Oberliga-Aufsteiger

HSV III stellt sich auf: Zwei Meister für die „Rothosen“ – Höcker wird Torwart-Trainer!

11. Juni 2024, 15:25 Uhr

Martin Schauer wechselt vom Hamburger Meister Altona 93 zum künftigen Liga-Kontrahenten Hamburger SV III. Foto: noveski.com

Es war eine Saison, die sportlich kaum erfolgreicher hätte laufen können – und hintenraus dennoch für den einen oder anderen Misston sorgte. Als Stefan Gehrke im vergangenen Sommer einen aus der Oberliga abgestiegenen und am Boden liegenden Hamburger SV III übernahm, sollte er den Rothosen wieder Leben einhauchen. An einen direkten Wiederaufstieg war zunächst nicht zu denken. Doch der ehemalige Cordi-Coach führte die „Dritte“ des HSV nicht nur zur souveränen Meisterschaft in der Landesliga Hammonia, sondern auch zum Sieg im Holsten-Pokal. Ein „Double“, das noch nicht einmal einen Monat zurückliegt, aber „schon wieder lange der Vergangenheit angehört“, richtet sich Gehrkes Blick nach vorne.

Stefan Gehrke hat den HSV III zurück in die Oberliga geführt. Dort möchte man "ein möglichst sorgenfreies, erstes Jahr spielen". Foto: noveski.com

Obwohl die Spielzeit 2023/24 im sportlichen Maximum mündete, schien es dem einen oder anderen Protagonisten im Verein noch nicht weit, hoch und erfolgreich genug gewesen zu sein. Immer wieder machten Gerüchte die Runde, dass der eine oder andere Spieler mit dem unbändigen Ehrgeiz des Cheftrainers nicht klarkommen würde. Und so kam es – trotz des „Doubles“ und der Oberliga-Rückkehr – zu einem kleinen Umbruch bei den Norderstedtern. „Wir haben sicherlich einige Stammkräfte verloren. Den einen oder anderen wollten wir verlieren, beim einen oder anderen hätten wir uns gewünscht, dass er bleibt“, gibt Gehrke zu verstehen, dass „zwei, drei Abgänge wehtun“.

Ein "gutes Gerüst" bleibt

Schade sei auch, „dass es zwei, drei Spieler gab, die trotz schriftlicher Zusage in unserer Gruppe doch noch gegangen sind. Aber auch da habe ich wieder was gelernt, dass es einen gewissen Ehrenanteil nicht mehr gibt“, findet der Coach deutliche Worte – und freut sich, dass ein „gutes Grundgerüst“ geblieben ist. Die Torhüter Patrick Tiedje und José Aguirre bleiben dem Oberliga-Rückkehrer ebenso erhalten, wie auch Amir Arsalan, Martin Fedai, Timon Flach, Timon Engelmann, Nick Denkewitz, Sebastian Schmalbach, Michael Ulbricht, Samed Uysal, Kevin Herbermann und Präsident Marcell Jansen. Auch Dominik Jordan wird dem Team erhalten bleiben, den Fokus jedoch mehr auf sein Traineramt bei den Zweiten Frauen des HSV legen und daher immer nur spontan zur Verfügung stehen.

Zwei Neuzugänge vom Hamburger Meister

Marcus Borgmann soll das Offensivspiel beleben. Foto: noveski.com

Am Sonntag (16.06.2024) startet der HSV III in die Vorbereitung. Mit dabei sind dann auch diverse Neuzugänge. „Uns ist es gelungen, eine gewisse Oberliga-Erfahrung gut zu ersetzen und zu kompensieren“, spricht Gehrke darauf an, dass die Abgänge von Marcus Borgmann und Martin Schauer (beide vom Hamburger Meister Altona 93), Max Grablewski (USC Paloma), Sidi Fané (Concordia Hamburg), Mika Steensen (SV Rugenbergen) und Lukas Schumacher (SC Victoria Hamburg II, davor SV Drochtersen/Assel in der Regionalliga Nord) aufgefangen werden sollen.

Höcker wird Torwart-Trainer beim HSV III

Johannes Höcker wird nach seinem Karriereende künftig als Torwart-Trainer beim HSV III fungieren. Foto: noveski.com

Dazu kommen „ein paar junge Wilde“, wie Gehrke meint. Aus der eigenen „Fünften“ werden Keeper Bjarne Brechlin, Felix Ulikowski und Lennart Hoee hochgezogen. Ebenfalls neu dabei: Mory Keita (eigene U18), Luis Lodigkeit (SC Victoria Hamburg II) und Tiziano Höcker (SC Poppenbüttel). Stichwort Höcker: Der Sohnemann von Johannes Höcker wird zukünftig mit seinem Vater zusammenarbeiten. Denn: Gehrke verrät uns, dass „Höcki“ nach seinem Karriereende beim TSV Sasel das Trainerteam beim HSV III verstärken und als Torwart-Trainer dazustoßen wird! „Da sind wir jetzt top aufgestellt“, freut sich Gehrke auf die Zusammenarbeit mit dem 39-Jährigen, der jede Menge Erfahrung mitbringt.

"Ein sorgenfreies Jahr spielen"

Was den Kader betrifft, sei man noch mit „zwei, drei Leuten im Gespräch, die sehr interessant sind. Da schauen wir noch, ob wir die Jungs vom HSV überzeugt bekommen.“ Das Ziel: „Möglichst nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben und ein sorgenfreies Jahr zu spielen“, entgegnet der 51-Jährige – und erklärt abschließend: „Wir sind gerade dabei, dass Sponsoring deutlich auszubauen, um mit ein paar mehr Möglichkeiten im Drumherum und in der Infrastruktur ausgestattet zu sein und mehr Leute vom HSV begeistern zu können.“

Autor: Dennis Kormanjos