Oberliga

„Fall, Pfiff, verloren“: „Cellos“ letzter Streich macht Cordis Hoffnung dem Erdboden gleich

FC Süderelbe siegt dank Elfmeter-Tor in der Nachspielzeit

16. November 2019, 01:00 Uhr

Matchwinner: Marcel Rodrigues (re.) entschied mit seinem verwandelten Strafstoß das Spiel. Foto: Bode

Um diese letzte irre Minute des Spiels zwischen dem FC Süderelbe und Concordia richtig zu verstehen, musste man erstmal gedanklich einen Schritt zurückgehen. Nein, besser gesagt zwei. In die 76. und die 81. Minute. Nach 76 Minuten betrat beim FCS zunächst Marcel Rodrigues das Feld, fünf Minten später kam auf der Gegenseite Gideon Baur ins Spiel. Der eine sollte zum Glücksritter der Kicker von Coach Timucin Gürsan werden, der andere zum Pechvogel der Gäste. Denn als die fünfte Minute der Nachspielzeit lief und es 2:2 stand, trafen Gideon Baur und Marcel Rodrigues aufeinander. Im Cordi-Strafraum. Bauer langte Rodrigues an die Schulter, Süderelbes Offensivmann ging zu Boden. Schiri Kevin Rosin pfiff Strafstoß. Rodrigues trat selbst an und traf zum Sieg. 

Frank Pieper-von Valtier benötigte anschließend nur drei Worte, um das Geschehene und das Spiel auf den Punkt zu bringen. „Fall, Piff, verloren“, rekapitulierte der Coach der Concorden und ärgerte sich: „Wir haben den Gegner im Griff, führen zur Halbzeit verdient mit 2:1, kommen dann gut in die zweite Hälfte und kassieren unnötig das 2:2.“ Danach dezimierte sich der gast doppelt: Erst flog Umut Kocin vom Feld (64.), dann Philip Pettersson (78.). „Umut meckert erst und klatscht dann“, konnte Pieper-von Valtier zumindest „Ampelkarte“ Nummer eins nachvollziehen. Bei der zweiten sah das hingegen völlig anders aus: „Philip schreit laut 'ey“ – und bekommt Gelb-Rot. Schlimm“, verstand der Trainer der Gäste die Welt nicht mehr. „Trotzdem haben wir danach das 2:2 fast bis zum Schluss verteidigt“, so Pieper-von Valtier weiter. Aber eben nur fast... 

Gürsan: „Wir hätten deutlicher gewinnen können, wenn wir uns intelligenter angestellt hätten“

Frühzeitiger Feierabend: Umut Kocin sah nach 64 Minuten die Gelb-Rote Karte. Foto: KBS-Picture.de

Während letztlich auf Seiten von Concordia Wunden lecken angesagt war, atmete Timucin Gürsan erstmal durch. „Das war ein spannendes Spiel. Leider viel zu spannend. So spannnend muss es eigentlich gar nicht sein“, sagte der Coach der Hausherren nach der Partie, in der Vitor Cadilhe Branco den FCS zunächst in Führung gebracht hatte. „Wir haben klar gezeigt, dass es nach vorne gehen soll und belohnen uns direkt. Leider machen wir danach einen Fehler im Aufbauspiel, wo der Ball zu kurz auf den Torwart gespielt wird, Umut Kocin dazwischen geht und mit einem Lupfer das 1:1 macht“, konstatierte Gürsan und ärgerte sich über das 1:2, das Cordi in Person von Berkant Aydin erzielte: „Bei einer Ecke kommt der Ball auf den ersten Pfosten und wir sind im Tiefschlaf.“ Dennoch: „Meine Mannschaft hat auch danach ihren Stiefel weiter runtergespielt, sich Chancen erarbeitet und nach vorne geguckt. Leider gab es dafür vor der Pause keine weitere Belohnung“, so der FCS-Trainer. 

Nach dem Seitenwechsel, so analysierte Gürsan „haben wir nahtlos da angefügt, wo wir aufgehört hatten. Uns war absolut klar: Wenn wir die Leistung aus der ersten Hälfte so in der zweiten wiederholen, dann belohnen wir uns. Wir haben so viel Druck auf das Tor von Cordi gemacht, dass ich keine nennenswerte Chance von denen auf meinem Zettel aufzeichnen konnte.“ Und trotzdem dauerte es bis zur 61. Minute, ehe Dejan Sekac den 2:2-Ausgleich erzielte, nachdem zunächst Christopher Mahrt für Marius Wilms aufgelegt und dieser dann den Torschützen bedient hatte. „Anschließend hat unser Druck in doppelter Überzahl noch zugenommen, aber der Ball wollte einfach nicht rein. Das Tor war, wie man so schön sagt, hermetisch abgeriegelt. Wir haben viel probiert, den Pfosten und die Latte getroffen – und dann kommt der Elfer, den Rodrigues rein macht. Cordi hatte im zweiten Durchgang nichts auf dem Zettel. Das war ein absolut verdienter Sieg für uns. Die Spannung hätte nicht Not getan, wir hätten deutlicher gewinnen können, wenn wir uns intelligenter angestellt hätten“, resümierte Gürsan abschließend.

Jan Knötzsch 

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