Landesliga Hammonia

BU kappt die Alsterbrüder-Siegesserie und grüßt von der Tabellenspitze

08. November 2022, 09:12 Uhr

Moritz Erichsen (Mi.) erzielte das Barmbeker Siegtor. Foto: Klaas Dierks

Am Sonntagnachmittag empfing der Tabellenführer der Landesligastaffel Hammonia, der FC Alsterbrüder, den Tabellenzweiten vom HSV Barmbek-Uhlenhorst, auf der heimischen Anlage am Walter-Wächter-Platz vor geschätzten 220 Zuschauern bei angenehmen äußeren Bedingungen. Beide Mannschaften haben Ausfälle in der Verteidigung zu kompensieren. Bei den Alsterbrüdern spielt Jonathan „John“ Limberg wie schon in der Vorwoche für Philipp Dechow, bei BU rücken Spieler aus dem Mittelfeld nach hinten, um die ausgefallenen Verteidiger Tom Jahnke und Marc Lange zu ersetzen. BU ist bestrebt, die Tabellenführung durch einen Auswärtssieg von den Alsterbrüdern zurückzuholen, die Alsterbrüder haben die Chance, sich ein wenig von den Verfolgern zu lösen.

Das 1:0 durch ein Bedey-Eigentor: Die Spieler des FC Alsterbrüder jubeln bereits, als der Ball die Torlinie noch nicht überschritten hat. Foto: Klaas Dierks

Und es geht gut los für die Platzherren. In der zweiten Minute kommt ein Freistoß aus dem Halbfeld der Gäste, getreten von Konrad Janta, auf den Kopf von Kapitän Jannik Kretschmar, der von der rechten Ecke des Fünfmeterraumes Torwart Merlic Suhn per Aufsetzer prüft, der gut reagiert, den Ball aber in Richtung Gian Luca Verago abwehrt, der aus vier Metern nicht genug Druck hinter den Ball bekommt und daher Suhn die Chance gibt, den Ball aufzunehmen. Die Alsterbrüder sind in der Folge besser im Spiel nach vorne, kommen zu Abschlüssen, aber ohne die ganz große Chance zum Torerfolg. Nach gut zehn Minuten ist BU besser im Spiel, ohne allerdings das Tor von Moritz Kühn zu gefährden. Auf der anderen Seite ist der Kopfball von Tim Algner aus zwölf Meter zentraler Position für Suhn kein Problem (19.). In der 24. Minute zerrt sich Verago beim Schussversuch aus 18 Metern den Oberschenkel. Nach fünfminütiger Behandlungspause, in der die Alsterbrüder in Unterzahl spielen, ist klar: es geht nicht mehr. Für ihn kommt Felix Niebuhr

Eigentor bringt Alsterbrüder in Front, Wesemann-Knaller besorgt Ausgleich

Frust bei John Limberg (2. v. li.) - nachdem sein Kopfball an die Latte klatscht. Foto: Klaas Dierks

In der 29. Minute wird Carl Janta auf seiner rechten Seite leicht innerhalb der gegnerischen Hälfte gefoult. Der Freistoß, von ihm getreten, kommt als diagonaler Ball in den Strafraum zu Kretschmar. Dessen Schuss wird geblockt und springt auf Höhe des Fünfmeterraumes zu Limberg, der bei seinem Schussversuch von zwei Verteidigern bedrängt wird. Letztlich ist es Barmbeks Thore Bedey, der beim Abwehrversuch ins Stolpern gerät und dabei den Ball aus der Nahdistanz ins eigene Netz befördert! Danach findet das Spiel vorwiegend im Mittelfeld statt, bis zum Ausgleich durch Jonas Wesemann in der 37. Minute. 


Die Alsterbrüder spielen den Ball nach einem abgefangenem Angriff aus dem Strafraum heraus. Unbedrängt leistet sich ein „Alsterbruder“ einen unkonzentrierten Pass auf Höhe der Strafraumgrenze, der von einem Barmbeker Spieler in die Mitte abgelenkt wird. Und dann kommt wie einst 1954 aus dem Hintergrund nicht Rahn, sondern Wesemann und hält aus circa 25 Metern zentraler Position einfach mal drauf. Unhaltbar schlägt der Ball links neben dem Pfosten ein. Was für ein Knaller zum Ausgleich! 

Zahlreiche Zuschauer verfolgen das Hammonia-Spitzenspiel auf dem Walter-Wächter-Platz. Foto: Klaas Dierks

Die Alsterbrüder zeigen sich unbeeindruckt und kommen fast direkt im Anschluss an den Anstoß zu einer guten Kopfballmöglichkeit durch Algner aus sieben Metern nach feiner Flanke von C. Janta. Aber Suhn ist auf dem Posten. In der 42. Minute muss er nicht eingreifen. Der Heber von rechts - nach Diagonalflanke von Luca Drude - volley genommen durch Felix Niebuhr geht knapp am langen Pfosten vorbei ins Aus. Auch in der 43. Minute ist Drude an einer gefährlichen Situation beteiligt. Sein Einwurf von der linken Seite auf Höhe des Torraums springt vor dem Tor tückisch auf an den Spielern vorbei an das Gebälk und von da letztendlich ins Toraus. So bleibt es beim 1:1 zur Pause.

