Oberliga

TuRa stellt sich auf: „Wollen unsere Identität, unseren Charakter und unsere Philosophie nicht verändern“

17. Juni 2024, 20:15 Uhr

Von li.: Liga-Manager Philipp Penkwitt begrüßt Niko Hasselbusch, Adrian Sousa und Steve Sandjong am Exerzierplatz. Foto: Verein

Er sei „sehr stolz darüber, wie die Entwicklung voranschreitet“, aber nicht minder glücklich und zufrieden, „wie wir als Mannschaft und Verein zusammenstehen“, betont Philipp Penkwitt. Der Liga-Manager von TuRa Harksheide erlebte eine Saison, die von ungeahnten Höhen, aber auch dem einen oder anderen Rückschlag geprägt war. Oder in Penkwitts Worten: „Wir haben eine bravouröse, bombastische Hinrunde gespielt“, grüßten die Mannen vom Exerzierplatz zwischenzeitlich sogar vom dritten Tabellenplatz und verdienten sich mit bärenstarken Leistungen den Respekt und die Anerkennung der Gegner. Am Ende musste man sich mit dem elften Rang zufriedengeben. „Die Rückrunde sehen ich als Entwicklungsschritt und Lernprozess an. Wir konnten aus dem letzten halben Jahr sehr viel mitnehmen“, will Tura nun die nächsten Schritte gehen – und in Angriff nehmen.

Auch Keeper Luca Adler (2. v. li.) und Fabian Wagner (re.) schließen sich TuRa an. Das Duo kommt aus der Norderstedter U19. Während Nicholas Zuppa (2. v. re.) von Niendorf kommt. Foto: Verein

Klar ist: Cheftrainer Jörg Schwarzer, Co-Trainer Elbasan Latifaj und Liga-Manager Penkwitt setzen ihre erfolgreiche Arbeit fort. Reine Formsache? „Wir haben uns als Team gesagt, dass wir nur gemeinsam in der Konstellation weitermachen“, verrät Penkwitt – und spricht in der Tat von einer Formsache. Denn: „Die gemeinsame Arbeit macht sehr viel Spaß. Unsere Liebe ist unser Hobby für den Fußball“, hat man eine klare Aufgabenverteilung – und versteht sich mittlerweile nahezu blind. Dazu gehört der gesamte „Staff“ um Lisa Schindler, Pauline Horning, „Ede“ Irmisch und Jens Stein. „Unser Funktionsteam ist super wichtig für uns und den Verein“, sieht Penkwitt das Team ums Team auch als großen Teil des Erfolges an. 

Lediglich Torwart-Trainer Hendrik Manke wird eine Pause einlegen, weshalb man noch auf der Suche nach einem Nachfolger ist.

"Das gehört zum normalen Wahnsinn dazu"

Was den Kader für die kommende Oberliga-Saison betrifft, könne man auf einen „Großteil der Mannschaft“ bauen und vertrauen. Nicht mehr mit dabei sein werden: Lasse Schulz (berufsbedingt nach Wolfsburg), Leon Schulz (pausiert berufsbedingt), Ephrahim Kofi Asante (FK Nikola Tesla), Fabian Jacobs (USC Paloma), Dominik Mahnke, Cedric Michel, Yassin Ghasemi (alle Ziel unbekannt) und auch Falk Schmidt, der nach seinem missglückten Intermezzo bei Eintracht Norderstedt an alter Wirkungsstätte wieder auftrumpfen konnte und nun bei Regionalliga-Aufsteiger SV Todesfelde sein Glück versuchen wird. „Dass man auch mal einen sportlichen Verlust wegstecken muss, das gehört zum normalen Wahnsinn dazu. Wir sind halt kein Dassendorf“, erwidert Penkwitt, der es schade findet, „dass wir Jungs wie Lasse und Leon Schulz nicht mehr bei uns haben. Denn das sind Jungs, die den Charakter TuRa Harksheide in den letzten Jahren geprägt haben.“

