30.11.2018

„Brise“ sieht noch Luft nach oben: „Gut angefangen, mittelmäßig aufgehört“

Norderstedts Sommer-Neuzugang zieht eine Zwischenbilanz

Bisher kommt Nick Brisevac (Mitte, hier im Spiel gegen den HSV II) im Eintracht-Trikot auf 20 Einsätze und drei Treffer in dieser Regionalliga-Saison. Foto: KBS-Picture.de

Er kam im Sommer von Altona 93, wurde als „Königstransfer“ von Eintracht Norderstedt bezeichnet und sollte den zum SV Rödinghausen in die Regionalliga West abgewanderten Linus Meyer ersetzen. Die Rede ist von Nick Brisevac. Nach dem ersten knappen Halbjahr bei den Garstedtern zieht der 25-Jährige, der in dieser Zeit bis jetzt in 20 Regionalliga Nord-Spielen zum Einsatz kam und drei Tore erzielte, ein erstes Fazit seines Wechsels Richtung Edmund-Plambeck-Stadion – und gibt sich dabei selbstkritisch. 

Einsatz Nummer 20 bescherte Trainer Dirk Heyne seinem Schützling am vergangenen Wochenende im Heimspiel gegen den VfL Oldenburg, das die Eintracht mit 3:1 gewann. Allerdings: „Brise“ stand nicht in der Startelf, sondern kam im Verlauf der zweiten Halbzeit von der Bank ins Spiel. „Der Trainer hat den Platz auf der Bank nicht begründet, um ehrlich zu sein“, berichtet Brisevac. Musste er aber auch nicht: „Ich bin erst an dem Donnerstag vor dem Oldenburg-Spiel wieder ins Training eingestiegen, weil ich Adduktoren-Probleme hatte“, verrät der Ex-Altonaer und urteilt – losgelöst vom Bankplatz am vergangenen Wochenende – auf der Frage nach dem Grad der Zufriedenheit mit seiner eigenen bisherigen Saison: „Ich würde sagen: Ich habe gut angefangen und mittelmäßig aufgehört.“ 

„Der Leistungsunterschied zu Altona ist auf jeden Fall vorhanden“

Zuletzt kam Brisevac als Einwechselspieler zum Einsatz, nachdem er wegen Adduktoren-Problemen wenig trainieren konnte. Foto: KBS-Picture.de

„Brise“ lässt keinen Zweifel: „Ich habe mir mehr erhofft. Aber die vielen großen Chancen, noch mehr Tore zu machen, hatte ich auch nicht. Aber klar: Ich möchte natürlich immer spielen und das eine oder eine oder andere Tor mehr hätte ich auch gern gemacht.“ Aber woran liegt's, dass der Mann, dem beim AFC sein Ex-Trainer Berkan Algan einst attestierte, er würde als Spieler sogar dem HSV helfen können, noch nicht zu hundert Prozent so in Tritt gekommen ist, wie er sich selbst das vorgestellt hat? „Das ist schwer zu sagen“, konstatiert Brisevac und gibt sich dann doch auf die Suche nach Gründen: „Ich musste mich auch erstmal ein bisschen an das neue Umfeld gewöhnen. Hier gibt’s auch andere gute Spieler, der Leistungsunterschied zu Altona ist auf jeden Fall vorhanden. Wenn man hier und da den einen oder anderen Treffer mehr macht, fällt es einem wahrscheinlich auch ein wenig leichter.“ Tore, die der Eintracht vermutlich gut getan hätten, denn bislang läuft die Spielzeit für „EN“ – analog zur Saison aus Brisevac' Sicht – eher durchwachsen.

Allerorten hört man immer wieder einen Satz: Die Konstanz fehle der Mannschaft von Coach Dirk Heyne. „Das ist auf jeden Fall so. Man muss sich ja nur mal angucken, wie oft sich Sieg und Niederlage bei uns abwechseln. Die Erfolge gegen Rehden und Oldenburg zuletzt waren immens wichtig, wenn man in der Tabelle sieht, wie ausgeglichen die Liga ist. Uns würde es gut tun, mal eine kleine Siegesserie zu starten – gerade wenn man bedenkt, dass man wegen der Abstiegssituation aus der Dritten Liga aufpassen und mindestens den zwölften Platz belegen muss, um komplett aus dem Schneider zu sein““, so „Brise“, der auch die Oberliga und seinen Ex-Verein noch im Blick hat: „Ich war zwar nur ein Mal beim AFC zugucken, weil wir ja selbst auch meist sonntags spielen, aber ich hab' noch Kontakt zu dem einen oder anderen Spieler. Ich freue mich für den Verein, dass er da steht, wo er steht“, erklärt der 25-Jährige und sagt: „Dassendorf wird nicht für die Regio melden, da ist ja ein offenes Geheimnis. Dann wäre da zwar noch Teutonia, aber ich glaube, dass Altona die besten Karten hat, für die Regionalliga zu melden.“

Jan Knötzsch

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