08.10.2019

„Wir stehen voll hinter Matthias – egal, was in den nächsten Spielen passiert“

SVCN-Manager Oliver Schubert spricht über die aktuelle Saison und Gerüchte um den Trainer

Bezieht ganz klar Stellung "pro Matthias Wulff": SVCN-Manager Oliver Schubert. Foto: Bode

Nein, schön ist sie sicher nicht – die Situation, die der SV Curslack-Neuengamme in der Oberliga derzeit durchlebt. Das sagt auch Oliver Schubert. „Es ist nicht angenehm“, erklärt der SVCN-Manager und bezieht die Aussage nicht nur auf sich, sondern auch aufs Team und vor allem auf Coach Matthias Wulff. „Für ihn ist es erst recht nicht einfach“, so Schubert. Unter anderem auch, weil nach der 1:3-Niederlage gegen Paloma publik wurde, dass es unter der Woche ein „ergebnisoffenes Gespräch“ zwischen dem Trainerteam, Schubert und Präsident Hartmut Helmke gegeben hat und daraus eine „Punkte-Anforderung“ entstanden sein soll. Das gute alte Ultimatum quasi, das man im Fußball branchenüblich gerade nicht erfolgreichen Trainern mit auf den Weg gibt.

„Da wurde etwas falsch interpretiert“, verrät Schubert. „natürlich haben wir am vergangenen Donnerstag aufgrund der Niederlage im Pokal (gegen den Meiendorfer SV, Anm. d. Red.) einen Austausch mit den Trainern gehabt. Aber das machen wir öfter. Wir sind ganz offen in dieses Gespräch hereingegangen und nicht nach dem Motto: 'Ihr müsst jetzt das und das machen, sonst fliegt ihr raus'. Genau das ist der Knackpunkt: In dem Gespräch haben wir alle gegenseitig gewisse Vorstellungen geäußert, aber da liegen wir alle auf einer gleichen Wellenlänge.“ Und dass bei „fünf Spielen, die wir im Oktober haben, die Äußerung fällt, dass wir möglichst viele Punkte holen wollen, ist auch normal. Das will jeder. Jede Mannschaft hat das Ziel, ihre Spiele zu gewinnen,. Bei uns ist die Lage natürlich etwas prekärer, weil wir so wenig Punkte haben“, sagt Schubert und verdeutlicht: „Wir haben auch noch ein Nachholspiel gegen Hamm in der Hinterhand.“

„Was sollen wir denn machen? Am Trainer hat es gegen Paloma nicht gelegen“

Der Coach (re., hier mit Gökhan Iscan) steht zusammen mit seinem Trainerteam am Gramkowweg nicht zur Disposition. Foto: Bode

Also wackelt Wulffs Stuhl so rein gar nicht? „Was sollen wir denn machen“, entgegnet Schubert und präzisiert: „Am Trainer hat es gegen Paloma nicht gelegen. Er kann auch nichts dafür, dass Gianluca Babuschkin die Rote Karte sieht und es danach blöd für uns läuft. Bis dahin war es ein gutes und engagiertes Spiel von uns. Du führst 1:0 und musst das 2:0 machen.“ Und auch, dass der SVCN derzeit nicht so punktet, wie er kann, soll und will, ist für den Manager der „Deichkicker“ kein Grund, um vorschnell in Panik zu fallen und den Stock übers Knie zu brechen. „Wir haben in den letzten vier Jahren immer wieder eine Phase, in der wir scheiße spielen und verlieren. Das ist immer so gewesen, nur diesmal ist der Zeitpunkt relativ früh“, stellt Schubert fest. Und die Gründe dafür? Nun, geht es nach „Schu“, dann genügt der Blick auf den Kader: „Schon vor dem Spiel gegen Paloma hat sich die Mannschaft wegen verletzter und fehlender Spieler von allein aufgestellt. Durch die Rote Karte wird es jetzt alles noch schlimmer. Wir müssen einfach enger zusammenrücken.“


Und darauf hoffen, dass zuletzt angeschlagene Spieler wie Marvin Schalitz oder Julian Künkel schnell wieder fit und einsatzfähig sind: „Das sind Typen, die man in schweren Zeiten braucht“, sagt Schubert, weiß aber auch, dass auf der anderen Seite nach dem vergangenen Wochenende nun ein Spieler wie Witalij Wilhelm angeschlagen ist. Es könnte also auch am Sonntag bei Cordi so sein, „dass sich die Mannschaft wieder von allein aufstellt.“ Angesichts dessen, so Schubert, sei es „fast schon egal, wer da draußen an der Seitenlinie steht. Kein anderer könnte es besser machen als Matthias, ihm sind einfach die Hände gebunden, wenn du trotz eines 25-Mann-Kaders nur so wenige Spieler hast, die du einsetzen kannst.“ Das Team übrigens habe „das eindeutige Signal bekommen, dass wir zu 100 Prozent hinter Matthias stehen und ihm Zeit geben. Er macht mit dem Trainerteam sehr akribische Arbeit. Und wir sind in Curslack auch nicht dafür bekannt, dass wir den Trainer schnell in Frage stellen. Beiden Rückschlägen, die wir bekommen, wird der Tiefpunkt irgendwann auch vorüber sein.“

„Uns darf man nicht unterschätzen, aber wir dürfen uns auch nicht überschätzen“

Manager Schubert hofft auf die schnelle Rückkehr des zuletzt verletzten Marvin Schalitz (Mi.). Foto: Bode

„Wir haben nicht mit dem Gedanken gespielt, uns zu trennen. Wir stehen voll hinter Matthias – egal, was in den nächsten Spielen passiert. Ich bin ganz sicher, dass er der Richtige ist. Es ist nicht so, dass er die Mannschaft nicht mehr erreicht. Natürlich ist die Situation nicht toll: Du hast den besten Stürmer der Liga, der 13 Tore schießt, aber dafür kriegen wir 25 Gegentreffer in zehn Spielen. Das ärgert einen ungemein. Auch die Art, wie wir die Gegentore bekommen. Das ist eine Verkettung unglücklicher Umstände, die bei anderen Mannschaften zum Abstieg führt, bei uns wird sie nicht dazu führen, davon bin ich überzeugt“, sagt Schubert und gibt als Ziel aus: „Wir müssen gemeinsam wachsen und dürfen nicht an uns zweifeln. Wir werden da rauskommen. Wenn du zwei, drei Mal wieder gewinnst, dann sieht die Welt schon wieder anders aus.“ Was den SVCN-Manager so optimistisch stimmt? Nun, es ist die Erinnerung an die vergangene Saison: „Letzte Saison haben wir gegen Niendorf zuhause 0:5 auf die Fresse bekommen und hatten vorher auch schon ein paar Spiele verloren. Dann haben wir bei Vicky, wo vorher keiner einen Pfifferling auf uns gesetzt hat, 2:1 gewonnen. Uns darf man nicht unterschätzen, aber wir dürfen uns auch nicht überschätzen“, so Schubert abschließend.


Jan Knötzsch

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