06.10.2019

ASV hat „den Motor wieder angeschmissen und ist Condor „in allen Belangen überlegen“

Aufsteiger setzt Ausrufezeichen und will Lohbrügge „nicht kampflos wegziehen lassen“

Erzielte nach starkem Solo von der Mittellinie das wichtige 1:0 für den ASV Hamburg: Abdul-Nafe Farahi. Foto: Bode

„Stark, Männer, stark!“, machte Ghazi Mustapha aus seiner Glückseligkeit nach Ertönen des Schlusspfiffs keinen Hehl. Der Trainer des ASV Hamburg freute sich über den 3:0-Erfolg im Verfolgerduell gegen den SC Condor (alle Highlights im LIVE-Ticker) – und das, obwohl sein Team durch eine defekte Flutlichtanlage an der Snitgerreihe seit gut zwei Monaten kaum mehr trainieren kann. „Im ersten Monat konnten wir noch eine Dreiviertelstunde trainieren, im letzten Monat nur noch eine halbe Stunde. Das soll keine Ausrede dafür sein, dass wir ein kleines Tief hatten. Aber es hat natürlich mit reingespielt“, so Mustapha.

Condor-Coach Ralph Kainzberger musste kurz grübeln, nachdem er zu seinem Fazit befragt wurde. „Das ist schwer“, entgegnete er – und ließ dann deutliche Worte folgen: „Wir konnten mit der spielerischen Klasse nicht mithalten!“ Und weiter: „Wir konnten es weder verteidigen noch offensiv Akzente setzen. Wir hatten vielleicht zwei, drei gute Angriffe. Spielerisch, läuferisch, kämpferisch – sie waren uns in allen Belangen überlegen!“ Lediglich zwei ernstzunehmende Abschlüsse durch „Kiko“ Ebongo (49.), der später verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, und Dennis Facklam (59.) hatten die „Raubvögel“ zu verzeichnen. Mehr nicht. Es fehlte an der Durchschlagskraft – und das sicher nicht nur aufgrund des Fehlens von Hamid Zazai und Terje Scheffel. „Ich dachte, wir kriegen es kompensiert und sind nach den zwei Zu-Null-Siegen auf einem besseren Weg, uns zu stabilisieren“, hoffte Kainzberger vergeblich – und kritisierte „das Defensivverhalten jedes einzelnen Spielers“.

Atug krönt ASV-Auftritt mit Hackentor

Serhat Cayir sorgte vom Punkt für die Vorentscheidung. Foto: Bode

Vor dem 0:1 aus SCC-Sicht köpfte Stanley Owusu den Ball ins Zentrum. Im direkten Gegenzug veredelte Abdul-Nafe Farahi einen Steilpass von Argetim Kaba nach starker Ballan- und mitnahme, glänzendem Solo von der Mittellinie und eiskaltem Abschluss (54.). Äußerst plump stellte sich Darwin Streubier, der im weiteren Verlauf aufgrund eines wiederholten Foulspiels noch die Ampelkarte sah und vom Platz flog (67.), vor dem zweiten Gegentor an. Der Außenverteidiger trat Rathwan Al Radi im eigenen Sechzehner in die Hacken. Beim fälligen Strafstoß von Serhat Cayir passte kaum ein Blatt Papier mehr zwischen Tornetz und Latte (63.). Den Schlusspunkt setzte der gerade erst eingewechselte Bedran Atug – nach einem Freistoß von Lamin Jawla – per Hacke (87.)!

Condor kein Spitzenteam? „Das predigen wir seit Wochen“

„In der ersten Halbzeit wollten wir etwas mehr Druck machen. Wir haben zwar gut angefangen, aber nach 20 Minuten aufgehört, Fußball zu spielen“, befand Mustapha – allerdings: „In der zweiten Halbzeit haben die Jungs das umgesetzt, was wir eigentlich von der ersten Minute an spielen wollten. Und man sieht es ja auch: Wenn wir den Gegner unter Druck setzen, dann sind die Jungs richtig stark.“ So stark, dass der ASV als Tabellenzweiter weiter ärgster Lohbrügge-Verfolger bleibt. „Ich will nicht überheblich klingen. Aber ich denke, dass wir mit zu den guten Mannschaften in dieser Liga gehören“, gab sich Mustapha ganz bescheiden – und entgegnete dann auf die Frage, ob seine Mannen dem aktuellen Primus gefährlich werden können, mit einem verschmitzten Lächeln: „Wir nehmen den Kampf natürlich an und wollen Lohbrügge nicht kampflos wegziehen lassen. Die werden auch noch Punkte liegen lassen – genauso wie wir.“ Währenddessen scheint Condor noch kein Spitzenteam zu sein. Für Kainzberger „nichts Neues“, wie er erklärte. Im Gegenteil. „Das predigen wir seit Wochen.“ Dafür hat der ASV Hamburg nach der kleinen Durststrecke aufgrund der schwierigen Trainingsbedingungen „so langsam wieder den Motor angeschmissen“, so Mustapha. „Die Truppe ist wieder heiß und hat richtig Bock!“

Autor: Dennis Kormanjos

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