TuRa geht Weg konsequent weiter - Sousa kehrt zurück

Zudem begrüßt Penkwitt (li.) das Trio um Jasper Bandholt, Philipp Albrecht-Fuhrmann und Lanyick Anou. Foto: Verein

Umso größer ist die Vorfreude beim TuRa-Manager auf die Neuzugänge. „Wir sind den Weg ganz bewusst weitergegangen, weil wir unsere Identität, unseren Charakter und unsere Philosophie nicht verändern oder verlieren wollen. Da lassen wir uns auch nicht aus der Ruhe bringen und haben wieder ein bisschen frischen Wind reingebracht“, setzt man in Harksheide weiterhin voll auf junge, talentierte und entwicklungsfähige Spieler – aber auch auf Akteure aus der Region. Luca Adler, Fabian Wagner (beide FC Eintracht Norderstedt U19), Nicholas Zuppa (Niendorfer TSV U19), Lanyick Anou (VfL Lohbrügge U19) und Steve Sandjong (SC V/W Billstedt U19) wechseln allesamt aus der A-Jugend-Regionalliga an den Exerzierplatz. 

Philipp Albrecht-Fuhrmann kehrt von seinem Heimatverein Eintracht Leinetal zu TuRa zurück. Dazu gesellen sich Jasper Bandholt (zuletzt SC Poppenbüttel, davor TSV Bordesholm und FC Kilia Kiel), Joris Scherbarth (TSV Bordesholm), Niko Hasselbusch (SV Eichede) und mit Adrian Sousa (TBS Pinneberg) ein weiterer Rückkehrer. „Über Adrian muss ich nicht viele Worte verlieren. Er soll Tore schießen. Punkt. Das ist sein Job, dafür ist er da“, verdeutlicht Penkwitt. „Aber natürlich soll er den jungen Leuten mit seinen inzwischen 30 Jahren auch etwas mit auf den Weg geben.“

"Froh und glücklich, dass sich die Mühen ausgezahlt haben"

Apropos junge Leute: „Das sind richtig gute Jungs“, frohlockt Penkwitt, der mit Wagner, Zuppa, Sandjong und dem etwas erfahreneren Scherbarth gleich vier Protagonisten für das Zentrum bei TuRa willkommen heißt. „Alle komplett unterschiedlich, aber mit einer hohen Qualität. Wir freuen uns sehr darüber, mit den Jungs gemeinsam den nächsten Schritt gehen zu können.“ Das will auch Lohbrügge-Youngster Anou, der ein „überaus talentierter und aufstrebender Innenverteidiger“ sei, „der eine hohe Intensität und ein gutes Tempo mitbringt“ – und auch für die Philosophie von TuRa steht. Das gilt auch für Norderstedt-Talent Adler, der nach dem Abgang von Michel das Torwart-Trio komplettiert. „Ich bin froh und glücklich, dass sich die Mühen ausgezahlt haben“, musste sich Harksheide durchaus gegen einige Kontrahenten im Kampf um die Jungspunde behaupten. Mit Erfolg.

"An denen werden wir ganz viel Spaß haben"

Joris Scherbarth (re.) komplettiert die Riege der Neuen am Exerzierplatz. Auch ihn zieht es aus Schleswig-Holstein an den Exerzierplatz. Foto: Verein

Während Albrecht-Fuhrmann schon zu seiner ersten TuRa-Zeit aufgrund seiner Intensität „geliebt“ wurde, bekommt man mit Bandholt und Hasselbusch viel Qualität für die Offensive dazu. „Jasper hat in den letzten Jahren in Schleswig-Holstein auf der Außenbahn immer wieder unter Beweis gestellt, was er kann. Er ist mit seinen Tempoläufen ein stetiger Unruheherd und wird uns gut zu Gesicht stehen“, ist sich Penkwitt sicher. „Auch über Niko freuen wir uns unglaublich doll. Er bringt eine unfassbare offensive Qualität mit und weiß, wo das Tor steht. Das sind zwei Offensive, an denen wir ganz viel Spaß haben werden“, blickt man bei TuRa Harksheide positiv gestimmt und überaus optimistisch in die neue Saison.

Autor: Dennis Kormanjos