26.09.2019

„Ich fiebere immer noch mit Herz und Seele mit dem ASV – solange sie nicht gegen Rahlstedt spielen...“

Am Freitag kommt's zum Wiedersehen zwischen Mo Wadhwa und dem ASV um Mansoor Ahmadi

Wiedersehen macht Freude: Drei Jahre lang arbeiteten Mo Wadhwa als Trainer und Mansoor Ahmadi (re.) als Manager beim ASV Hamburg zusammen. Foto: Bode

Drei Jahre lang haben sie quasi „Hand in Hand gearbeitet“, wie Mohet Wadhwa sagt. Der Coach des Rahlstedter SC geht sogar noch einen Schritt weiter. „Die Familie Ahmadi hat mich wie ihren eigenen Bruder behandelt“, sagt Wadhwa über die „Macher“ beim ASV Hamburg. Im Sommer 2019 trennten sich die Wege bekanntlich. Wadhwa heuerte beim Rahlstedter SC an, nachdem er den ASV aus der Bezirks- in die Landesliga geführt hatte. Am morgigen Freitag nun stehen sich die beiden Mannschaften im Pflichspielbetrieb gegenüber. Wir haben sowohl mit RSC-Coach Wadhwa als auch ASV-Manager Mansoor Ahmadi über das Spiel, das große Wiedersehen und die Freundschaft zwischen den Protagonisten gesprochen.

„Das Spiel gegen Rahlstedt ist für uns genauso wichtig wie jedes andere Spiel auch“, ist Ahmadi zu Beginn noch bemüht, kein großes Thema aus dem Duell mit dem Aufstiegstrainer und „Kumpel“ zu machen. Doch schon im zweiten Satz lässt er diesen Versuch dann irgendwie fallen. „Da ist natürlich die Besonderheit, das es gegen unseren Ex-Coach geht. Dadurch, dass wir beziehungsweise ich privat noch ein sehr gutes Verhältnis mit Mo pflege und wir ständig in Kontakt sind, hat das Spiel nochmal einen höheren Stellenwert“, schreibt Ahmadi der Begegnung, die um 20 Uhr angepfiffen wird, dann doch eine andere Bedeutung zu. Auch, weil „wir uns selbst noch was schuldig sind“, ergänzt der Manager, dessen Elf zuletzt ein wenig aus dem Tritt kam, gegen den SC V/W Billstedt verlor und den zweiten Platz hinter Tabellenführer VfL Lohbgügge an den SC Condor abgeben musste.

Ahmadi: „Mo wird alles dafür tun, seinen Jungs gegen uns die richtige Einstellung mitzugeben“

Ahmadi mit Wadhwas Nachfolger Ghazi Mustapha (li.). Foto: Bode

„Ich weiß natürlich auch, wie wichtig das Spiel für Mo ist. Deshalb wird es umso schwieriger“, konstatiert Ahmadi mit dem Blick auf die momentane Platzierung des RSC. Der Gastgeber des Aufeinandertreffens steht aktuell auf dem 13. Rang im unteren Drittel der Tabelle. „Es ist ein ganz normales Punktspiel mit besonderem Charakter“, betont der Manager der Kicker von der Snitgerreihe noch einmal und wendet sich dem Gegner zu, indem er erklärt: „Wir lassen uns von Rahlstedts Tabellenplatz nicht täuschen. Mo leistet dort gute Arbeit, hat es mit vielen noch unerfahrenen Spielern derzeit aber nicht so einfach“, befindet Ahmadi, der natürlich um die Qualitäten des Jetzt-Rahlstedters und Ex-ASVers weiß: „Mo wird alles dafür tun, seine Jungs gegen uns die richtige Einstellung mitzugeben. Ich denke, das wird ein sehr intensives Spiel“, ist sich Ahmadi sicher, dass der RSC die Punkte nicht kampflos hergeben, sondern es durchaus ein harter Kampf um den „Dreier“ oder aber einen Teilerfolg werden könnte. Nichtsdestotrotz: „Ich freue mich auf jeden Fall schon auf das Spiel“, erklärt der ASV-Manager.

Mo Wadhwa blickt derweil „mit gemischten Gefühlen“ auf das Match, wie er uns verrät. „Ich freue mich, die Jungs auf dem Spielfeld wiederzusehen. Es ist dann, wenn das Spiel losgeht, für mich eine besondere Situation, gegen den ASV spielen zu müssen, nachdem man gefühlt drei Jahre lang der 'Mister ASV' war, alles gemacht hat und den Verein nicht nur ein Stück weit, sondern erheblich nach vorne gebracht hat in der Zusammenarbeit mit der Familie Ahamdi.“ Der Kontakt an die Snitgerreihe, so der RSC-Übungsleiter „ist nicht abgerissen. Ich besuche jedes ASV-Spiel, sofern es meine Zeit zulässt. Und ich bin mit den Ahamdi-Brüdern privat relativ viel unterwegs. Ich glaube, das wird ein schönes Ding für alle. Wobei ich den ASV natürlich als klaren ´Favoriten in diesem Spiel sehe. Aber wer weiß: Fußball ist natürlich immer unberechenbar, ich werde zumindest versuchen, für den RSC ein positives Ergebnis rauszuholen“, sagt Wadhwa, der gerne auf seine Zeit beim Aufsteiger zurückblicktt: „Als ich vor drei Jahren beim ASV angefangen habe, war das auch damals schon ein grundsolide geführter Verein. Es war immer Qualität in der Mannschaft und wir haben Jahr für Jahr welche dazu geholt und versucht, das Ganze noch ein bisschen jünger zu machen, weil der Altersschnitt vor drei Jahren relativ hoch war.“

Wadhwa: „Man durfte immer in Ruhe arbeiten – das war das Schöne beim ASV“

Blickt positiv auf seine Zeit beim ASV zurück: Rahlstedts Coach Mohet Wadhwa. Foto: Balle

Ein Plan, der aufging. Wenn auch mit Verspätung sozusagen. „Im ersten Jahr sind wir Fünfter geworden, im zweiten Dritter und dann im dritten Jahr aufgestiegen“, schaut Wadhwa zurück und stellt unmissverständlich klar: „Man durfte immer in Ruhe arbeiten. Das war das Schöne beim ASV: Man war nie irgendeinem Drück oder Ähnlichem ausgesetzt. Klar: Man hat natürlich selbst auch dafür gesorgt, dadurch, dass man vieles in Eigenregie gemacht hat – sei es Klamotten besorgen oder das ganze Drumherum zu verbessern. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass ich unter Stress bin. Es war alles sehr familiär.“ So viel zur Vergangenheit. Wie aber schätzt der ehemalige ASV-„Dirigent“ den Club aktuell unter seinem Trainer-Nachfolger Gzahzi Mustapha ein? „Ich sehe den ASV mit der Qualität im oberen Drittel. Das ist definitiv eine Mannschaft, die berechtigte Hoffnung auf Platz eins oder zwei hat. Ich habe auch vor der Saison schon gesagt, dass ich den ASV für ganz oben auf dem Zettel habe“, so Wadhwa, der abschließend bekennt, immer noch ein wenig Fan seines Ex-Vereins zu sein: „Ich freue mich immer wieder zu sehen, wenn sie erfolgreich sind. Genauso bin ich auch traurig, wenn sie nicht gewinnen. „Ich fiebere immer noch mit Herz und Seele mit dem ASV – solange sie nicht gegen Rahlstedt spielen...“

Jan Knötzsch 

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