12.05.2019

Abstieg besiegelt – Großkopf: "Jetzt stehen wir erstmal mit langer Fresse auf dem Platz"

HEBC hadert mit Punkteausbeute gegen direkte Konkurrenten

Lange Gesichter auf der HEBC-Bank: Kevin Trapp, Chris Flick, Coach Jörn Großkopf, Co-Trainer Christian Wriedt und Torwarttrainer Stefan Knauß (v.li.). Foto: Both

Der HEBC ist einen Spieltag vor Ultimo aus Hamburgs höchster Spielklasse abgestiegen! Nach der 0:3-Heimniederlage gegen die TuS Dassendorf (Hier gibt's die Partie zum Nachlesen im Live-Ticker) und dem gleichzeitigen 5:2-Heimerfolg des Wedeler TSV über Cordi, ist der Klassenerhalt für die Lila-Weißen nicht mehr zu stemmen. Selbst die größten Optimisten sollten einsehen, dass drei Punkte und 23 (!) Tore nicht an einem Spieltag aufzuholen sind. HEBC-Cheftrainer Jörn Großkopf verspricht aber: "Beim HEBC bricht nichts zusammen. Wir greifen wieder an!"  

Die Gäste aus Dassendorf begannen sehr druckvoll, pressten den HEBC tief in die eigene Hälfte und liefen bereits die gegnerischen Innenverteidiger hoch an. Nach drei Minuten war es dann bereits soweit: Pascal Nägele bediente Flügelflitzer Mattia Maggio, der scharf auf den einschussbereiten Marcel von Walsleben-Schied flankte. Der Ex-Profi ließ sich nicht zwei Mal bitten und vollendete zum frühen 0:1 aus HEBC-Sicht. Hamburgs Oberliga-Serienmeister der vergangenen Jahre blieb weiter spielbestimmend und präsent. Nägele, Carolus, von Walsleben-Schied und Blohm vergaben aber aussichtsreiche Möglichkeiten, früh für klare Verhältnisse zu sorgen. Kurz vor der Halbzeit trauten sich dann auch mal die Hausherren in den gegnerischen Sechzehner. Nach einem langen Ball versuchte sich Janosch Rinckens per Volley. Die Kugel segelte allerdings weit am TuS-Tor vorbei. 

"Wenn man gegen keinen von unten gewinnt, kommt am Ende so etwas dabei heraus"

Abgeschüttelt. Dassendorfs Kristof Kurczynski (li.) hat sich seines Gegenspielers entledigt. Foto: Both

Auch nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Spielgeschehen nicht: Dassendorf gab weiterhin den Takt vor und der HEBC verteidigte. Nach 76 Minuten fiel dann das überfällige 0:2: Kristof Kurczynski leitete den Ball mustergültig per Hacke auf Maggio weiter, der drei Gegenspieler stehen ließ und eiskalt vollendete. Kurz darauf fand Nägeles Ecke den Kopf von Kurczynski. Dassendorf-Knipser von Walsleben Schied stand dort, wo ein Stürmer stehen muss und drückte das Leder schlussendlich über die Linie – 0:3 (81.). Kurczynski hätte seine überragende zweite Halbzeit noch mit einem eigenen Tor krönen können, scheiterte jedoch an den eigenen Nerven. Zuerst lupfte er den Ball an den Innenpfosten, ehe Dassendorfs "Zehner" den Nachschuss aus fünf Metern tatsächlich weit über das leere Tor knallte. Nach dem Abpfiff war das Schicksal des HEBC besiegelt. An der Tornquiststraße wird in der kommenden Saison kein Oberliga-Fußball gespielt. 

Jörn Großkopf weiß, warum es am Ende für den HEBC nicht gereicht hat: "Wir dürfen, trotz aller Punkte die wir vorher hätten holen können, heute enttäuscht sein. Dass wir aber heute den Klassenerhalt nicht für oder gegen uns entschieden haben, das wissen wir alle. Wenn man gegen keinen von unten gewinnt, kommt am Ende so etwas dabei heraus. Wir haben gegen Condor und Wedel jeweils zwei Mal verloren und haben auch ein Mal gegen Pinneberg verloren. Dann kommen da noch Situationen wie gegen Victoria hinzu, wo du in der 92. Minute noch das 2:3 bekommst. Das haben wir an diesem Tag nicht verdient gehabt. Manchmal ist selbst ein Punkt Gold wert", so der HEBC-Trainer.

"Ich denke, dass es ein rundum ordentlicher Auftritt war"

Abgestiegen: HEBCs Matthäus Kosik (li.), der sich hier mit dem Dassendorfer Rinik Carolus duelliert. Foto: Both

"Wir werden uns aufrappeln und zusehen, dass wir noch ein Spiel vernünftig absolvieren. Einige Spieler hier hören auf und die haben es dann auch verdient, zu spielen. Wir greifen wieder neu an. Jetzt stehen wir aber erstmal mit langer Fresse auf dem Platz und sind enttäuscht. Es geht aber weiter. Beim HEBC bricht nichts zusammen. Wir haben bereits 20 Spieler für die nächste Serie und da werden wir neu angreifen", so der Coach der Eimsbütteler. Trotz des Abstiegs bleibt Großkopf Übungsleiter der Lila-Weißen: "Ich mache das hier auch trotz des Abstiegs weiter", bekräftigte er nach Spielschluss. 

Sein Gegenüber. Jean-Pierre Richter sah einen ungefährdeten Auswärtssieg seiner Mannschaft: "Wir haben die Aufgabe heute gut gelöst und die Konzentration lange aufrecht erhalten. Ich denke, dass es ein rundum ordentlicher Auftritt war. Wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass man mal schnell Punkte liegen lässt, wenn man nicht über 90 Minuten konzentriert arbeitet. Nächste Woche haben wir dann das letzte Heimspiel gegen Curslack und danach das Pokalfinale. Das Spiel ist schon seit Ostern Thema und da freuen wir uns auch drauf. Trotzdem ist es wichtig, dass wir unsere Abläufe und Automatismen in der Liga bis zum Schluss durchziehen." Angesprochen auf die neue Saison formuliert "JPR" das Ziel bereits klar: "Der Meistertitel sollte dann wieder unser Anspruch sein." 

Autor: Philipp Hinze

Kommentieren