Alsterbrüder drängen auf Führung

Konrad Janta (li.) im Duell mit BU-Kapitän Yannick Albrecht. Foto: Klaas Dierks

Fünf Minuten nach Wiederanpfiff der erste erfolgsversprechende Angriff der Alsterbrüder in der zweiten Hälfte. Nach einem Einwurf von links in der Hälfte der Barmbeker an die linke Ecke des Strafraums wird der Ball mit der Hacke auf den einlaufenden Algner verlängert, der nicht lange zögert, sondern den Ball von innerhalb des Sechzehners stramm auf den kurzen Pfosten knallt. Auch hier ist Suhn zur Stelle und pariert stark. Danach klärt die Abwehr mit vereinten Kräften. Auch in der 55. Minute ist er der Endpunkt der gegnerischen Angriffsbemühungen an gleicher Stelle nach gut vorgetragenem Angriff der Platzherren über mehrere Stationen. Wenig später die nächste große Chance zur Führung für die Heimmannschaft. Eine Ecke von der rechten Seite auf den langen Pfosten von Niebuhr köpft Limberg aus kurzer Distanz als Aufsetzer an die Latte (61.). 

Bangen um Kühn

FCA-Keeper Moritz Kühn (li.) blickt nach dem Gegentor zum 1:2 konsterniert drein. Foto: Klaas Dierks

In der 68. Minute dann ein Freistoß aus etwa 30 Metern für BU. Der kommt direkt aufs Tor und bereitet Kühn keine Mühe. Sieben Minuten darauf der nächste mit Zug vorgetragene Angriff der Alsterbrüder über die linke Seite. Eine Hereingabe fast von der Eckfahne wird zu kurz abgewehrt. Den zweiten Ball bekommt Algner auf den Fuß, sein wuchtiger Versuch wird durch einen BU-Verteidiger, der sich in den Ball wirft, geblockt. Das ist eine Minute später bei einem Freistoß aus 18 Metern durch Antonio Pabst nicht nötig. Sein Ball geht ungehindert deutlich über das Tor. Direkt im Anschluss einer der wenigen Angriffe der Gäste. Vorgetragen über deren rechte Seite. Der eingewechselte Loukianos Kattides legt sich den Ball im Strafraum im Vollsprint ein wenig zu weit vor, Kühn wirft sich ihm auf Höhe der Torraumlinie entgegen und stößt mit dem Angreifer zusammen. Folgenschwer für Kühn, denn er verletzt sich an der linken Hand. Der Ersatzkeeper macht sich fertig, doch Kühn bleibt nach zweiminütiger Behandlungspause im Spiel.  

Erichsen-Schlenzer lässt BU jubeln

Konrad Janta (Mi.) hat die Chance zum Ausgleich - kein Vorbeikommen an BU-Fänger Merlic Suhn. Foto: Klaas Dierks

Kurz darauf, in der 79. Minute, der zweite gefährliche Angriff der Gäste in der zweiten Hälfte. Eine Flanke in den Sechzehner wird zwar abgewehrt, der zweite Ball aber geht an BU. Mit einem Pass wird am rechten Strafraumeck Moritz Erichsen ins Spiel gebracht, der den Ball mit feiner Schusstechnik aus 18 Metern ins lange Eck vorbei an seinem Vornamensvetter Kühn ins Tor und damit ins Glück für die Barmbeker schlenzt. Hätte Kühn den Ball mit zwei gesunden Händen gehalten? Schwer zu sagen. Der Ball war gut platziert und überlegt geschossen. Nach dem Spiel wird festgestellt, dass der Keeper der Alsterbrüder aufgrund der Handverletzung bis Jahresende auszufallen droht. Von dieser Stelle die besten Wünsche für eine rasche Gesundung!

Suhn ist unbezwingbar

Vier Minuten nach dem Führungstreffer bekommen die Gelb-Blauen die Chance zum Ausgleich. Ein feiner Ball von Bastian Sticken noch in der eigenen Hälfte auf den schnellen Linksaußen Pabst, der Fahrt aufnimmt und im Strafraum robust von einem Verteidiger mit der Schulter gecheckt wird. Zuvor bringt er aber den Ball auf halblinks zu Konrad Janta, der aus acht Metern abzieht. Doch in diesem Spiel ist Suhn nur durch eigene Mitspieler zu bezwingen. Mit beeindruckender Parade lenkt er den Ball an den Pfosten, während die Bank der Alsterbrüder wegen des Checks gegen Pabst vehement Elfmeter fordert. Aber der Schiedsrichter pfeift nicht. Auch wenn sich die Alsterbrüder mit nicht nachlassender Intensität um den Ausgleich bemühen; das Tor von BU gerät nicht mehr ernsthaft in Gefahr.

"Haben uns das Spielglück erarbeitet"

Die Freude beim Barmbeker Trainerteam unmittelbar nach dem Abpfiff war riesengroß. Foto: Klaas Dierks

Dadurch sind die Minimalisten in Sachen Chancenverwertung aus Barmbek nun wieder Tabellenführer. Drei Schüsse auf Tor, zwei drin. Das nennt man effektiv. Die Alsterbrüder hatten deutlich mehr Chancen im und auch vom Spiel, müssen sich am Ende aber die mangelnde Chancenauswertung ankreiden lassen. BU wird es egal sein. Ihr Ziel, von der Spitze zu grüßen, ist erst einmal erreicht. Oder wie es Trainer Michael Koss formulierte: „Wie du solche Spiele am Ende gewinnst, ist egal! Wir haben uns das Spielglück erarbeitet!“ Jörn Großkopff war mit dem Spielausgang verständlicherweise aufgrund der Chancenverteilung unzufrieden. Sein Fazit: „Dass uns das irgendwann erwischt, war klar. Wir machen den Kopf hoch und weiter geht’s.“ Für die Alsterbrüder beim Schlusslicht in Uetersen, für BU mit Nienstedten, die sich langsam in der Tabelle nach oben arbeiten.

Klaas Dierks

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