Oberliga 01

Aufopferungsvoll gekämpft, leidenschaftlich verteidigt - aber Harnik hat im "Handballspiel" den richtigen Riecher!

05. September 2021, 14:34 Uhr

Lange Zeit nicht zu sehen - doch als es darauf ankam, war Ex-Profi Martin Harnik (re.) zur Stelle. Foto: Bode

Als der Abpfiff des sehr guten Unparteiischen Furkan Cevdet Vardar (RW Wilhelmsburg) ertönte, sank Palomas Moritz Niemann enttäuscht zu Boden und schimpfte: "So ein scheiß Standard!" Auch Teamkollege Tom Wohlers, der verletzt zuschauen musste, war bedient. "Ist das bitter!", hauchte der Angreifer vor sich her. Und tatsächlich sah es bis zur 90. Minute danach aus, als würden die "Tauben" im absoluten Spitzenspiel gegen die TuS Dassendorf zumindest einen Punkt mitnehmen und ungeschlagen bleiben. Doch dann kam ein gewisser Martin Harnik...

In der Nachspielzeit holte Harnik (li.) gegen Jan-Philipp Kainzberger noch einen Strafstoß heraus. Foto: Bode

"Ich habe ihn auf jeden Fall rüber gedrückt. Ob der vorher schon drin war, habe ich nicht genau gesehen. Aber ich glaube, den hat er noch gut gerettet", sprach Harnik unmittelbar nach Spielende auf die entscheidende Situation an. Auf jene Szene, als er nach einer Freistoß-Flanke von Sven Möller und anschließender Rettungsaktion von Colin Blumauer, der den Ball auf der Linie stehend an die Unterkante der Latte beförderte, goldrichtig stand und den Ball über die Linie köpfte. Es war das 2:1 für anrennende, aber lange Zeit ohne zündende Ideen agierende Dassendorfer - und das in der Schlussminute. Dementsprechend groß waren Enttäuschung und Ärger bei aufopferungsvoll kämpfenden Palomaten.

"In der zweiten Halbzeit ein Handballspiel auf ein Tor"

"Von den 90 Minuten haben wir fast 70 Minuten dominiert", befand Harnik, der selbst kaum in Erscheinung trat. Bis eben zu jener Schlussminute. Wenig später hatte ausgerechnet der zuvor noch rettende Blumauer den postwendenden Ausgleich auf dem Fuß, bugsierte die Kugel aber um Zentimeter am Pfosten vorbei. Und so holte Harnik tief in der Nachspielzeit noch einen Strafstoß raus, als der sehr ungestüm zu Werke gehende und wenige Augenblicke zuvor eingewechselte Jan-Philipp Kainzberger den Ex-Profi völlig unnötig zu Fall brachte. Maximilian Ahlschwede machte vom Punkt endgültig alles klar (90. +5). "In der zweiten Halbzeit war das wie ein Handballspiel auf ein Tor", konstatierte "Dasse"-Held Harnik. "Wir haben uns aber lange schwergetan, den Abschluss zu finden", monierte er den oftmals fehlenden "letzten Ball". Aber auch, "weil sie wirklich sehr leidenschaftlich verteidigt, alles reingeworfen haben und mit mindestens zehn Mann in der eigenen Hälfte gestanden sind. Am Ende sind wir aber geduldig geblieben", resümierte Harnik.

Kazizada vergibt zweimal die Führung - Blöcker packt den Hammer aus

Viele heiße Duelle an der Brucknerstraße: Hier kämpfen Amando Aust (li.) und Joshua Freude mit vollem Einsatz um den Ball. Foto: Bode

Sehr tief stehend, aber mit purer Schnelligkeit im Umschaltspiel: Paloma war gegen Dassendorf auf eine sichere Defensive aus und sah sich in der Anfangsphase dem Dauer-Druck des Serienmeisters ausgesetzt. Die TuS konnte aus den gefühlt 90 Prozent Ballbesitz aber kein Kapital schlagen. In Gegenteil. Die "Tauben" zündeten ein ums andere Mal den Turbo und hatten gleich zweimal die ganz große Chance auf den Führungstreffer. Beide Male scheiterte Soleiman Kazizada am überragend reagierenden Julian Barkmann (18., 22.). Zweimal wurde der einmal mehr bärenstarke Neuzugang von Lasse Blöcker mustergültig in Szene gesetzt. Letztgenannter war es auch, der seine Top-Leistung in der 34. Minute in unglaublicher Manier krönte: Eine verunglückte Kopfballabwehr der Gäste bestrafte Blöcker mit einem Wahnsinns-Strahl aus 22 Metern. Der Ball flog und flog - und schlug im rechten Giebel ein! Diesmal war auch Barkmann absolut machtlos.

"Paloma hatte die glasklaren Chancen und hat verdient geführt"

Maximilian Ahlschwede (Mi.) bejubelt den Elfmetertreffer zum 3:1 für Dassendorf. Foto: Bode

"In der ersten Halbzeit haben wir das nach der Anfangsphase nicht mehr gut gemacht. Da hat Paloma die glasklaren Chancen gehabt und ist verdient in Führung gegangen", gestand selbst Harnik. Die Uhlenhorster verteidigten mit purer Leidenschaft und blieben in Gegenstößen stets brandgefährlich. Für jeden gewonnenen Zweikampf hagelte es Szenenapplaus von den Rängen, auch die verletzungsbedingt fehlenden oder Ersatzspieler fiebern lautstark mit und feuerten ihre Teamkollegen an. Während Dassendorf kaum zündende Ideen hatte. Es schien fast so, als wäre man bei dem ständigen Anrennen so langsam der Verzweiflung nahe - zumindest bis zur 69. Spielminute. Dann aber flankte Marcel Lenz von rechts, Martin Harnik verpasste in der Mitte - doch Rinik Carolus stand goldrichtig und beförderte das Runde per Direktabnahme ins Eckige! Was folgte, war sie turbulente Schlussphase...

Wie die beiden Trainer das Spiel gesehen haben, erfahrt ihr im Video von der Pressekonferenz:

Autor: Dennis Kormanjos

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