19.09.2019

Wadhwa: „In vielen Situationen müssen wir uns einfach cleverer anstellen“

Neu-Coach befindet sich mit dem RSC nach acht Spielen im Tabellenkeller

Mit dem bisherigen Saisonverlauf ist RSC-Coach Mohet Wadhwa nicht zufrieden – aber eben auch nicht unzufrieden. Foto: Balle

Seit Beginn der Vorbereitung auf die laufende Saison ist Mohet Wadhwa Trainer des Rahlstedter SC. Eine neue Aufgabe in einem neuen Umfeld mit einer neuen Mannschaft. Wo Wadhwa in der vergangenen Spielzeit mit dem ASV Hamburg noch an der Tabellenspitze um den Aufstieg von der Bezirksliga Ost in die Landesliga Hansa kämpfte und dies letztlich schaffte, sieht es jetzt genau anders aus: Der RSC und sein neuer Coach stehen ganz unten drin. Das Klassement der Hansa-Staffel weißt die Kicker von der Scharbeutzer Straße als Vorletzten aus. 

Ein Sieg, drei Unentschieden und vier Niederlagen – so lautet die Zwischenbilanz für die Wadhwa-Kicker. Macht insgesamt sechs Punkte auf dem Habenkonto. Der Düneberger SV auf dem Rang davor hat die gleiche Zahl an Zählern geholt, der FTSV Altenwerder als Tabellenschlusslicht bringt es auf einen Punkt. Der SV Nettelnburg-Allermöhe und der SV Bergstedt auf den Nicht-Abstiegsrängen davor haben sieben beziehungsweise acht Punkte gesammelt. Noch also ist im Keller alles eng beieinander – und genau das ist auch der Grund, warum Wadhwa alles andere als in Panik verfällt, wenn es um das bisherige Abschneiden seiner Equipe geht. „Ich bin nicht zufrieden“, sagt er zwar ganz klar, fügt aber hinzu: „Ich bin allerdings auch nicht unzufrieden.“  

„Die junge Truppe zahlt momentan viel Lehrgeld“

Bislweilen fehlte Yannick Hess und dem Team in den einzelnen Spielen nicht viel, um mehr Erfolg zu haben. Foto: Bode

Seine Gefühlslage, so der Coach im Nachgang der 2:3-Niederlage gegen den SV Altengamme am vergangenen Wochenende, siedle sich „irgendwo dazwischen“ an. Irgendwo dazwischen – sprich zwischen Anspruch und Wirklichkeit – muss man dann wohl auch die Leistungen des RSC bislang einordnen. Vor der Spielzeit erlebte der Kader so etwas wie eine Radikalkur: Es kamen jede Menge Neue hinzu, diverse andere Kicker gingen – oder mussten gehen. Die Zugängen haben vor allem eines gemeinsam: sie sind durch die Bank weg jung. Jung und talentiert. Eine spannende Aufgabe also für Wadhwa, dem RSC ein neues Gesicht zu verleihen und eine neue Truppe zu formen.

Spannend, aber eben zugleich auch nicht ohne. Dem jungen Team mangelt es – wie sollte es angesichts der Jugendlichkeit auch anders sein – an Erfahrung. Rückschläge sind angesichts dessen also vorprogrammiert. „Die Frage ist, wie man damit umgeht. Die Situation ist sowohl für mich als auch für die Mannschaft neu“, bekennt Wadhwa, hat aber auch eine gehörige Portion Optimismus im Gepäck: „Ich muss da stärker rauskommen, die Mannschaft muss da stärker rauskommen – und wir werden da stärker rauskommen.“ Woher er die Zuversicht nimmt, verrät der Übungsleiter quasi gleich im nächsten Atemzug: „Die Jungs machen es nicht schlecht, wirklich! Es ist nicht so, dass ich ihnen irgendwas vorwerfen kann.“

„Jetzt müssen halt auch die Ergebnisse kommen“

Abwehrmann Alexander Hintz (li.) und seine Mitspieler hoffen ebenso wie ihr Trainer auf die Trendwende. Foto: Bode

Auch bei der Niederlage gegen Altengamme konnte sich „die Mannschaft keinen Vorwurf machen. Die Jungs haben alles reingeworfen, was sie können“, urteilt der Trainer. Der Haken: „Die junge Truppe zahlt momentan viel Lehrgeld“, gibt Wadhwa unumwunden zu. „Wir müssen den Bock selbst umstoßen. In vielen Situationen müssen wir uns einfach cleverer anstellen, damit ist vielen schon geholfen“, befindet der RSC-Coach, denn wenn es etwas zu verbessern gibt, dann in erster Linie das.


„Wir müssen 90 Minuten fokussiert durcharbeiten. Ich entsinne mich an den 0:2-Zwischenstand gegen Dersim, wo wir ein sehr gutes Spiel machen und die Partie zum 2:2 drehen. Gegen Altengamme war Sandro Schraub einfach der Unterschied. Wir haben ihn nicht so unter Kontrolle gekriegt, wir wir wollten“, hat Wadhwa einen Punkt erkannt, wo es anzusetzen gilt. „Wir müssen weiter arbeiten, die junge Truppe muss weiterentwickelt werden. Man probiert es eben einfach und wirft 18-Jährige ins kalte Wasser. Dafür haben wir die Jungs ja geholt. Aber jetzt müssen halt auch die Ergebnisse kommen. Fußball ist eben ein Ergebnissport“, sagt Wadhwa abschließend.

Jan Knötzsch

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