Landesliga Hansa

23:1! Märtens hat „so etwas auch noch nicht erlebt“, Ilic schenkt der „Ex“ gewaltig ein!

19. November 2022, 03:13 Uhr

Damian Ilic markiert gegen den Ex-Verein eines seiner acht - oder waren es am Ende doch eher neun? - Tore ein. Foto: Maurice Herzog

„Nein, so etwas habe ich in der Landesliga auch noch nicht erlebt“, entgegnete Matthias Märtens, der sich mit Jassi Huremovic das Traineramt beim ETSV Hamburg teilt, auf Nachfrage von „Clubcorner Hamburg“ ganz offen und ehrlich. „Dass man im Pokal mal einen unterklassigen Gegner aus dem Stadion schießt, das schon“, fügte Märtens an. Aber eine solch einseitige Geschichte habe er in seinem Fußballer-Leben auch noch nicht wahrnehmen können, müssen oder dürfen.

Raffael Kamalow (li.) war am Ende insgesamt dreimal erfolgreich. Foto: Maurice Herzog

Am Mittag berichteten wir noch über den vorläufigen negativen Höhepunkt beim Meiendorfer SV. Vor dem Gastspiel beim Spitzenreiter vom ETSV Hamburg trennte sich der Oberliga-Absteiger, der auf dem allerbesten Weg ist, in die Bezirksliga durchgereicht zu werden und in der endgültigen sportlichen Versinkung zu verschwinden, von seinem Cheftrainer Hakan Yavuz. Auch dessen „Co“ Gökhan Ilhan musste seinen Posten räumen. Unseren Informationen zu Folge wurde auch Präsident Jens Malcharczik entmachtet - zumindest in Bezug auf die Geschicke bei der Liga-Mannschaft. Der neue starke Mann: Ervin Kasa, Zweiter Vorsitzender des MSV.

"Eine sehr imposante Leistung"

Der neue Chefcoach an der B75: Dehran Redzepi, zuletzt beim Rahlstedter SC in der B-Regionalliga aktiv und tätig. Sein erstes Spiel als Herren-Übungsleiter - ein reines Desaster! Am Ende kam der MSV am Mittleren Landweg mit sage und schreibe 1:23 unter die Räder! Eine Klatsche, die gesessen und sich gewaschen hat! „Kompliment an meine Mannschaft, die das konsequent und seriös zu Ende gespielt hat“, hatte Märtens gut lachen. „Wir haben nicht angefangen, Leute auf dem Bierdeckel zu tunneln oder schwindelig zu spielen, sondern konsequent ins letzte Drittel gespielt und die Abschlüsse gesucht. Dass nicht jeder reingeht, ist normal. Aber das war schon eine sehr imposante Leistung von allen Spielern!“

Acht oder Neun? Ilic schenkt Ex-Club ordentlich ein!

Damian Ilic ist vor dem bemitleidenswerten MSV-Keeper Risan Halicioglu an der Kugel - drin! Foto: Maurice Herzog

So imposant, dass man mit dem Tore zählen kaum hinterher kam. Während der Unparteiische der Partie, Schams Golzari, Damian Ilic schlussendlich acht Tore im offiziellen Spielbericht gutschrieb, sahen die Eisenbahner den ehemaligen Meiendorfer als neunfachen Torschützen an (4., 27., 45., 47., 51., 53., 54., 71., 76.)! Ein lupenreiner Hattrick binnen 180 Sekunden, vier Buden innerhalb von sieben Zeigerumdrehungen: Ilic war besonders heiß gegen seinen Ex-Club! Die weiteren Schützen des Tabellenführers: Veli Sulejmani (9., 28., 47., 68., 73.), Florian Klein (25.), Raffael Kamalow (32., 37., 56.), Malte Pruchner (34.), George Kelbel (61., 78., 85.) und Hichem Oudjouadj (87.). Den Meiendorfer Ehrentreffer zum zwischenzeitlichen 1:20 erzielte Morteza Yousafi (76.).

"Normalerweise wäre das etwas, woran wir uns jetzt hochziehen könnten"

Ein kleiner Schönheitsfleck aus Sicht der Hausherren. „Unnötig auf jeden Fall! Das verteidigen wir nicht gut. Da haben wir einmal die Ordnung verloren und das ist dann bestraft worden“, ärgerte sich Märtens - und fügte an. „Unglücklich, dass Elian (Clasen, Anm. d. Red.) zudem noch wegrutscht.“ Normalerweise wäre das Gegentor etwas gewesen, „woran wir uns jetzt hochziehen könnten. Aber das brauchen wir heute nicht. Heute können wir einfach mal zufrieden sein und entspannt ins Wochenende gehen“, resümierte der Coach - und wollte gar nicht erst das Haar in der Suppe suchen.

"Das war der erste Schritt"

Acht- oder Neunfach-Torschütze Damian Ilic (re.) und Matthias Cholevas hatten nach dem Schützenfest gut lachen. Foto: Maurice Herzog

Vielmehr fand man auch lobende Worte für den Gegner, der sich 90 Minuten lang ohne jegliche Frustfouls wehrte. Wobei: Richtige Gegenwehr kam nicht auf. Und das nach einer „intensiven Trainingswoche, in der wir auch sehr deutlich kundgetan haben, dass wir mit der einen oder anderen Leistung nicht zufrieden sind“, gab Märtens unumwunden zu. „Aber die Jungs haben heute den Schalter umgelegt und den Fokus darauf gelegt, dass die Rückrunde angefangen hat. Das hat die Mannschaft begriffen. Das war der erste Schritt, wo man gesehen hat, dass alle richtig Bock hatten. Diese Geilheit wollen wir mit in die nächsten Spiele nehmen“, so Märtens abschließend gegenüber „Clubcorner Hamburg“.

Autor: Dennis Kormanjos

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