08.10.2018

Aufsteiger Heidgraben beendet Hansas Siegesserie

Schümann sichert Punkt durch Doppelpack beim Spitzenreiter

Doppel-Torschütze Philippe Schümann (Mi.) mit voller Konzentration auf den Ball. Foto: Klaas Dierks

Nun hat es auch den Spitzenreiter der Bezirksliga West erwischt. Am 11. Spieltag musste sich Hansa 1911 mit dem Aufsteiger aus Heidgraben nach 90 Minuten die Punkte teilen. Damit ist der Duvenstedter SV aus der Kreisliga 5 der einzige verlustpunktfreie Verein bis hinunter in Hamburgs Kreisliga-Staffeln.

Abergläubische Menschen könnten das Ergebnis auf den Umstand schieben, dass die Hausherren ihren Platz für die Frauenmannschaft des FC St. Pauli räumen mussten, die zeitlich in etwa parallel zum Bezirksliga-Spiel ihr Regionalliga-Match gegen die Frauen von Henstedt-Ulzburg durchführten. Als Fußnote: Die Hamburgerinnen führten nach 17 Minuten 3:0 und verloren am Ende 3:5.

Volle Kraft voraus! Hansa-Keeper Medina Burgos (re.) mit riskantem Tackling gegen Schümann. Foto: Klaas Dierks

Wahrscheinlicherer Grund dafür, dass die Gastgeber auf dem deutlich härteren Kunstrasen-Nebenplatz nicht ihr Potential abrufen konnten war, dass einige neue Spieler in die Startelf rotierten. Für den erkrankten Stammtorwart Reddig stand mit Victor-Daniel Medina-Burgos zudem ein Feldspieler der Zweiten Herren im Kasten. Um es vorweg zu nehmen: er hielt was zu halten war und machte seine Sache ordentlich. Von Anfang an auffälliger Spieler bei den Gästen war Goalgetter Philippe Schümann. Nach sieben Minuten kam er noch einen Schritt zu spät zum Spielgerät, so dass der herausgeeilte Medina-Burgos vor dem heranstürmenden Zehner den Ball klären konnte. Nach 15. Minuten gelang es Schümann dann auf seiner rechten Seite den Keeper mit etwas Glück im eins gegen eins zu umspielen. Seine Flanke von der Grundlinie fand in der Mitte jedoch keine Abnehmer.

Burhan Morkoyun (re.) trifft zum 1:1-Ausgleich. Foto: Klaas Dierks

In der Folge neutralisierten sich die Teams, viele Duelle zwischen den Strafräumen bestimmte die Partie, bis Hansa nach etwa 32 Minuten ihre erste gute Chance durch ihren Top-Scorer Ezequiel Bautista Barbera bekam. Der wurde auf seinem rechten Flügel gut in Szene gesetzt. Von knapp innerhalb des Sechzehners, verfolgt von zwei Heidgrabener Spielern, gelang es ihm den Ball am winkelverkürzenden Torwart Krystof Barth vorbeizuschieben. Allerdings strich der Ball auch knapp am langen Pfosten vorbei ins Toraus. Eine Minute später lief der Ball über drei Stationen und erreichte Burhan Morkoyun, der den Ball aus ca. 16 Metern volley knapp am Tor vorbei schoss.

In der 35. Minute dann das für die meisten Zuschauer aus der Situation heraus überraschende 0:1. Relativ zentral am Strafraumrand bekommt Schümann den Ball, dreht sich und piekte den Ball in die Maschen. Hansa zeigte Selbstbewusstsein und ließ sich nicht verunsichern. Ein Freistoß aus der Hälfte der Heidgrabener an den Fünfmeterraum der Schleswig-Holsteiner verlängerte Sohrab Nouri parallel zur Linie auf Andy Tenbrake, der den Ball um eine Schuhspitze verpasste. In der 43. Minute ist der Ausgleich doch geschafft. Nach einem Angriff über die rechte Seite lauerte Burhan Morkoyun am kurzen Pfosten, von wo er den passgenauen Ball kraftvoll in die Maschen schädelte. So ging es zum Pausentee.

Vom Punkt besorgt Bautista Barbera (li.) den 2:2-Ausgleich. Foto: Klaas Dierks

Wer nun damit rechnete, dass Hansa die zweite Hälfte dominierte, sah sich getäuscht. Der Heidgrabener SV hielt weiter gut mit. Zwar konnte der eingewechselte Robert Kipke den einen oder anderen Akzent setzen, so, als er in der 60. Minute nach einer gelungenen Kombination auf Barbera durchsteckte, aber der blieb dieses Mal aus dem Spiel heraus glück- und die Angriffsbemühungen des Tabellenführers fruchtlos. In der 63. Minute rettete Hansas Jonas Steinbrück im Strafraum in höchster Not vor dem einschussbereiten Dennis Lebedinski mit gewagtem Körpereinsatz. In der 74. Minute hatte Philippe Schümann 18 Meter zentral vor dem Tor etwas Platz, den er nutzte. Ohne zu zögern haute er die Kugel in den rechten Winkel. 1:2. Der Heidgrabener Anhang skandierte lautstark: "Hier regiert der H-S-V!" Was mit einem Pfeifkonzert von den St. Pauli-Anhängern auf dem Nebenplatz quittiert wurde, die sich wahrscheinlich in Unkenntnis der Spielpaarung persönlich angegriffen fühlten.

Heidgrabens Punkte-Garant Philippe Schümann. Foto: Klaas Dierks

Die Angriffe von Hansa führten in der Folge nicht zum Ausgleich. Weder der Kopfball von Sohrab Nouri aus fünf Metern, noch der Schuss von Florian Kuhnert. Die Chance dazu bescherte den Platzherren erst ein etwas umstrittener Elfmeterpfiff. Ein Heidgrabener soll den Ball bei einer tumultösen Rettungsaktion im eigenen Strafraum mit der Hand gespielt haben. Den Strafstoß verwandelte Barbera in der 84. Minute souverän. Die Aktion danach bescherte ihm jedoch die gelb-rote Karte, als er beim Versuch den Ball schnell zum Anstoßpunkt zu bringen, einen Heidgrabener Spieler regelwidrig wegstieß. Er wird im nächsten Spiel gegen Schnelsen gesperrt sein. Eine Nachricht, die dem Tabellenletzten sicher nicht unwillkommen sein wird. Die verbliebenden Minuten gestalteten sich, wie in dieser Konstellation nicht anders zu vermuten, mitunter hektisch. Heidgraben hielt dem Druck stand und hatte Glück, dass ein Schuss von Sohrab Nouri nach guter Vorarbeit durch Cenk Akbulak kurz vor Schluss am Tor der Gäste vorbeiflog. So blieb es beim verdienten, sicher etwas überraschenden 2:2.

Aufgrund der anderen Ergebnisse am Sonntag fiel Heidgraben trotz starker Leistung vom elften auf den 13. Tabellenrang zurück. Hansa bleibt souveräner Tabellenführer und wird gegen Schnelsen auch ohne den gesperrten Barbera nicht noch einen Punktverlust hinnehmen wollen. Heidgraben wird sich nach dieser Leistung mit breiter Brust den wiedererstarkten Kummerfeldern stellen.

Klaas Dierks

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