die Aufgabe klasse angenommen“, befand Harms und konstatierte mit Blick auf das Ziel namens Klassenerhalt: „So kann’s funktionieren!“

Jan Knötzsch

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