21.09.2019

Bei Ohe geht’s voran, der FTSV muss weiter „üben, lernen, leiden und glauben“

Für Altenwerder gibt’s beim 2:4 gegen den FCVO nichts zu holen – und einen Platzverweis

Marco Braesen traf kurz nach dem Seitenwechsel zum 3:1 für Ohe und sorgte so für die Vorentscheidung. Foto: Bode

Es hat nich sein sollen. Wieder einmal. Auch im neunten Anlauf in dieser Saison konnte der FTSV Altenwerder keinen „Dreier“ einfahren. Dabei erzielten die Kicker vom Jägerhof, bei denen diesmal Co-Trainer Florian Meier den verhinderten Coach Daniel Rossa vertrat, im Hans-Heinrich-Hackmack-Stadion gegen den FC Voran Ohe immerhin zwei Treffer – aber erst, als es man in Rückstand lag und es eigentlich schon zu spät war. Somit bleibt Altenwerder mit nur einem Zähler weiterhin Schlusslicht der Tabelle in der Landesliga Hansa.

Aus Sicht der Gäste nahm die Partie am Amselstieg bereits in der ersten Hälfte Fahrt in die falsche Richtung auf. Patrick Gordon brachte Ohe nach 33 Minuten mit 1:0 in Führung, nur ganze fünf Zeigerumdrehungen später legte die Equipe von Trainer Rainer Seibert durch Munib Saqib nach. Zwar kam der FTSV noch vor der Pause durch Wladimir Jauk auf 1:2 heran (41.), doch die zweite Hälfte war kaum angepfiffen, da versetzte Marco Braesen den Gästen mit dem 3:1 den nächsten Nackenschlag (47.). Es sollte noch schlimmer kommen: Wiederum nur zwei Minuten später setzte Phil Krieter noch einen drauf und erhöhte auf 4:1. Altenwerder gelang danach durch Dimitri Marker (73.) nur noch Ergebniskosmetik. Marker selbst verabschiedete sich eine Minute nach seinem Treffer nach einer Notbremse mit der Roten Karte frühzeitig vom Feld.

Walek: „Man merkt, dass bei uns noch nicht alles funktioniert, aber der Wille langsam da ist“

Voran-Kapitän Daniel Walek (re.) sah einen verdienten Sieg der Gastgeber. Foto: Bode

„Ich würde sagen, es war ein verdienter Sieg für uns“, stellte Ohes Kapitän Daniel Walek mit Blick auf den „Dreier“ fest, gab aber auch zu: „Man merkt, dass bei uns noch nicht alles funktioniert aktuell, aber der Wille langsam da ist. Die Unkonzentriertheiten spiegeln sich in den beiden Standard-Gegentoren ziemlich gut wider.“ Dennoch: „Hauptsache drei Punkte“, freute sich Walek und blickte bereits auf den nächsten Spieltag voraus, an dem der FCVO am Samstagnachmittag beim Spitzenreiter VfL Lohbrügge am Binnenfeldredder gastiert. Die Laune von Florian Meier war derweil freilich nicht ganz so gut wie die des Oher Abwehrspielers. 


„Es ist gefühlt eine Dauerschleife. Wir müssen in dieser Saison unglaublich viel Lehrgeld zahlen. So wie wir uns mit den Fehlern derzeit auf dem Platz präsentieren, haben wir in der Landesliga nichts zu suchen – das müssen wir leider so sagen. Wir müssen die Fehler einstellen, daran arbeiten wir jede Woche hart. Wir versuchen immer wieder, etwas zu verändern und ein Stück in das große Puzzle Landesliga einzusetzen. Aber das dauert wohl noch eine Zeit lang...“, befand Meier.

Und dabei, so der FTSV-Co-Trainer, „müssen wir eben hoffen, dass es dann noch nicht zu spät ist. Wir nehmen uns immer viel vor. Auch gegen Ohe halten wir eine halbe Stunde gut mit, weder der Gegner noch wir haben anfangs Chancen. Ohe hat mehr Ballbesitz und bricht dann zwei Mal durch. Bis dahin stand unsere Viererkette eigentlich sicher. Wir haben nichts zugelassen. Dann pennen wir einmal im Aufbauspiel und der Gegner weiß sofort, wie er die Räume nutzen muss. Die Fehler werden eiskalt bestraft – gegen uns noch mehr als gegen andere. Das ist richtig hart.“ Das große Manko aus Meiers Sicht: Wir sind offensiv nicht durchschlagkräftig genug. Bislang haben wir nicht ein Stürmer-Tor erzielt. Die meisten Tore sind Standards – das ist irgendwann zu wenig.“ 

Meier: „Wir haben weiter jede Woche Lust und Motivation, den Bock umzustoßen“

Trotz des Rückstandes zur Pause „hatten wir richtig Lust, das Spiel zu drehen und haben gemerkt: 'Da geht was'. Dann komme ich vom Getränkeflaschen auffüllen auf den Platz und es steht 1:3, gefühlt eine Minute danach trifft Ohe mit einem unhaltbaren Schuss aus 25, 30 Metern – und das Spiel ist nach 49 Minuten gelaufen“, so Meier, der abschließend bilanzierte: „Auch mit zehn Mann waren wir nicht schlechter als mit elf, Ohe hat dann einen Gang zurückgeschaltet. Es ist jede Woche das gleiche: Wir müssen weiter üben, lernen, leiden und an uns glauben. An uns glaubt keiner mehr, uns hilft keiner, aber wir haben weiter jede Woche Lust und Motivation, den Bock umzustoßen.“

Jan Knötzsch 

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