BZ Nord

„Der Nimbus ist dahin!“ - Alsterbrüder „zerrupfen“ Falke-Heimserie

HFC kassiert erste Heimpleite seit über anderthalb Jahren - Hellmann spricht von Krise

09. November 2019, 19:15 Uhr

Der FC Alsterbrüder hat den Heim-Nimbus des HFC Falke beendet und die „Hellmänner“ noch tiefer in die Krise geschossen. Archivfoto: Olaf Both

Über anderthalb Jahre ist es her, dass der HFC Falke in einem Ligaspiel vor heimischer Kulisse als Verlierer das Spielfeld verließ. Genauer gesagt: Am 28. April 2018 unterlagen die „Hellmänner“ der Drittvertretung des Niendorfer TSV mit 0:2. Nun „ist dieser Nimbus dahin“, wie auch Chefcoach Dirk Hellmann ernüchternd feststellen musste, nachdem der FC Alsterbrüder die Heimserie der Falken am Samstagnachmittag „zerrupft“ haben. „Am Ende hochverdient“, wie „Helle“ gestand.

Sein Team habe in der ersten Halbzeit zwar „mehr fürs Spiel gemacht“, so Hellmann, „aber irgendwie vergessen, aufs Tor zu schießen“. Und so musste er nach 45 Minuten die Erkenntnis ziehen: „Es hat die Mannschaft geführt, die es geschafft hat, einen Ball aufs Tor zu bringen. Das war aus meiner Sicht der Unterschied in Hälfte eins.“ Nach einem Einwurf von der rechten Seite waren die Hausherren ein wenig ungeordnet, der Ball wurde schließlich in den Rückraum abgelegt, wo Maximilian Susemihl lauerte und die Kugel aus 18 Metern technisch fein ins linke untere Eck platzierte. HFC-Keeper Marco Wendt machte noch einen Zwischenschritt, bekam aber keinen richtigen Griff mehr hinter den Ball - 0:1! Die Gäste agierten in der Folge sehr lautstark -sowohl auf als auch abseits des Platzes. „Das hat gezeigt, wie sehr sie es wollten“, befand Hellmann, der in Minute 35 den Torschrei bereits auf den Lippen hatte, als das Leder über Marco Rohde und Benjamin Baarz, der den Ball nicht voll traf, noch irgendwie zum reingrätschenden Timo Reimer kam. Doch der Pfosten stand einem Torerfolg im Weg.

„Die zweite Halbzeit geht zu 100 Prozent und in jeglicher Hinsicht an die Alsterbrüder“

Nach Wiederanpfiff dominierte der FCA das Geschehen. So sehr, dass Hellmann konstatierte: „Von der 50. bis zur 65. Minute hatten wir keinen wirklichen Zugriff mehr.“ Und weiter: „Die zweite Halbzeit geht zu 100 Prozent und in jeglicher Hinsicht an die Alsterbrüder! Sie waren weiter aggressiv, haben Zweikämpfer bestritten, waren heiß und sind aufs zweite Tor gegangen.“ Das schließlich auch nach einer guten Stunde fallen sollte, als Philip Albers den überaus präsenten und stets Gefahr ausstrahlenden Stephan Wulf in Szene setzte - und dieser erst Dennis Grienig düpierte, in den Strafraum zog, zwei Haken schlug und dann herrlich ins lange Eck vollendete! In der Folge kamen die Mannen von Cheftrainer Gunnar Hitscher zu diversen Konterchancen, verpassten es aber, mit dem dritten Treffer endgültig für klare Verhältnisse zu sorgen. So auch Wulf, der eine Viertelstunde vor Ultimo etwas zu überhastet abschloss. Bezeichnend für den Auftritt der Falken: In der Schlussminute verpassten zwei Mann einen Querpass von Henrik Petersen, ehe ein Abwehrbein der Alsterbrüder die Kugel genau in die Arme von Keeper Moritz Kühn spitzelte.

„Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“

„Heute hat formstark gegen formschwach, und das sind wir de facto, gewonnen“, bilanzierte Hellmann. „Das ist absolut eine Krise!“, nahm er kein Blatt vor den Mund. „Wir haben es nicht geschafft, den Hebel umzulegen, wieder als Mannschaft zu agieren und genügend Gemeinsamkeiten im eigenen Spiel zu finden. Am Ende haben wir verdient verloren.“ Sein Gegenüber gab derweil zu Protokoll: „Wir haben unser Spiel an die Verhältnisse angepasst. Das haben die Jungs trotz der zwei frühen verletzungsbedingten Wechsel über die gesamte Spielzeit sehr gut gemacht. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, so Hitscher, der sich nun auch „endlich über einen Sieg gegen ein Team von oben“ freuen konnte. Genauso wie über den 30. Geburtstag seines Kapitäns Max Janda. „Die Party wird gut!“

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