Landesliga Hansa

What the Fack(lam)? Erst fliegt der Condor-Kicker, dann explodiert Krey: „Es wird knallen!“

SCC geht in Unterzahl in Führung, siegt – und sorgt für jede Menge Ärger beim SVA-Coach

09. November 2019, 19:24 Uhr

Frustration pur: Altengammes Dominik Scheu, der im zweiten Durchgang vom Platz flog. Foto: Bode

Nach 22  Minuten im Spiel zwischen dem SV Altengamme und dem SC Condor wähnte sich Dennis Facklam von seiner Gemütslage her im obersten Bereich. Der Kicker der „Raubvögel“ brachte seine Elf am Gammer Weg vor 87 Zuschauern mit 1:0 in Führung. Dann, dreiMinuten später, kippte die Laune Facklams urplötzlich. Der Mann im Condor-Dress musste den Platz vorzeitig verlassen. Nicht etwa verletzungsbedingt, nein: Referee Ben Henry Uhrig (SC Egenbüttel) zeigte Facklam nach nichtmal einer halben Stunde die Rote Karte. Die Gäste kickten fortan mit einem Mann weniger – und hatten am Ende trotzdem eine weitaus bessere Laune als sie auf der Gegenseite Altengammes Trainer Jan Krey hatte. 

Doch eins nach dem anderen. „Zu Beginn war das Spiel offen. Wir waren aber präsent. Dann hat Terje Scheffel einen guten Pass halbrechts auf mich durchgesteckt, ich bin ins Eins-gegen-Eins mit dem Innenverteidiger gegangen, ziehe mit einer Täuschung nach innen und schlenze den Ball ins Tor“, fasste Facklam seinen frühen Führungstreffer zusammen und ging anschließend auch auf seinen Platzverweis ein: „Es gab ein Foulspiel an mir, wo mich der Gegner am Arm festhält und mitzerrt. Der Schiri pfeift jedoch nicht und aus der Emotion heraus habe ich etwas lauter vor mich hin gesagt: 'Das ist so schlecht'. Daraufhin hat der Schiedsrichter-Assistent den Schiri zu sich gerufen und zur Verwunderung aller – auch der Spieler von Altengamme – zieht der dann die Rote Karte.“ Hieß zu diesem Zeitpunkt nichts anderes als: Die Mannschaft von SCC-Trainer Ralph Kainzberger musste die restliche Spielzeit in Unterzahl zuende bringen. Keine guten Vorzeichen...  

Facklam: „Kayahans Schlenzer ins lange Eck war der finale Stoß“

Condors Dennis Facklam versteht nach 25 Minuten die Welt nicht mehr, als ihm Schiri Ben Henry Uhrig die Rote Karte zeigt. Foto: Bode

Doch die Anzahl der Spieler auf dem Feld sollte sich später wieder angleichen, weil auf Seiten des SVA Dominik Scheu nach 58 Minuten im Anschluss an eine Notbremse ebenfalls „Rot“ sah. „Nach dem Platzverweis gegen mich haben wir definitiv gut verteidigt und Altengamme ist wenig eingefallen. Sandro Schraub hat vor der Halbzeit eine riesige Chance für die vergeben“, ließ Facklam das Spiel Revue passieren, das dann in numerischer Gleichzahl den nächsten Treffer erleben sollte – wieder für Condor. Ramen Nurzai traf nach 65 Minuten zum 2:0 für die Gäste. „Die zweite Hälfte war ebenfalls ausgeglichen. Ramen nutzt dann den Abpraller und schiebt ein, nachdem der Torwart vorher einen Schuss abgewehrt hatte“, so Facklam. Der Rotsünder durfte sich sogar noch über einen weiteren Torerfolg seiner Teamkollegen auf dem Platz freuen: Kayahan Dermirtag erzielte in der Nachspielzeit das 3:0 für die Kainzberger-Kicker. „Der Schlenzer in den langen Winkel war der finale Stoß. Alles in allem ist das ein verdienter Sieg für uns. Altengamme hat sich schwer getan und vielleicht einen gebrauchten Tag erwischt“, bilanzierte Facklam.

Krey: „Das war teilweise nicht einnal landesligatauglich, so einen Auftritt akzeptiere ich nicht“

SVA-Trainer Jan Krey war nach dem Spiel mächtig sauer und fand klare Worte. Foto: Bode

Was beim Condor-Kicker nett klang, fasste Jan Krey derweil umso deutlicher zusammen. „Der Sieg für Condor ist auch in der Höhe verdient. Das war gar nichts von uns“, begann Altengammes Trainer noch verhalten mit seiner Spielanalyse, wählte dann aber klare Worte: „Einstellung, Laufbereitschaft, Wille – all das muss ich meiner Mannschaft zum ersten Mal absprechen. Ich bin wirklich enttäuscht. Das können wir deutlich besser und das müssen wir auch deutlich besser machen, weil man so gegen niemanden gewinnt. Das war teilweise noch nicht einmal landesligatauglich.“ Alles das, „was wir uns vorgemommen haben, hat gefehlt. Jeder hat gemacht, was er wollte – und das auch noch schlecht. Auf diesem Niveau gewinnst du kein Fußballspiel. Das ist nicht unser Anspruch. Jetzt heißt es weiterarbeiten. Und wir werden in der nächsten Woche eine Menge arbeiten. Das wird ungemütlich. Es wird knallen. Ich bin maßlos enttäuscht. So einen Auftritt akzeptiere ich nicht“, sparte Krey nicht mit Kritik an seinen Kickern. 


Jan Knötzsch   

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