13.12.2017

Eidelstedt: Meyer-Zukunft noch ungewiss – Hinrunde „überhaupt nicht zufriedenstellend!“

Manager Hiebel blickt auf verkorkste erste Saisonhälfte zurück

Seine Zukunft ist noch nicht geklärt: Bleibt Jogi Meyer über die Saison hinaus Trainer beim SV Eidelstedt? Archivbild: noveski.com

Vor der Saison herrschte beim SV Eidelstedt durchaus so etwas wie Aufbruchsstimmung. Sogar von einer gewissen Euphorie war hier und da zu hören. Grund dafür waren einige neue Spieler, ein neues Kompetenzteam rund um die Liga-Mannschaft sowie die Umbaumaßnahmen am Furtweg, wo Ende November nach 21-monatiger Bauzeit die neue Anlage mit zwei Kunstrasenplätzen offiziell eröffnet wurde. Von der Euphorie ist allerdings nur wenig geblieben. Die neuen Spieler haben nicht so eingeschlagen wie erhofft. Das Kompetenzteam hat sich schon wieder verabschiedet. Und die sportliche Situation „ist überhaupt nicht zufriedenstellend“, wie Manager Raimund Hiebel meint.

Den negativen Höhepunkt einer völlig verkorksten ersten Saisonhälfte erlebte der SV Eidelstedt erst am vergangenen Sonntag. Mit 2:4 verlor die Equipe von Jogi Meyer beim Tabellenvorletzten aus Schenefeld. Bis zu jenem Tag hatte BW 96 lediglich vier Pünktchen auf dem Konto. „Auch wenn wir uns die Gegentore fast selbst reingeschossen haben, kann es nicht sein, dass wir – bei allem Respekt vor dem Gegner – gegen eine Mannschaft, die zuvor in 18 Spielen zwölf Tore erzielt hat, gleich vier Treffer kassieren“, zieht Hiebel ein ernüchterndes Fazit einer bisher „überhaupt nicht zufriedenstellenden“ Halbserie. „Es sind mehrere Faktoren und viele Kleinigkeiten, die ein großes Ganzes ergeben. Da greift eine Sache in die andere“, sieht Hiebel vielerlei Gründe für die bisher dargebotenen Leistungen. „Wir sind ganz vernünftig gestartet. Doch seit Oktober hat sich das Negative wie ein Roter Faden bis heute durchgezogen.“ In den letzten sieben Spielen konnte man lediglich ein einziges Mal dreifach punkten – und das gegen das abgeschlagene Schlusslicht TBS Pinneberg (5:0). Ansonsten setzte es zum Teil derbe Klatschen gegen Teams, mit denen man eigentlich auf Augenhöhe sein müsste. „Wir haben vor der Saison viele junge Leute, die noch nicht im Herrenbereich gespielt haben, dazu bekommen. Zudem hatten wir viele verletzte, aber auch einige unzufriedene Spieler“, gibt Hiebel unumwunden zu.

"Memo" bleibt: "Er ist der beste Landesligaspieler"

Seitdem Mehmet Eren aufgrund eines Außenbandrisses fehlt, ging es für den SV Eidelstedt stetig bergab. Archivbild: noveski.com

Deshalb werde man sich im Winter auch „von zwei bis drei Spielern trennen“, wie der Manager erklärt, „und ich sage klipp und klar, dass ich darüber auch ganz froh bin.“ Nicht dazu gehören soll Mehmet Eren, der die letzten Wochen zwar verletzungsbedingt ausfiel, seinen Unmut über einige Dinge innerhalb des Vereins aber auch offen und ehrlich kundtat. „Er bleibt“, ist sich Hiebel sicher. „Dieses Thema taucht eigentlich jedes Jahr aufs Neue auf. Er hat sich mit uns und mit dem Trainerteam ausgesprochen.“ Wie wichtig „Memo“ für den Verein ist, unterstrich er nicht zuletzt in der Vorsaison, als er 18 Treffer für den SVE erzielte. Seine Leistungen wecken immer wieder das Interesse höherklassiger und finanzstärkerer Vereine. Zudem hat er in der Vergangenheit auch immer wieder neue Spieler für den Klub rangeholt. Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass Eren die vergangenen acht Spiele passen musste und es in dieser Phase für seine Truppe steil bergab ging. „Er ist ein exzellenter Fußballer. Ich würde sogar sagen, der beste Landesligaspieler. Natürlich fehlte auch er uns an allen Ecken und Enden. So ein Spieler ist für uns nicht zu ersetzen“, unterstreicht Hiebel die Rolle des 28-Jährigen. Neben der Rückkehr von Mehmet Eren sollen bereits „vier externe Neuzugänge“ fix sein, „die uns von der Qualität her in jedem Fall besser machen und neue Impulse geben. Darunter sind auch zwei gestandene Spieler, die über Oberliga-Erfahrung verfügen.“ Namen will Hiebel aber (noch) keine nennen.

Meyers letzte Saison? "Kann sehr gut möglich sein"

Stattdessen richtet man „den Blick jetzt nur noch nach vorne“, wie er sagt. Und apropos Zukunft: Wie sieht denn die von Trainer Jogi Meyer aus? Fakt ist, dass eine Weiterentwicklung der Mannschaft in den letzten Jahren ausblieb und der SVE nach wie vor zur „grauen Maus“ der Landesliga Hammonia zählt. Dass dem auch in diesem Jahr wieder so ist, hat vor allem auch damit zu tun, dass es drei Truppen in der Hammonia-Staffel gibt, die der Musik deutlich hinterherlaufen. „Ja, das kann man durchaus so sehen. Wir haben viele Spiele unnötig verloren. Da kann man schon von Glück sprechen. Denn wir wären noch tiefer im Keller, wenn andere Mannschaften mehr gepunktet hätten“, befindet auch Hiebel, der zur Zukunft von Meyer noch nicht viel sagen könne, aber auf Nachfrage, ob es denn die letzte Saison des 59-Jährigen sein könnte, zumindest vielsagend entgegnet: „Das kann alles sehr gut möglich sein. Aber noch haben wir uns mit dem Thema nicht befasst. Das ist eine Sache, die wir Anfang Januar verschärft angehen werden, sodass Mitte Januar eine Entscheidung gefallen ist. Da werden wir ausloten, was beide Parteien denken und wie sie die Zukunft sehen.“ Aber: „Er wird dem Verein in jedem Fall erhalten bleiben – in welcher Funktion auch immer.“

Die Schwäche anderer Teams führt aktuell dazu, dass Eidelstedt „noch keinen großen Druck“ hat. Vielmehr ermöglicht die aktuelle Situation sogar einen Blick nach oben. „Wir wollen am Ende einen einstelligen Tabellenplatz belegen und das werden wir auch schaffen!“

Autor: Dennis Kormanjos

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