Oberliga

Lohmann verabschiedet, Gegner vermöbelt: Vicky verschärft Cordi-Krise!

07. Dezember 2019, 02:38 Uhr

Dennis Lohmann (re.) wurde vor dem Spiel von Präsident Ronald Lotz verabschiedet. Foto: Mathias Reß

Man sei „gut ins Spiel gekommen“, habe es „in den ersten 30 Minuten vernünftig gemacht und die Dinge auf den Platz gebracht, die wir umsetzen wollten – Vicky zu attackieren“, so Frank Pieper-von Valtier. Dafür wurde man dann auch mit einem frühen Treffer in Person von Chris Heuermann belohnt (7.). Doch was dann geschah, dürfte den Verantwortlichen von Concordia nicht nur nicht gefallen, sondern in blankes Entsetzen versetzt haben. Nahezu wehrlos ergaben sich die „Bekkampler“ an der Hoheluft ihrem Schicksal und ließen sich vom SC Victoria nach allen (Fußball-)Regeln der Kunst demütigen!

Am Ende wurde es zweistellig: Ganze zehn Tore durfte der SC Victoria bejubeln. Foto: Küch

„Über die anderen 60 Minuten brauchen wir hier nicht zu sprechen. Das arbeiten wir intern auf. Denn das ist jetzt zu emotional und unmittelbar nach dem Spiel nicht der richtige Ort dafür“, hielt sich Pieper-von Valtier mit Kritik an seinen Schützlingen komplett zurück. Stattdessen wollte sich der Übungsleiter der Concorden erst einmal „sammeln und sortieren“. Und da wird es eine ganze Menge zu sortieren geben. „Da war nicht viel richtig gut. Dann geht man so unter. Es fehlten Biss und Leidenschaft“, so Pieper-von Valtier zurückhaltend. Denn im Grunde genommen fehlte alles, was den Fußball ausmacht – insbesondere die Einstellung. Ein Doppelschlag von Ian-Prescott Claus (29.) und Julian Schmid (30.) ließ die Partie komplett kippen und das einstige Traditionsduell zu einer an Einseitigkeit kaum zu überbietenden Show-Veranstaltung werden. Denn am Ende hieß es sage und schreibe 10:1 für den SC Victoria! „Ich kann mich zwar nicht daran erinnern, jemals zehn Gegentore kassiert zu haben – ob als Spieler oder Trainer. Aber wir wollen jetzt nicht das eine Ergebnis über alles andere stellen“, spielte Pieper-von Valtier das Resultat noch ein wenig herunter. Dennis Bergmann (41., 58., 79.), Claus (54., 63.), Alexander Borck (61.), Klaas Kohpeiß (66.) und Yannick Siemsen (74.) demoralisierten die Gäste, die seit nunmehr sechs Spielen sieglos und erneut im Niemandsland der Tabelle angekommen sind.

„So einen Nackenschlag muss man mal aushalten“

In Rückstand geraten, Kantersieg gefeiert: Viel besser hätte die Verabschiedung von Dennis Lohmann (re.) gar nicht sein können. Foto: Christian Küch

Dennoch denkt Coach Pieper-von Valtier nicht an irgendwelche Konsequenzen: „Nee, so einen Nackenschlag muss man mal aushalten. Wir spielen keine ganz schlechte, aber definitiv auch keine gute Saison. Da gibt es auch nichts zu beschönigen. So ein Ergebnis spiegelt dann auch nochmal das wider, was nicht da ist. Und es ist wichtig, das auszuwerten und daraus Konsequenzen zu ziehen. Aber wenn die Konsequenz ist, nicht daran zu arbeiten, dann ist es definitiv zu spät. Dafür verliere ich viel zu ungern – auch meine Spieler“, will der langjährige BU-Trainer den eingeschlagenen Weg weiterführen. „Konsequenzen in andere Richtungen wäre nicht aufarbeiten – und das wäre falsch.“ Und weiter: „Wenn die ins Laufen kommen, kriegt so ein Spiel auch gerne mal eine gewisse Eigendynamik, die man nicht haben will“, zumindest er und sein Team wollten es kaum wahrhaben.

„Wenn die Mannschaft ins Spielen kommt, hört sie nicht auf“

Tim Burgemeister (Mi.) musste zehnmal hinter sich greifen - auch Damian Ilic (re.) ist völlig konsterniert. Foto: Christian Küch

Dabei hat Cordi die Hausherren in der Anfangsphase „vor Probleme gestellt“, wie Marius Ebbers gestand. „Aber der Doppelschlag war der Brustlöser. Danach lief es einfach für uns. Wenn die Jungs mal Blut geleckt haben, kann es für einen Gegner auch mal wehtun. Heute hauptsächlich in Form von Gegentoren“, fügte der SCV den Kontrahenten reichlich seelischen Schmerz zu. „Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Wenn sie ins Spielen kommt, dann hört sie auch nicht auf.“ Bestes Beispiel: Als die letzten Zeigerumdrehungen anbrachen, pushte Felix Schuhmann seine Jungs. Weiter Vollgas zu geben. „Da kann ich nur den Hut vor der Mannschaft ziehen.“

Lohmann geht beruflich nach Köln

Wegziehen wird derweil Vicky-Keeper Dennis Lohmann, der vor dem Spiel überraschend verabschiedet wurde: „Es hat sich sehr kurzfristig ergeben“, verriet Pressesprecher Mathias Reß auf der PK nach der Partie. „Es ist für uns alle sehr traurig. Auch ‚Lohmi‘ geht mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge.“ Dem Torsteher hat sich die Chance geboten, sich „beruflich weiterzuentwickeln“, erklärte Reß. Und das mindestens für die nächsten zwei Jahre, die er in Köln verbringen wird. „Wir wünschen ihm auf jeden Fall und von ganzem Herzen alles Gute!“

Autor: Dennis Kormanjos

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