Landesliga Hansa

Wadhwa denn da los, Kosova? RSC bleibt „wild“ und holt den dritten „Dreier“ in Serie

Rahlstedt dreht gegen den „Klub“ einen frühen 0:2-Rückstand und siegt

09. November 2019, 00:01 Uhr

Rahlstedt-Coach MOhet Wadhwa trieb seine Jungs in der Pause mit den richtigen Worten noch weiter nach vorne. Foto: timelash.de

Es schien so, als ob an diesem Abend für den Rahlstedter SC im Heimspiel gegen den Klub Kosova nicht viel zusammen passen würde. Erst musste Mohet Wadhwa den verletzten Matteo Evers kurzfristig durch Jannes Brose ersetzen, dann „ist ausgerechnet er mit eineinhalb Fehlern an den Gegentoren beteiligt“, wie der RSC-Coach beschied – und so lag der Gastgeber an der Scharbeutzer Straße eben nach zwei Treffern von Mou-Inzou Bachir mit 0:2 im Hintertreffen. Ganze 24 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt und es sah nach zwei Siegen in Folge so aus, als ob Rahlstedt eine Niederlage einstecken würde. Doch da hatte Kosova die Rechnung ohne die „Wadhwa-Wichtel“ gemacht. Die nämlich ließen sich von diesem Rücksrand irgendwie so gar nicht beeinflussen. Ganz im Gegenteil. 

Doch der Reihe nach: „Am Anfang war das Spiel ausgeglichen. Wir haben immer wieder versucht, das Zentrum zuzumachen und zu zu halten. Wir haben dem Gegner die Halbräume zum Fußballspielen nicht mehr gegeben“, fasste Wadhwa die Anfangsphase aus seiner Sicht zusammen. Zumindest zahlentechnisch glückte das Unterfangen mit dem 0:2-Rückstand nicht. Aber: Jannes Brose sollte nach seinen Fehlern auch auf der anderen Seite noch einen Auftritt haben – und den in recht gewinnbringender Manier. Er brachte seine Farben noch vor der Pause auf 1:2 heran. Als er „mit seinen 18 Jahren einfach mal ganz kaltschnäuzig bei einem Ball, der eigentlich schon abgewehrt ist, nachstochert“, wie es sein Coach zusammenfasste. Und der sollte vorm Halbzeitpfiff mit seiner Equipe noch ein weiteres Mal jubeln dürfen. Joel Osei Szillat nahm nach einer Balleroberung im Zentrum aus 18 Metern halblinks mit seinem rechten Fuß einfach mal Maß. Drin – 2:2. Die „Rahlstedt-Racker“ waren auf einmal wieder zurück im Spiel.

Kosovas Sarwari enttäuscht: „Im Moment läuft es bei uns einfach nicht“

Hatten einiges zu besprechen: Kosovas Trainer Daniel Sager und sein Stürmer Wasim Sarwari. Foto: Bode

„In der Pause habe ich meiner Mansnchaft gesagt, dass wir wild bleiben müssen. Kosova war unzufrieden – das haben wir uns zunutze gemacht und in der zweiten Hälfte relativ gut gespielt“, sagte Wadhwa nach der Partie, in der Steve Theis dann „zu 80 Prozent“ (O-Ton Wadhwa) am zweiten Treffer von Szillat beteiligt war, als er einen Pass, der in die Schnittstelle kam, gekonnt durchließ, Szillat Tempo aufnahm und das Leder einschob. „Das 4:2 entsteht wieder durch eine Pressingsituation, wo wir im Mittelfeld den Ball erobern und der dann über Gerrit Betzin und Florian Rust zu Alexandros Vamvakidis kommt“, freute sich der RSC-Coach in seiner Analyse, dass sein Team tatsächlich „wild“ auf den „Dreier“ blieb. Auf dem Weg dahin lehgte Rahlstedt sogar nach, als Lukas Baake nach einem Handspiel im Strafraum der Gäste vom Punkt aus zum 5:2-Endstand erfolgreich war.

„Ich bin nach unserem dritten Sieg in Folge einfach nur froh, dass wir uns Stück für Stück weiter aus der Region entfernen, wo wir gar nicht hinwollen. Wenn wir jetzt noch sechs Punkte aus vier Spielen holen, haben wir mit unten erstmal nichts mehr zu tun. Dann können wir eine gute, entspannte Wintervorbereitung ohne Druck absolvieren und Spieler weiterentwickeln. Die Mannschaft entwickelt sich momentan brutal. Die jungen Spieler kommen immer besser rein und die erfahrenen arbeiten super mit.“ Auf der Gegenseite war es um die Stimmungslage freilich nicht mal ansatzweise so gut gestellt – verständlich, wenn man ein 2:0 aus der Hand gibt. Und so benötigte Kosovas Offensivkraft Wasim Sarwari merklich niedergeschlagen nur einen Satz, um die Situation auf den Punkt zu bringen: „Das ist sehr bitter. Im Moment läuft es bei uns einfach nicht.“ Dem ist – mit Blick auf den Spielverlauf – nichts mehr hinzuzufügen...

Jan Knötzsch

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