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Zu Nebendarstellern degradiert: Lohbrügge „verarztet“ Berne - Trainerwechsel bahnt sich an

12:2-Schützenfest, Lohbrügge zaubert: „Das ist der Fußball, den wir uns vorstellen“

17. November 2019, 18:14 Uhr

Mohamed Labiadh (re.) - hier gegen Simon Marklin - trumpfte beim Kantersieg als Vierfach-Schütze auf. Foto: Kormanjos

„Wir ziehen alle Hüte vor der Mannschaft – das war richtig gut gespielt“, strahlte Sven Schneppel nach dem 12:2-Kantersieg seines VfL Lohbrügge beim TuS Berne (alle Highlights im LIVE-Ticker). Dabei wurde eine Zielvorgabe nicht erreicht: Zu Null spielen. „Man muss aber auch gucken, wie die Gegentore fallen. Wir haben mit drei Mann aufgebaut und Berne ist dann teilweise mit acht Mann nach vorne gerannt. Und wenn dann bei uns zwei, drei oder auch vier Leute nicht in ihrer Position sind, dann wird’s halt auch mal gefährlich.“ Deshalb könne er seiner Equipe „nur wenig Vorwürfe machen“. Denn: „Welche Mannschaft greift schon gegen uns mit acht Leuten an?! Das ist nur aus dem Mute der Verzweiflung und deshalb kann ich die beiden Gegentreffer auch verschmerzen.“

Denn in den ersten 23 Minuten hat der Tabellenführer der Landesliga Hansa dem desolaten, indiskutablen und völlig überforderten Gegner so richtig viel Schmerz zugefügt. „Das hat man ja gesehen“, entgegnete Berne-Trainer Frank Neben auf die Frage, was seiner Elf in jener Phase widerfuhr, ehe er anfügte: „Unsere Gegentore sind gespickt mit individuellen Fehlern – und das kannst du nicht kompensieren.“ In der augenblicklichen Situation sei das „ein ganzes Paket aus Unsicherheit, fehlendem Selbstvertrauen und natürlich auch fehlender Qualität“, wie er gestand. „In schwierigen Situationen findest du keine Lösungen, weil du technisch nicht die Möglichkeiten hast.“ Und so erlebte er eine unschöne Premiere: „Ich bin jetzt seit 45 Jahren dabei. Zwölf Gegentore habe ich noch nie bekommen.“

„Das ist der Fußball, den wir uns wirklich vorstellen“

Während Onur Saglam (re.) zwei Freistöße direkt verwandelte, schraubte auch Pascal Bäker weiter an seinem Torekonto. Foto: Bode

Am Ende waren es Pascal Bäker (7., 20., 49.), Ozan Gencel (9.), Anto Zivkovic (11.), Onur Saglam, der zwei Freistöße verwandelte (17., 54.), Vierfach-Schütze Mohamed Labiadh (19., 23., 62., 65.) sowie Agatino Indulto per Strafstoß (67.), die den Kantersieg der „Binnenfeldredder-Boys“ herausschossen. Für die Berner Ehrentreffer sorgten Finn Braatz (34.), dessen Tor zum zwischenzeitlichen 1:7 bei VfL-Keeper Alen Brandic - musste kurz vor Ultimo nach einem Tritt von Jude Graßmann raus und wurde von Innenverteidiger Seyhmus Atug zwischen den Pfosten ersetzt, da das Wechselkontingent bereits ausgeschöpft war - für eine gehörige Portion Wut sorgte, und Anton Hein (66.). „Es ist auch nicht ganz so einfach, wenn du so schnell so hoch führst, dann den ganzen Fokus hochzuhalten. So kommen auch die Gegentore zustande“, erklärte Schneppel. „Aber da sage ich heute wirklich mal: Schwamm drüber. Denn das ist der Fußball, den wir uns wirklich vorstellen – mit ein, zwei Kontakten, schnell spielen, gierig sein und draufgehen. Dafür wollen wir stehen. Das hat die Mannschaft beeindruckend umgesetzt und das Ergebnis spricht letztendlich auch für sich“, war Schneppel, dessen Trainer-Partner Elvis Nikolic krankheitsbedingt passen musste, voll des Lobes – und erzählte: „Wir wollen weiter kräftig an der Statistik arbeiten und diesen Lauf so lange wie möglich mitnehmen. Irgendwann werden wir ein Spiel verlieren – aber es sollte tunlichst nicht mehr in 2019 sein.“ Ihm sei auch gar nicht Bange, dass es in seinem Team nach dieser Gala einen Spannungsabfall zum nächsten Spiel geben könnte, wie er meinte.

„Wir werden demnächst etwas verändern“

Frank Neben wird wohl schon in Kürze kein Trainer mehr beim TuS Berne sein. Foto: Bode

Ganz anders war die Gemütslage beim TuS. „Unterm Strich muss man natürlich sagen, dass wir uns ein bisschen mehr erhofft haben“, so Neben, „aber die ersten zehn Minuten waren ja schon der Killer. So haben wir uns das alle nicht vorgestellt.“ Nach der siebten Niederlage in Folge braut sich an der Berner Allee etwas zusammen. „Wir werden demnächst etwas verändern“, verriet Neben hinterher. „Ich bin da auch bestens involviert. Aber wir wollen heute und nächste Woche erstmal in Ruhe in den Griff bekommen und dann wird man sehen“, scheint sich ein Trainerwechsel anzubahnen. Nach unseren Informationen gilt Christian Dittmar (ehemals SV Bergstedt) als heißester Kandidat. Bestätigen wollte man allerdings noch nichts. 

Autor: Dennis Kormanjos

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