15.10.2017

Teutonia triumphiert: Ein „Zauberfuß“ und zwei Zielsichere knicken Curslack

„T05“ trifft gegen den SVCN fünf Mal ins Schwarze

So sehen Sieger aus: Das Teutonen-Team bejubelt einen der fünf Treffer. Foto: Damm

Am Ende waren es fünf Volltreffer: Der FC Teutonia 05 feierte am Sonntagmorgen einen ungefährdeten 5:0-Sieg gegen den SV Curslack-Neuengame, den selbst Gästetrainer Torsten Henke nach dem Schlusspfiff des Spiels als „hochverdient“ einordnete und erklärte: „Für mich ist das Ergebnis auch vom Spielverlauf her absolut in Ordnung.“ Logisch, dass sein Gegenüber bester Stimmung war: „Welcher Trainer ist nach einem 5:0-Sieg nicht zufrieden? Man hat schon unter der Woche im Training gemerkt, dass die Jungs Bock haben, Deshalb bin ich heute morgen mit einem Lächeln aufgestanden und hatte ein gutes Gefühl“, erklärte „T05-Übungsleiter Sören Titze freudestrahlend und ließ keinen Zweifel daran, wie gut es um seine Laune bestellt war. 

Denn: Der Flachs blühte nach dem Schlusspfiff des Spiels. „Selbst der Hund ist zufrieden“, grinste Titze und schaute auf der Pressekonferenz von seinem Platz auf dem Podium einmal kurz zur Seite. Dort lag neben ihm Neville, der Hund von Teutonias Torwart-Trainer Oliver Hähnke und ließ es sich gutgehen. „Ich hatte ihn heute morgen auch in der Mannschaftsbesprechung dabei. Deswegen hat der eine oder andere bei uns heute auch direkt von der ersten Minute an performt“, lachte Titze und klärte die Zuhörer dann auf, dass es nur ein Spaß gewesen sei, dass der Vierbeiner den Teutonen-Kickern Beine gemacht habe. Die Lacher hatte Titze nach diesem Moment auf seiner Seite – und die drei Punkte auch.

Erman und Boock treffen jeweils doppelt

Schwer zu stoppen: Teutonias Nick Gutmann (re., hier gegen Carlos Folarin). Foto: Damm

Das lag daran, dass in seiner Mannschaft in erster Linie gleich drei Spieler überdurchschnittlich performten und auch der Rest der Truppe dem nur wenig nachstand. Beginnen wir ganz hinten. Mit der vielleicht schönsten Szene des Spiels: Es lief die 87. Minute, als Veli Sulejmani kurz vor Schluss in die Hauptrolle schlüpfte: Der Mittelfeldspiler der Hausherren wurde im Mittelfeld angespielt, nahm den Ball an, drehte sich um die eigene Achse, legte sich das Spielgerät dabei selbst vor und lief anschließend im Bogen auf das Tor der Gäste zu. SVCN-Schussmann Gianluca Babuschkin eilte aus seinem Tor, um sich Sulejmani in den Weg zu stellen. Doh was machte Teutonias „Zauberfuß“? Er besaß die Frechheit – oder Genialität –, den Ball kurz mit der Sohle zu stoppen und dann zurpückzuziehen, so dass Babuschkin ins Leere abtauchte und Sulejmani freie Bahn hatte und das Spielgerät anschließend cool über die Linie schob. „Der Junge ist so verdammt begnadet“, jubilierte an der Seitenlinie der zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewechselte Gerogios Cholevas.

Teutonias Außenverteidiger sah sich ein paar Augenblicke vorher ebenso wie die Besetzung der Bank mit einer Frage konfroniert, die der ebenfalls aus dem Spiel genommene Danijel Suntic aufgeworfen hatte. Angesichts der offensiv höchstklassigen Darbietung, die Teutonia an den Tag gelegt hatte, hatte „Sunti“ ein klein wenig´ den Überblick verloren und musste sich erst einmal erklären, wer denn bis dato die vier Treffer von „T05“ erzielt hatte. Auch wir, liebe Leser, wollen an dieser Stelle der Pflicht nachkommen, für Aufklärung zu sorgen: Aytac Erman und Vincent Boock waren es, die sich bis hin zu Sulejmanis „Zaubertor“ die Treffer für die Equipe von Sören Titze geteilt hatten und ihren Trainer letztlich zu dem Fazit kommen ließen: „Die Jungs haben bis zum Ende super durchgezogen und den Tempo-Fußball gespielt, den ich mir in der Halbzeit noch einmal von ihnen gewünscht habe.“

Titze: „Welcher Trainer ist nach einem 5:0-Sieg nicht zufrieden?“

Gleich schlägt der Ball im Netz ein: Veli Sulejmani (re.) trifft zum 5:0 für Teutonia 05. Foto: Damm

