06.10.2019

Nach zwölf Sekunden: 18-jähriger Youngster mit Rekord-Tor

Vicky II nimmt Poppenbüttel auseinander - Jungspund glänzt mit Hattrick

Kaim Mateusz (li.) könnte eigentlich noch in der A-Jugend spielen, glänzt aber schon bei den „Großen“. Archivfoto: Olaf Both

Es war bezeichnend für den Auftritt des SC Poppenbüttel in den ersten 45 Minuten (alle Highlights und Szenen im LIVE-Ticker) – und dennoch rekordverdächtig: Anstoß, Ballverlust, Steilpass, Tor! Handgestoppte zwölf Sekunden waren vorüber, als Jan Haerting die Kugel erstmals aus seinem Kasten holen musste – und das, obwohl seine Elf die Partie zuvor mit dem Anstoß eröffnete. Doch Vicky II presste sofort, eroberte das Leder, ehe der starke Melih Berber den „Man of the Match“, Kaim Mateusz, auf die Reise schickte. Der Youngster behielt die Nerven und überwand Haerting zur Blitz-Führung (1.)!

„Nein“, musste Kaim Mateusz gar nicht lange überlegen, als die Frage aufkam, ob er schon mal ein so schnelles Tor erzielt habe. Der gerade einmal 18-jährige Jungspund war aber nicht nur aufgrund seines „Rekord-Tores“ ein gefragte Gesprächspartner. Denn Mateusz legte im weiteren Verlauf noch das 2:0 – erneut nach kongenialer Berber-Vorarbeit (28.) – und das abschließende 4:1 – diesmal nach herrlichem Außenristpass von Braima Jamanca (89.) – nach. „Er ist ein super fleißiger Junge, der sehr Trainings-ehrgeizig ist und immer mehr machen will, als alle anderen“, lobte Trainer David Eybächer den Polen, der „lange auf seine Chance warten musste, weil er teilweise noch ein bisschen wild in seiner Spielart ist. Aber wenn man sich steigert und es so zurückzahlt, hat er sich das auch verdient, zu spielen“, so Eybächer, dessen Mannen die Poppenbütteler vor allem im ersten Durchgang förmlich an die Wand spielten. Phasenweise wirkte es haarsträubend und vogelwild, was die Gäste aufs Parkett brachten. „Das kann ich nur unterstreichen“, gestand auch SCP-Coach Yorck Männich. „Wir haben den Anfang natürlich völlig verschlafen. Das Gegentor hat bei uns richtig eingeschlagen. Danach waren wir wie in einer Schockstarre und sind nur ganz schwer reingekommen. Beim Gegner lief alles ein bisschen fixer. Die waren ballsicher, schneller, gewandter – damit hatten wir Probleme.“

Mateusz netzt dreifach, Berber mit „Assist-Hattrick“

Während Mateusz dreimal traf, trumpfte Melih Berber als dreifacher Vorlagengeber auf. Archivfoto: Olaf Both

Mit dem 0:2 war der Tabellenfünfte allerbestens bedient und konnte sich einzig bei Keeper Jan Haerting bedanken, dass man nicht komplett aussichtslos zurücklag. Für den zweiten Abschnitt habe man sich „viel vorgenommen, ein bisschen höher gepresst, viel investiert, aber leider das Tor nicht gemacht“, so Männich. Die Chancen dazu waren da – doch Torben Lindholm (48.) und Malte Findeisen (62.) vergaben kläglich. Stattdessen veredelte Philipp Wolpers den „Assist-Hattrick“ von Berber mit dem 3:0 (64.). „Danach wurde es natürlich ganz schwer“, wusste Männich, der dennoch den Ehrentreffer durch Daniel Müggenburg, der aus 16 Metern per Direktabnahme traf (72.), bejubeln durfte. Wirklich eng wurde es aber nicht mehr. Denn Vicky II ließ etliche weitere Chancen ungenutzt und scheiterte immer wieder an Haerting, bis Mateusz mit seinem dritten Streich für den Endstand sorgte und daraufhin seinen verdienten Abgang bekam.

„Haben das Spiel von der ersten Minute dominiert“

„Letztendlich haben wir verdient verloren“, musste Männich anerkennen. Während sich sein Gegenüber darüber freute, dass seine Mannschaft „genau das, was wir trainiert haben und umgesetzt haben wollten, nämlich das Pressing auf diesem riesigen Platz zu verbessern, auch umgesetzt hat“. Eybächers Fazit: „Bis auf die kurze Phase direkt nach der Halbzeit kann man absolut zufrieden sein. Wir haben das Spiel von der ersten Minute an bis zur Halbzeit dominiert. Auch nach der 60. Minute lief’s dann wieder gut“, obwohl unter anderem Top-Torjäger Daniel Tramm berufsbedingt nicht zur Verfügung stand. „Wir haben es offensiv und defensiv richtig gut gemacht, sodass die Stärken von Poppenbüttel gar nicht zum Tragen kamen.“ Zudem hat die Equipe von der Hoheluft die Tabellenführung in der Bezirksliga Nord verteidigt – nicht zuletzt auch dank Kaim Mateusz.

Autor: Dennis Kormanjos

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