19.10.2019

Erst engagierter RSC, dann kommt „Sunti“ – und Lohbrügge „spielt's geil aus“

VfL darf sich nach 7:1-Sieg in Rahlstedt Herbstmeister nennen

Treffsicheres VfL-Duo: Pascal Bäker (re.) erzielte das 1:0 für Lohbrügge, Danijel Suntic legte in er zweiten Hälfte nach. Foto: Bode

Als alles vorbei war und Referee Jonathan Spindler (TSV Glinde) die Auswärtspartie des VfL Lohbrügge beim Rahlstedter SC abgepfiffen hatte, musste Elvis Nikolic erst einmal nachrechnen. „Ich glaube, wir sind jetzt Herbstmeister“, sinnierte der eine der beiden Lohbrügger Coaches kurz und knackig – und hatte recht: Verfolger ASV Hamburg liegt zehn Punkte hinter dem VfL, der mit dem zwölften Sieg in Serie sein Habenkonto auf 36 Zähler ausbaute. Drei Spiele hat der ASV noch, bis die erste Hälfte der Saison rum ist, damit sind noch neun Punkte für den Aufsteiger möglich. Kurzum: Am VfL, der mit dem Dutzend an Siegen „den Vereinsrekord weiter ausbaut“ (O-Ton Nikolic), kommt der ASV (vorerst) nicht vorbei.

Dabei hatte der VfL am Freitagabend an der Scharbeutzer Straße lange „gezittert und gebibbert“, wie es Mohet Wadhwa zusammenfasste – und das nicht etwa wegen der Kälte. Nein, nachdem der „Liga-Leader“ zunächst in Führung gegangen war, glich Rahlstedt vorm Seitenwechsel zum 1:1 aus. „Wir haben eigentlich die besseren Chancen. Zwar hatte auch der VfL seine Möglichkeiten, aber wir hatten viele Gelegenheiten“, lautete die Bilanz des Rahlstetder Trainers für die erste Halbzeit. In der Pause aber hatten Elvis Nikolic und Sven Schneppel auf Lohbrügger Seite dann genau den richtigen Einfall: Für Jonas Holz schickten sie in den zweiten 45 Minuten Danijel Suntic auf den Kunstrasen – und das sollte sich auszahlen.

Wadhwa: „Wenn es 1:3 ausgeht, ist das okay – aber ein 1:7 gibt das Spiel niemals her“

NAch dem Seitenwechsel auf verlorenem Posten mit seinem Team: RSC-Coach Mohet Wadhwa. Foto: Herzog

Binnen kürzester Zeit netzte „Sunti“ zwei Mal selbst ein und bereitete einen Treffer vor. „Dann steht's halt 1:4“, musste Wadhwa nüchtern (an)erkennen. „Wir sind gereift und in der Halbzeit ruhig geblieben, Suntic hat dann eine überragende zweite Hälfte gespielt“, konstatierte Nikolic, der zuvor festgestellt hatte: „Wir hatten auch in der ersten Hälfte unsere Chancen, aber da fehlte es noch an der Feinjustierung. Nachdem wir geführt haben, haben wir den Ausgleich geschluckt – aber das war okay. Rahlstedt hat extrem engagiert gespielt und sich in jeden Ball reingeworfen. Das war gut. Nach dem 3:1 oder spätestens nach dem 4:1 sind sie dann aber in sich zusammengebrochen. Dann haben wir tolle Tore gemacht und es echt geil ausgespielt. Wir müssen so weitermachen, damit wir unser Ziel, in die Oberliga aufzusteigen, erreichen.“

Dass das Fazit von „Mo“ Wadhwa nicht ganz so rosig ausfiel, versteht sich von selbst. „Es war wie in der vergangenen Woche bei der Niederlage gegen Altenwerder: Wir rennen nach dem Rückstand wieder an. Auch in der zweiten Hälfte haben wir durch Gerrit Betzin noch drei 100-prozentige Chancen. Am Ende des Tages heißt es dann 1:7 – da war die Kraft weg. Wir haben uns wirklich viel aufgerieben. In den letzten 15 Minuten hat man den Kräfteverschleiß gespürt, weil wir viel Aufwand betrieben haben. Gegen Lohbrügge kann man verlieren. Die haben einfach unheimlich viel Qualität in der Mannschaft. Wir müssen uns weiter verbessern. So ein 1:7 tut am Ende natürlich weh. Wenn es 1:3 ausgeht, dann ist das völlig okay, aber ein 1:7 gibt das Spiel niemals her“, resümierte der Rahlstedter Übungsleiter.

Jan Knötzsch 

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