Zu diesem Zeitpunkt führten die Hausherren bereits mit 2:0. Zunächst hatte Gerrit Pressel im Strafraum Ruhe und Übersicht bewiesen und quer auf Erman abelegt, der mit dem Knie zum 1:0 für seine Farben vollendete. Zuvor hatten die Teutonen gegen die Gäste aus dem Osten Hamburgs, die in der zwölften Minute Glück hatten, als Marvin Schalitz nach einem Foulspiel als nahezu letzter Mann nur die Gelbe statt der Roten Karte sah, durch einen Schuss von Sulejmani die Chance auf eine noch frühere Führung vergeben (22.), als dieser das nach einer Rettungstat von Babuschkin verwaiste Gehäuse anvisierte, aber nicht genau genug zielte. Der Schuss des späteren Torschützen ging daneben. Eine Minute vor dem Seitenwechsel schlug das Titze-Team dann zum zweiten mal zu: Nick Gutmann ließ sich auf der rechten Bahn von Nichts und Niemandem stoppen, tankte sich energisch durch und flankte den Ball dann in die Mitte, wo im Zentrum Boock lauerte und das Spielgerät zum 2:0 im Netz unterbrachte.

Nach dem Seitenwechsel vergab zunächst Adrian Sousa für den SVCN (50.), doch dann machten die Teutonen da weiter, wo sie vor dem Seitenwechsel aufgehört hatten: Diesmal bediente Erman Teamkollege Boock, der das Spielgerät annahm, im Strafraum noch einen Haken schlug, „Goalie“ Babuschkin aussteigen ließ und dann zum 3:0 für seine Farben einschoss. Noch aber hatten die Titze-Schützlinge nicht genug – und so ging es weiter immer wieder munter ab nach vorne in Richtung SVCN-Strafraum. Und das mit Erfolg: Nachdem Seyhmus Atug Teamkollege Gutmann auf der rechten Bahn bediente und dieser in die Mitte flankte, traf Boock zwar zunächst das Lattenkreuz (67.), aber nur ganze vier Minuten später zielte Teutonias Nummer 17 genauer und zog mit Stürmer Erman gleich, was Treffer an diesem Tag anging. Als Vorlagengeber fungierte in dieser Situation Sulejmani, der aus spitzem Winkel versucht hatte, Babuschkin zu bezwingen. Stattdessen landete das runde Leder aber bei Boock, der sich nicht zwei Mal bitten ließ und aus Nahdistanz einschob.

Henke: „Darüber, wie wir uns hinten heraus präsentiert haben, bin ich enttäuscht“

Auch Georgios Cholevas (re.) zeigte eine gute Leistung im Teutonen-Trikot. Foto: Damm

„Wir haben das in der ersten halben Stunde recht gut gemacht, gut gestanden und wenig zugelassen. Die einzig gefährlichen Situationen waren die, wo wir uns selbst durch katastrophale Rückpässe in Schwierigkeiten gebracht haben“, analysierte Curslack-Coach Torsten Henke nach dem Spiel und ergänzte: „Es ist natürlich vom Zeitpunkt her äußerst äußerst ärgerlich, quasi direkt mit dem Pausenpfiff das 0:2 zu bekommen. Danach ist es logischerweise natürlich schwer, gegen so eine Mannschaft mit der individuellen Qualität und Klasse, wie sie Teutonia besitzt.“ Zudem habe man, so Henke weiter, gemerkt, „dass mit Patrick Papke ein ganz wichtiger Spieler wegen einer Sperre bei uns nicht auf dem Feld ist. Wir haben es Teutonia in der zweiten Halbzeit unglaublich leicht gemacht, weitere Tore zu erzielen. Wenn so eine Mannschaft erstmal ins Rollen kommt, dann geht es um Schadensbegrenzung. Wenn ich 0:3 zurück liege, muss ich alles daran setzen, nicht noch höher in Rückstand zu geraten. Das haben wir absolut nicht gemacht. Darüber, wie wir uns hinten heraus präsentiert haben, bin ich enttäuscht.“

Sören Titze hingegen fand durchweg positive Worte – zunächst auch für den Gegner. „Curslack hat das in der ersten haben Stunde gut gemacht“, stellte Teutonias Trainer fest, um dann festzustellen: „Wir haben es gut verstanden, von der ersten Minute an griffig zu sein und haben so viel Druck ausgeübt, dass Fehler entstanden sind. Es war super wichtig, dass wir noch vor der Halbzeit das 2:0 machen. Das gibt natürlich Selbstvertrauen.“ In der Folgezeit habe sein Team genau den Tempo-Fußball gezeigt, den er sehen wolle, so Titze: „Entsprechend freut es mich für die Mannschaft, dass sie sich für die Chancen belohnt hat. Vergangene Woche haben wir gegen Niendorf auch 30 Minuten gar nicht schlecht gespielt, hatten Chancen, aber liegen 0:2 zurück. Da sagen dann alle, dass das kein gutes Spiel war. Das habe ich nicht so gesehen. Die zweite Hälfte gegen Niendorf war wirklich nicht okay, das lasse ich gelten. Heute war es genau andersherum.“

Jan Knötzsch 

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