02.06.2018

Anderssons Ausrufezeichen: Condor II ballert sich mit Titel an den Ballermann

„Raubvögelchen“ feiern 2:1-Sieg gegen Alsterbrüder II im HOLSTEN-Pokalfinale

Der frischgebackene HOLSTEN-Pokalsieger SC Condor II. Foto: Knötzsch

Der SC Condor II hat sich den Titel des Holsten-Pokalsiegers 2018 gesichert. Vor 448 Zuschauern im Stadion an der Hoheluft gelang dem Absteiger aus der Landesliga Hansa mit einem knappen 2:1-Erfolg gegen den Kreisklassisten FC Alsterbrüder II der Sieg und der Titelgewinn, den die Equipe vom Berner Heerweg nach dem Abpfiff gebührend feierte.. Zum „Man of the match“ avancierte dabei Yannik Andersson, der die Condor-Reserve nach dieser Saison in Richtung FC Voran Ohe verlässt. Der 24-Jährige erzielte zehn Minuten vor dem Schlusspfiff den entscheidenden Treffer für seine Farben.

Kaum hatte er den Ball nach einem Freistoß, der aus einem Foulspiel an Tufan Asan resultierte, im Netz untergebracht, da startete der Schütze des entscheidenden Tores in Richtung Haupttribüne durch. Als Yannik Andersson sein Ziel erreicht hatte, blieb der Offensivmann des SC Condor kurz stehen, grüßte in Richtung der Altliga-Mannschaft des SC Condor, die als Zuschauer das Spiel an der Hoheluft verfolgte, und breitete die Arme zum Jubeln aus. Es dauerte nur wenige Augenblicke, da waren seine Teamkollegen von der Reserve des SCC bei ihm angekommen und feierten mit Andersson den Treffer zum späteren 2:1-Endstand. Weitere etwa mehr als zehn Minuten später, als das Spiel nach aus Condor II-Sicht gefühlt überlanger Nachspielzeit beendet war, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Die Zweitvertretung des SCC hatte sich in diesem Moment nach einer Saison, an deren Ende in der Liga der Abstieg stand, den Pokalsieg gesichert und darf nun mit bester Stimmung zur Abschlussfahrt nach Mallorca starten. Dem aber stand ein ganzes Stück harte Arbeit zuvor.

Andersson: „Es macht mich stolz, dass ich mich mit diesem wichtigen Treffer verabschiede“

Condor II-Trainer Fabian Facklam (li.) sehnt gemeinsam mit Jan-Ole Rosenhauer (Zweiter v. li.) und Nico Bodenstedt den Schlusspfiff herbei. Foto: Knötzsch

Im ersten Durchgang hatte Condor II die ersten Chancen der Partie: Nach 16 Minuten legte Liga-Leihgabe Ibrahim Özalp für Dennis Facklam ab, der aus 25 Metern abzog, aber in Gästekeeper Finn Jakubczyk seinen Meister fand. Der FCA II-„Goalie“ lenkte den Ball noch über die Latte. Eine Minute später unterlief der Schlussmann dann eine Flanke von Dennis Facklam im Anschluss an eine Ecke. Die Kugel landete in der Mitte bei Oliver Streich, der jedoch am linken Pfosten vorbei köpfte (17.). Auch die nächste Gelegenheit des Noch-Landesligisten, der nach dem Abstieg in der kommenden Saison in der Bezirksliga spielen wird, brachte nichts ein: D. Facklam bediente rechts den startenden Timo Friedrich, der aus vollem Lauf in Richtung zweiter Pfosten flankte, wo Yannik Andersson die Kugel volley annahm, aber über das Gehäuse zielte (23.). Danach war es mit der Herrlichkeit der „Raubvögelchen“ erst einmal vorbei. Stattdessen kam nun der Kreisklassist zu Chancen.

Zunächst war es Felix Niebuhr, der für Sönke Schal durchsteckte. Doch in höchster Not warf sich SCC II-Kapitän Streich in den Schuss der Alsterbrüder II-Kickers und konnte ihn zur Ecke abwehren (28.). Danach probierte es Felix Niebuhr dann erneut – diesmal allerdings selbst als Schütze. Sein Schlenzer aus 20 Metern ging jedoch rechts neben den Kasten, während auf der anderen Seite Dennis Facklams Schuss nach einer Hereingabe von Timo Friedrich noch geblockt wurde (35.). Nur zwei Minuten später sollte SCC II-Keeper Hannes Franck dann doch hinter sich greifen müssen: Mit einem klugen und schönen Steilpass von Schal setzte die Alsterbrüder-Reserve die komplette Defensive der Condoraner matt, Murat Tatar erreichte das Spielgerät noch vor Condor II-Fänger Franck und spitzelte die Kugel am Torwart vorbei zum 1:0 ins Netz (37.).

