Landesliga Hammonia

Alsterbrüder mit souveränem Sieg gegen Poppenbüttel

29. November 2022, 08:46 Uhr

Der FC Alsterbrüder bejubelt den deutlichen Erfolg in Anlehnung an den Poppenbütteler Jubel. Foto: Klaas Dierks

Am Sonntagnachmittag empfingen die Alsterbrüder am Walter-Wächter-Platz in Eimsbüttel den Mit-Aufsteiger SC Poppenbüttel zum dritten Aufeinandertreffen der beiden ehemaligen Tabellenspitzenreiter in der Hammonia-Staffel. Das Ligaspiel hatte der SCP auf eigenem Platz knapp mit 2:1 gewonnen, die Partie im Pokal konnten die Alsterbrüder nach Elfmeterschießen mit 4:2 für sich entscheiden. Im Anschluss an diese Partie wurden einige „Nettigkeiten“ ausgetauscht, so dass die dritte Partie innerhalb von drei Monaten von Anfang an unter Spannung stand.

Der Ball zappelt im Netz - die Alsterbrüder feiern den Treffer zur 2:0-Führung. Foto: Klaas Dierks

Die entlädt sich zum ersten Mal im sportlichen Sinne in der zehnten Minute durch einen typischen „Drude-Moment“. Nach einem feinen Zuspiel von Jannik Kretschmar, der zusammen mit Philipp Dechow eine gewohnt souveräne Partie in der Verteidigung abliefert, zündet Luca Drude auf dem linken Flügel den Turbo, zieht zur Mitte, lässt drei Poppenbütteler stehen und schweißt aus circa 16 Metern zum 1:0 ein. Vom Gast, der mit Trauerflor zum Gedenken an den verstorbenen, langjährigen Betreuer Klaus Kuisys spielt, ist kaum etwas zu sehen. Einzig über den einen oder anderen hohen Ball in den Strafraum durch Standards oder aus dem Spiel heraus, versuchen sie, zum Erfolg zu kommen. Doch Daniel Göbel im Tor der Alsterbrüder zeigt sich sicher in der Strafraumbeherrschung.

Auch Poppenbüttels 20-Tore-Mann Stefan Winkel kann bis zu seiner Auswechselung in der 78. Minute keine entscheidenden Impulse setzen. Das liegt vor allem an Bastian Sticken, der dem Goalgetter während des Spiels beharrlich an der Seite bleibt und kreative Aktionen seines Gegenübers im Keim erstickt. Trotzdem ist es schön, Winkel so bald nach seiner schweren Verletzung, die er gegen Nienstedten in der Vorrunde erlitten hatte, wieder auf dem Platz agieren zu sehen.

Das 3:0: Tim Algner (li.) trifft trocken zur Vorentscheidung. Foto: Klaas Dierks

So bleibt es den Alsterbrüdern vorbehalten, weitere nennenswerte Akzente zu setzen. Etwa in der 27. Minute, als Konrad Janta Zielspieler Tim Algner im Strafraum findet und der mit der Hacke auf den einlaufenden Felix Niebuhr ablegt. Der fackelt nicht lange und erhöht flach aus 15 Metern zum 2:0. Fünf Minuten später wird Antonio Pabst' Schuss in aussichtsreicher Position an der Fünfmeterlinie gerade noch von Lennard Henke geblockt, der Ball springt zu Algner, der fast auf der Grundlinie steht. Sein Schuss aus zu spitzem Winkel geht dann über das Tor. In der 36. Minute ist Niebuhr auf rechts durch. Sein Versuch aus spitzem Winkel, auf 3:0 zu stellen, verhindert Jan-Philipp Haerting, indem er geschickt den Winkel verkürzt und zur Ecke klärt.

