03.10.2019

„Dasse“ ohne Dynamik, aber mit „Mölli“: Ein „Elfer“ entscheidet und lässt Schulz schimpfen

Tabellenführer TuS siegt dank eines verwandelten Strafstoßes gegen Schlusslicht Bramfeld

"Gut gemacht, Junge": Sven Möller (li.) beglückte Coach Jean-Pierre Richter und die TuS mit dem Siegtreffer. Foto: Bode

Es kann halt nicht immer klappen. Durch zwei gehaltene „Penaltys“ im LOTTO-Pokalspiel gegen Nord-Regionalligist Eintracht Norderstedt erwarb sich Victor Medaiyese als Keeper des Bramfelder SV zuletzt den Ruf als „Elfmeter-Töter.“ Kein Wunder also, dass die Gäste im Spiel bei der TuS Dassendorf ihre Hoffnungen in ihren Schlussmann setzten, als Schiri Björn Lassen (Barsbütteler SV) nach 71 Minuten im Anschluss an einen Zweikampf, bei dem der Unparteiische ein Foulspiel sah, auf den ominösen Punkt zeigte. Vor 187 Zuschauern am Wendelweg lautete das Duell nun Sven Möller gegen Medaiyese – und „Mölli“ machte es: Dassendorfs Nummer sieben verwandelte aus elf Metern zum 1:0-Siegtreffer für seine Farben. 

Was vor dem für Bramfeld verhängnisvollen Pfiff pasiert war? Nun, erst war Möller zu Fall gekommen. Die Szene lief weiter, weil Referee Lassen nicht reagierte. Dann sank Len Aike Strömer zu Boden. Sowohl Möller als auch Strömer lagen außerhalb der „Box“, aber der Spielleiter gab Elfmeter. „Ich glaube schon, dass es einen Kontakt bei Strömer im Strafraum gab“, schilderte Dassendorfs Coach Jean-Pierre Richter seine Sicht der Dinge, während Mirko Schulz, der eine der beiden Bramfelder Coaches, ins Schimpfen geriet. „Man muss sich wirklich fragen, was der Schiedsrichter da gesehen hat. Es ist uns unerklärlich, dass man sowas pfeifen kann. Wir fordern von den Spielern immer Leistung, weil sie sonst nicht ligatauglich sind. Das muss man sich auch mal an anderer Stelle fragen“, sagte er gegenüber „hafo.de“. Als Schulz' Ärger sich im Spielverlauf wieder etwas gelegt hatte, vergab Kilian Olerich in der Schlussminute noch das mögliche Remis, als er in TuS-Torsteher Christian Gruhne seinen Meister fand. „Dafür haben wir ihn“, frohlockte Richter mit Blick auf seinen „Goalie“.

Henning: „Eine Niederlage ist eine Niederlage – für Lob kann ich mir nichts kaufen“

Die Elf von BSV-Trainer Carsten Henning stellte den Tabellenführer vor einige Probleme. Foto: Bode

Damit hielt Gruhne den zehnten Sieg in Serie für die „Wendelwegler“ fest und brachte Schulz' Trainer-Mitstreiter Carsten Henning zu der Erkenntnis, dass eine „Niederlage eine Niederlage ist. Für Lob kann ich mir nichts kaufen.“ Aber, so Henning laut „hafo.de“: „Wir können auf unsere Leistung beim Tabellenführer stolz sein.“ Denn: „Wir haben Dassendorf vor einige Probleme gestellt. Gerade in unserem Umschaltspiel haben sich sehr gute Chancen für uns ergeben. Aber wie schon in den letzten Wochen, ist es uns leider verwehrt geblieben, diese konsequent zu nutzen. Der Sieg für Dassendorf ist nur durch glückliche Umstände zustande gekommen. Aber das war heute auch nicht unser Maßstab, wir müssen in den kommenden Spielen den Kopf aus der Schlinge ziehen und unsere Punkte holen“, stellte Henning fest. „Wir waren sehr lange im Spiel und mit ein bisschen mehr Glück schießen wir hier ein Auswärtstor. Wir haben durch Ballgewinne im Mittelfeld viele gute Nadelstiche setzen können, leider fehlt uns – Stand jetzt – noch die Cleverness, das in Tore umzumünzen“, ergänzte Schulz.

Richter: „Bramfeld war sehr gefährlich, wir haben uns lange Zeit aufgerieben“

TuS-Torhüter Christian Gruhne hielt kurz vorm Ende gegen Kilian Oelrich den Sieg der Gastgeber fest. Foto: Bode

„Man hat gemerkt, dass wir in den letzten Wochen viel abliefern mussten. Man geht in jedes Spiel mit dem Gefühl rein, dass man gejagt wird. Aber das ist auch ein schönes Gefühl“, sagte Jean-Pierre Richter gegenüber „hafo.de“. Seine Elf, so erklärte „JPR“ weiter, habe sich „gegen eine starke Einheit aus Bramfeld sehr schwergetan. Zwar hatten wir eine frühe Chance, um in Führung zu gehen, aber ansonsten gab es aus dem Spiel heraus nur wenig Dynamik. Heute war es dann halt eine Standardsituation, durch die wir das Spiel gewinnen konnten.“ Den Strafstoß müsse man „auch erstmal verwandeln, der Keeper hält ja sonst gefühlt jeden“, konstatierte Richter und fand am Ende noch lobende Worte für das Schlusslicht, mit dem sich seine Equipe abgemüht hatte: „Bramfeld war sehr gefährlich, wir haben uns lange Zeit aufgerieben. Aber dank unserer Qualität konnten wir wieder ein Heimspiel zu Null gewinnen und sind erfolgreich in den Oktober gestartet.“

Jan Knötzsch  

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