ASV-Ziel in Gefahr? „Jungs müssen sich am Riemen reißen!“

ASV Bergedorf 85: Brandrede und klare Worte nach Talfahrt

12. März 2015, 16:08 Uhr

Bleibt der ehemalige Norderstedt-Manager Jörg Franke (re.) dem ASV Bergedorf 85 übers Saisonende hinaus erhalten? Foto: KBS-Picture.de

Voller Euphorie feierte der ASV Bergedorf 85 seine Wiederauferstehung. Der mediale Hype war zu Saisonbeginn riesig – doch mittlerweile ist die Ernüchterung nicht minder groß. Dass im ersten Jahr nach der Neugründung kein Weg am Aufstieg in die Kreisliga vorbeiführen soll, daraus wurde vom ersten Moment an kein Hehl gemacht. Nun aber ist dieses Ziel in Gefahr. Der ASV rangiert bereits zehn Punkte hinter der Spitze in der Kreisklasse 11 und ist nur auf dem dritten Tabellenplatz. Deutlich zu wenig für die Ansprüche des Traditionsclubs. „Es ist schwer, dafür eine Erklärung zu finden. Eine plausible Begründung gibt es jedenfalls nicht“, macht sich auch Klaus Hinz, 1. Vorsitzender des ASV, Sorgen um die Ziele.

Vor allem der Auftritt bei der 1:5-Packung gegen Barsbüttel II habe Hinz zu denken gegeben. „Das war eine ganz schlechte Vorstellung und auch daher überraschend, da es in der Mannschaft kaum bis gar keine Veränderungen gegeben hat.“ Nachdem auch das zweite Spiel des neuen Jahres beim BFSV Atlantik 97 mit 0:3 verloren ging, packte Coach Jörg Franke seine Schützlinge bei der Ehre und hielt eine Brandrede, die ihr Ziel nicht verfehlte. Am vergangenen Wochenende im Spiel gegen den FSV Geesthacht II stand es 2:2, als Bergedorf fünf Minuten vor Ultimo einen Strafstoß zugesprochen bekam. Der Unmut bei den Gästen war so groß, dass Trainer Serkan Öztürk seine Mannen vom Platz holte und der Schiedsrichter die Begegnung daraufhin abbrach. „Ich gehe davon aus, dass das Spiel mit 3:0 für uns gewertet wird. Wir können ja nichts dafür, dass der Gegner nicht weiterspielen will. Bis zum Zeitpunkt des Abbruchs haben wir aber eine ganz andere Körpersprache als in den Wochen zuvor an den Tag gelegt. Das macht mir Hoffnung“, so Hinz, der aber auch betont: „Natürlich ist der Aufstieg gefährdet. Aber wir glauben noch dran! Schwarzenbek II ist vorne weg – wir spekulieren auf den zweiten Platz.“

Am mangelnden Teamgeist lege es nicht, so Hinz. „In der Mannschaft gibt es keine Unruhe“, sagt das ASV-„Urgestein“ auf Nachfrage. Vielmehr müsse man jetzt die Spieler in die Pflicht nehmen. „Speziell von den Akteuren, die schön höherklassig gespielt haben, muss deutlich mehr kommen!“ Das „ernsthafte Gespräch zwischen Trainer und Mannschaft“ soll seine Wirkung nicht verfehlt haben. Ob Franke auch in der kommenden Spielzeit das Zepter an den Sander Tannen schwingt, scheint derzeit fraglich. „Aufgrund der Unklarheit, in welcher Liga wir nächste Saison spielen, haben wir noch nicht gesprochen. Aber ich gehe davon aus, dass er bleibt!“ Aktuell herrscht auf einigen Positionen noch Handlungsbedarf. Nach der Trennung von Co- und Torwart-Trainer René Peim hat man in Steven Kaeding (ehemals SCVM, Altona 93, Niendorfer TSV, TuS Dassendorf und zuletzt TuS Aumühle) zumindest einen neuen Torwart-Trainer gefunden. Mit Florian Hogrefe hat man auf dieser Position jedoch nur einen Mann zur Verfügung. „Wir wissen, dass da nichts passieren darf, sonst haben wir ein Problem“, berichtet Hinz. Der Posten des Co-Trainers ist indes noch gänzlich vakant. „Das wird sich zur neuen Saison definitiv ändern. Das sind wir auch Jörg schuldig!“ Derzeit hilft Team-Manager Stefan Schraub dort ein wenig aus. „Ich würde es begrüßen, wenn er es weiter macht.“ Eine weitere Option wäre Spieler und Franke-Sohn Maxi, der zurzeit beruflich jedoch sehr stark eingespannt ist und deshalb kaum bei der Mannschaft sein kann, erklärt Hinz.

Beim ASV ist man sich darüber im Klaren, das nicht mehr viel passieren darf, ansonsten wird man das angestrebte Ziel jäh zu den Akten legen können. „Wir dürfen maximal noch ein Spiel verlieren und müssen alles andere gewinnen! Die Jungs sollen sich am Riemen reißen. Wir wissen, dass es holprig wird, aber noch haben wir es in eigener Hand!“

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