Das 3:0 fällt dann aber doch noch vor der Pause. Algner wird auf rechts auf Reisen geschickt, dringt in den Strafraum ein und platziert den Ball unhaltbar für Haerting, noch von Ferris Pressel leicht bedrängt, flach ins lange Eck. Beim Jubel orientieren sich die Alsterbrüder an der Jubel-Choreografie der Gäste nach deren Sieg im Hinspiel. Dann ist Halbzeit.

Und der vierte Streich: Tim Algner (Mi.) schnürt unbedrängt seinen Doppelpack. Foto: Klaas Dierks

Poppenbüttels Trainer Lars Scheer bringt unter anderem mit Moritz Mandel und Jeremy Jungkurth frische Kräfte, die dem Spiel der Gäste neue Impulse verleihen. Die Alsterbrüder spielen nicht mehr so dominant wie in der ersten Halbzeit, bewahren aber die Ruhe und spielen nicht, wie bisweilen zuvor, trotz Führung ohne Absicherung nach hinten. So bleiben sie im Deckungsverbund stabil und haben trotzdem noch die eine oder andere Chance nach vorne. Zum Beispiel durch Sticken, der volley neben das Tor schießt. In der 59. Minute ist es wieder Algner, der nach einem erfolgreichen Flankenlauf von Carl Janta von dessen Hereingabe profitiert und abgeklärt flach aus fünf Metern zum 4:0 vollendet. Das ist die Vorentscheidung, zumal Göbel wie in der ersten Halbzeit die hohen Hereingaben wegfischt, bevor die Poppenbütteler sie verwerten können.

Bastian Sticken (Mi.) neutralisierte Poppenbüttels Top-Torjäger Stefan Winkel. Foto: Klaas Dierks

Als dann aber Luca Drude innerhalb von vier Minuten wegen Meckerns erst Gelb und dann Gelb-Rot kassiert, wird es nochmal im Ansatz spannend, da Ferris Pressel nach Vorlage von Torben Lindholm zum 1:4 verkürzt, nachdem sein Schuss noch von einem Alsterbruder unhaltbar abgefälscht wird. Da Lindholm in den letzten Minuten einmal per Kopf und einmal mit dem Fuß drüber zielt, bleibt es beim 4:1 für die Gastgeber, die damit auf einen Punkt an die Spitzenreiter von Barmbek-Uhlenhorst heranrücken und durch Siege gegen Lokstedt und im Nachholspiel gegen Nienstedten wieder auf „Eins“ vorrücken könnten. Nach einem Fazit gefragt, antwortet Poppenbüttels Trainer Lars Scheer: „Die Alsterbrüder haben den Sieg mehr gewollt!“

Antonio Pabst (li.) gegen zwei Poppenbütteler Widersacher. Foto: Klaas Dierks

Das Statement von Trainer jörn Großkopf unterstreicht dies: „Wir sind Aufsteiger und extrem zufrieden mit unserer Saison. Ein wenig Pieksen gehört im Sport dazu. Ein Spieler von Poppenbüttel hat uns im August nach unserem Pokalspiel - wir hatten zwei Spiele in Folge verloren - viel Spaß im Abstiegskampf gewünscht! Nun haben wir bald genug Punkte gesammelt, können nicht mehr absteigen. So lieben wir den Abstiegskampf! Das ist Karma und war für uns eine Motivations-Spritze. Poppenbüttel wünsche ich weiterhin viel Erfolg, da ich dort viele Leute kenne! Es war heute, auch in der Höhe, ein völlig verdienter Sieg und ich bin stolz auf meine Mannschaft“.

Allerdings werden dem FCA im nächsten Spiel Carl Janta (5. Gelbe) und Luca Drude fehlen. Eine echte Schwächung gegen Lokstedt, die mit vier Siegen und einem Unentschieden in den letzten fünf Spielen gerade auf dem Weg nach oben sind. Poppenbüttel muss gegen Altenwerder ran, die in ihrem letzten Spiel Poppenbüttels Tabellennachbarn HR mit 4:2 nach Hause geschickt haben.


Klaas Dierks

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