Oberliga

„Man kann immer verlieren, aber es kommt auf das ‚Wie‘ an“

03. Oktober 2020, 11:11 Uhr

Julian Schmid (re.) sorgte mit einem Doppelpack vor der Pause für klare Verhältnisse. Foto: Klaas Dierks

Als Mustafa Ercetin mit seinem dritten Tor im zweiten Spiel den frühen Rückstand (4.) durch Oguzhan Senol egalisierte (9.), schien der Meiendorfer SV an der Hoheluft angekommen zu sein. Doch der Schein trog – und wie! „Wir haben brutal Lehrgeld zahlen müssen“, bilanzierte MSV-Akteur Gökhan Iscan – und fügte nach der Packung beim SC Victoria an: „Es darf einfach nicht passieren, dass man auf dem Niveau mit 1:8 verliert.“

Ian Claus (li.) bedient Magnus Hartwig (re.) - 6:1. Foto: Klaas Dierks

Bei solch einem Ergebnis gebe es „nicht viel zu sagen“, so Meiendorf-Coach Gökhan Acar, der nach dem Spiel „in der Kabine bereits genug gesagt“ habe, wie er meinte – und die Erkenntnis fasste: „Verlieren kann man immer – gerade auch gegen so eine Mannschaft wie Vicky –, aber es kommt immer auf das ‚Wie‘ an!“ Und das stimmte Acar nachdenklich. Schon vor der Pause schossen Ian-Prescott Claus (22.) und „Flügelflitzer“ Julian Schmid (36., 44.) eine 4:1-Führung für den SCV heraus. 

"Wir haben es denen zu einfach gemacht"

„Sie haben es gnadenlos ausgespielt. Bei uns hat man einfach gemerkt, dass wir relativ unerfahren sind und eine junge Mannschaft haben. Wir haben uns taktisch nicht clever verhalten, um die Angriffe zu verhindern. Viele Sachen wären vermeidbar gewesen“, befand derweil Mittelfeldstratege Iscan, der von seinem Team im ersten Durchgang dennoch auch „gute Aktionen nach vorne“ sah, „aber wir haben die Angriffe einfach nicht konsequent zu Ende gespielt und mit einfachen Mitteln die Gegentore kassiert“. Zusammengefasst: „Wir haben es denen zu einfach gemacht.“

"Letzte Woche war nicht alles in Ordnung und jetzt ist nicht alles schlecht"

Der Schlusspunkt: Erneut ist Ian Claus (re.) der Vorbereiter für Klaas Kohpeiß (Mi.) - 8:1. Foto: Klaas Dierks

Immer dann, wenn der MSV kurzzeitig aufzukommen schien, strafte Vicky den Kontrahenten mit einem Treffer ab. Spätestens in dem Moment, als Magnus Hartwig kurz nach der Halbzeit mit einem Doppelschlag auf 6:1 stellte (52., 56.), drohte ein regelrechtes Debakel. Alexander Borck (72.) und Klaas Kohpeiß (88.) sorgten mit ihren Toren schließlich für den 8:1-Endstand. 


„Die Höhe geht so einfach nicht und zeigt, dass wir noch Zeit brauchen – und in Phasen, wo es mal nicht so läuft, noch enger und stärker zusammenrücken und uns wehren müssen“, nahm Iscan sein Team in die Pflicht, erklärte aber auch: „Letzte Woche nach dem Sieg gegen Osdorf war nicht alles in Ordnung und jetzt ist auch nicht alles schlecht. Wir müssen die richtigen Lehren daraus ziehen.“ Jene Lehren, die dann nicht mehr dafür sorgen, dass es so wirkt, als würde „eine A-Jugend- gegen eine gestandene Herren-Mannschaft“ spielen.

Autor: Dennis Kormanjos

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