LOTTO-Pokal

Blumige Aussichten für Rahlstedt, aber: „Unverdient – oder wie soll ich das jetzt immer zusammenfassen?!“

08. August 2021, 16:27 Uhr

Zwei Tore, eine Vorlage: Andrej Blum (Mi.) überzeugte auch in seinem zweiten Pflichtspiel für den Rahlstedter SC. Foto: Olaf Both

Es sei schon in der vorangegangenen Saison so gewesen, sagt Mohet Wadhwa, „als wir unsere Siegesserie hatten und die gegnerischen Trainer oftmals meinten, sie wissen nicht, wie das sein könne und man wäre doch klar die bessere Mannschaft gewesen“, erinnerte sich der Trainer des Rahlstedter SC im Nachgang des Pokalspiels beim klassentieferen SV Börnsen aus gutem Grund an jene Zeit zurück. „Ich musste mir das letzte Woche nach dem 3:0-Sieg beim ETSV Hamburg und auch diese Woche wieder anhören“, so Wadhwa. Dabei gewannen dessen Schützlinge mit 5:0 an der „Hamfieldroad“.

Gewohnt treffsicher: Joel Szillat (li.) brachte seinen RSC abermals auf die Siegerstraße. Foto: Olaf Both

„Dort auf dem tiefen Rasen so zu bestehen, ist erstmal eine Ansage“, war der RSC-Coach rundum zufrieden – und wollte gar nicht erst auf die erneut fehlenden Leistungsträger eingehen. Vielmehr hob Wadhwa die Leistung derer 13 Mann hervor, die die Kohlen für die Mannen von der Scharbeutzer Straße aus dem Feuer holten. In gewisser Weise sei es aber schon „eine eigenartige“ Partie gewesen, gestand der 33-Jährige. Börnsen versuchte es zwar und investierte viel, kam aber kaum zu nennenswerten Abschlüssen. Eiskalt agierte unterdessen der Gast: Nach einer zunächst noch abgewehrten Ecke zeigte sich Joel Osei Szillat hellwach, setzte nach und traf trocken ins kurze Eck (14.).

"Unfassbar stark": Blum trifft doppelt und bereitet vor

Ruven Scharnberg (re.) und Andrej Blum lieferten sich einige Duelle. Foto: Olaf Both

Der Anfang war gemacht. Und es ging weiter. Der neue Rahlstedter Torjäger Andrej Blum pflückte einen Diagonalball von Philip Idziak mit der Brust aus der Luft, ließ seinen Gegenspieler stehen und vollendete aus spitzem Winkel ins lange Eck (21.). Apropos Blum: Nach einer Balleroberung und zwei Stationen kam der einstige Meiendorfer, der sich einige heiße Duelle mit Börnsens Ruven Scharnberg lieferte, abermals zum Abschluss – und behielt im zweiten Anlauf wieder die Oberhand (32.). Drei Chancen, drei Tore – Rahlstedt überzeugte mit purer Effizienz und Abgeklärtheit. „Die machen doch gar nichts, aber führen 3:0“, entfuhr es SVB-Coach Mirko Petersen.

"Damit tue ich mich ein bisschen schwer"

Drin! Darijo Maksimovic (re.) glänzte in Arjen Robben-Manier als treffsicherer Joker. Foto: Olaf Both

„In der Halbzeit haben wir gesagt, dass wir auf Ballbesitz gehen wollen. Börnsen kam gut ins Spiel, hatte auch ein leichtes Übergewicht. Aber richtig gefährlich wurde es nie“, befand Wadhwa, der sich auf Andrej Blum verlassen konnte und mit Darijo Makismovic einen weiteren agilen Außen ins Spiel brachte. Eben jener Maksimovic spielte einen Doppelpass mit dem „unfassbar starken“ Blum, zog in bester Arjen Robben-Manier von rechts nach innen und schloss mit einem wuchtigen Linksschuss in den Knick zum 4:0 ab (82.). Auch beim fünften Streich machte Maksimovic den bekannten „Move“ und gab Lars Stephan das Nachsehen (89.).

„Die Jungs haben das brutal gemacht“, bilanzierte Wadhwa. Angesichts des Spielverlaufs fiel der Sieg vielleicht etwas zu hoch aus, am Weiterkommen des Landesligisten gab es aber nichts zu rütteln. „Und ich muss mir anhören, dass es ein ausgeglichenes Spiel war – nach einem 5:0. Damit tue ich mich ein bisschen schwer“, so Wadhwa, der sich abschließend mit einem leichten Schmunzeln die Frage stellte: „Unverdient eine Runde weiter – oder wie soll ich das jetzt immer zusammenfassen?!“

Autor: Dennis Kormanjos

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