König: „Endlich macht Yannik mal ein Ding so, wie er es machen soll“

Der Jubel beim neuen Pokalgewinner kannte nach dem Abpfiff kaum Grenzen. Foto: Knötzsch

Nach dem Seitenwechsel waren nicht einmal fünf Minuten absolviert, als die Condor-Zweitvertretung ausglich. Einen Freistoß, den Cassian Klammer von halblinks in die Box brachte, verwertete Marcel Houillon im Zentrum zu einem Kopfball, der an den Innenpfosten klatschte und von da aus über die Linie flog – 1:1 (49.). Danach vergab Schal für die FCA-„Zweite“, als er nach einem Zuspiel von Lucas Niebuhr doch relativ deutlich verzog (52.). Auf der anderen Seite legte sich Özalp im Anschluss an ein starkes Solo den Ball zu weit vor (62.). Anschließend hatte Torschütze Houillon kein Glück, als er aus spitzem Winkel das linke Eck anvisierte, aber Keeper Jakubczyk rechtzeitig abtauchen und parieren konnte (68.).

Zwei Zeigerumdrehungen darauf stand dann plötzlich Schiedsrichter Gerhard Alexander Ludolph im Mittelpunkt. Nach einem harten Foul von Lucas Niebuhr an Ibrahim Asan pfiff er Condor II einen Vorteil weg: Özalp wäre frei durch gewesen (70.). In der 77. Minute bewertete der Referee dann ein vermeintliches Handspiel des im eigenen Strafraum am Boden liegenden Lennart Förster, nachdem Özalp geschossen hatte, aufgrund der kurzen Entfernung und der fehlenden aktiven Bewegung Försters zum Ball nicht als Handspiel. Was folgte, war Anderssons Siegtreffer (80.) und die vergebene Chance der Altserbrüder-„Zweiten“ auf den Ausgleich, als Schal nach 85 Minuten das Tor nur knapp verfehlte (85.). In der ersten Minute der Nachspielzeit verzog Andersson nach Zuspiel von Ibrahim Asan für Condor II (90.+1), dann blockte Ibrahim Asan auf der anderen Seite in der bereits fünften Minute der „Overtime“ gegen Tatar, ehe Referee Ludolph abpfiff und damit den Pokalsieg der Condor-Zweitvertretung besiegelte.

Gerke: „Wir waren nah am Ausgleich und am Sieg dran“

Hallo, Männer, wir waren das: Die Condor II-Spieler bedanken sich bei der Altliga-Mannschaft des SCC für die Unterstützung von der Tribüne. Foto: Knötzsch

„Ich dachte erst, dass Tufan Asan, der ja schon gegen den HSV III getroffen hatte, den Freistoß schießen wollte“, erklärte Siegtorschütze Yannik Andersson nach dem Abpfiff und erklärte: „Es macht mich auf jeden Fall stolz, dass ich mich mit diesem wichtigen Treffer vom SC Condor verabschiede. Das ist ein geiles Ding, jetzt wird gefeiert.“ Sein Mitspieler Dennis König befand sich da bereits im Feier-Modus: „Endlich macht er mal ein Ding so, wie er es machen soll“, beschied der 26-Jährige euphorisch Richtung Andersson, während sich SCC II-Trainer Fabian Facklam nach dem Schlusspfiff vergebens bemühte, trocken davon zu kommen. Seine Spieler ließen ihren scheidenden Übungsleiter, den es aus privaten Gründen nach Mexiko zieht, nicht davon kommen und verpassten ihm eine kalte Dusche mit alkoholischen Kaltgetränken. Und das, wo Facklam ebenso wie „Co“ Nico Bodenstedt und der verletzte Jan-Ole Rosnehauer im feinsten Zwirn mit Krawatte an der Außenlinie stand und dabei nicht nur aufgrund seines kahl geschorenen Hauptes gewisse optische Ähnlichkeiten mit Real-Coach und Champions League-Gewinner Zinedine Zidane erweckte.

„Die Mannschaft hat dieses Outfit von der Ersten Runde an gefordert. Zum Glück hat es am Ende auch gepasst. Respekt an Alsterbrüder II. Die haben das super gemacht. Am Ende ist unser Sieg aber aufgrund des Chancenplus verdient“, analysierte Condor II-Trainer Fabian Facklam und fügte hinzu: „Die Nervosität war groß. Viele Spieler hatten noch nie so ein Finale gespielt, auch für mich war es das erste Mal. Am Ende hatten wir physische Vorteile und haben den entscheidenden Treffer gemacht.“ Alsterbrüder II-Coach Martin Gerke fasste das Match derweil wie folgt zusammen: „Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Wir haben eine richtig tolle Saison gespielt und sind Meister geworden. Heute hat man den Klassen-Unterschied nicht unbedingt gesehen. Wir waren nah am Ausgleich und am Sieg dran. Ich freue mich über das, was wir geleistet haben und habe in der Offensive keinen großen Unterschied zwischen den beiden Mannschaften gesehen.“

Jan Knötzsch

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