16.09.2019

Alles aus bei Elazig? Ost-Schlusslicht droht die Abmeldung

Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison gab’s einen Nichtantritt

Wie geht's mit dem FC Elazig Spor weiter? Interimstrainer Hüseyin Aydin beschreibt den zustand als chaotisch und erklärt es sehe schlecht aus. Foto: Bode

Geht die Saison 2019/2020 in der Bezirksliga Ost im Mai kommenden Jahres mit einer Mannschaft weniger zu Ende, als sie im August 2019 begonnen hat? Noch ist es zwar keine Realität, aber genau dieses Szenario scheint derzeit nicht mehr unmöglich. Nein, genau genommen ist es offenbar schon ziemlich nahe. Denn: Nachdem der FC Elazig Spor bereits am vorvergangenen Wochenende zu seinem Spiel beim TSV Glinde nicht antrat, machten diejenigen, die am gestrigen Sonntag zum Grandplatz an der Wendenstraße pilgerten, um sich den Kick gegen den ETSV Hamburg zu sehen, vergeblich. Elazig trat erneut nicht an. Bei einem weiteren Nichtantritt droht nun das Aus – und aus dem Verein gibt es die ersten Zeichen, dass der Club demnächst seine Segel streicht.

„Die ganze Sache ist groß am Wackeln“, erklärte Hüseyin Aydin am gestrigen Sonntagabend gegenüber dem Portal „bolzjungs.de“. Aktuell sehe es „sehr sehr schlecht aus“, so Aydin, der derzeit bei Elazig Spor wieder einmal als Interimstrainer fungiert. Nachdem der Verein schon vor Beginn der vergangenen Saison, die im Abstieg aus der Landelsiga Hansa in die Bezirksliga mündete, wochenlang kaum Auskunft darüber geben konnte, wie der Kader aussehen könnte, wiederholte sich das Szenario in diesem Sommer erneut. Nichts Genaues wusste man – bis zum erste Spieltag. An selbigem schickte Elazig ein Team ins Rennen. Und auch einen neuen Trainer. Can Ersen saß auf der Bank – und tat dies genau zwei Spiele lang. Letztmals beim 1:9 gegen den MSV Hamburg.

„Wir müssen jetzt ein Gespräch zwischen unserem Obmann und dem Vorstand abwarten“

Danach coachten erst Aydin, anschließend Yilmaz Yusuf und nun wieder Hüseyin Aydin das Team. Letzterer hatte noch zum Ende der vergangenen Spielzeit verkündet: „Für mich persönlich ist es nach etlichen Jahren meine letzte Saison als Trainer bei Elazig Spor. Ich werde dem Verein erhalten bleiben, weil ich ja noch im Vorstand mitarbeite.“ Nun aber sprang der Mann, der den Verein einst zum Aufstieg in die Landesliga geführt hatte, doch wiedermal auf dem Stuhl des Coaches ein – mangels anderer Alternativen. „Wir müssen jetzt ein Gespräch zwischen unserem Obmann Burhan Celik und dem Vorstand abwarten“, sagte Aydin am Sonntag und sprach von einem „chaotischen Zustand“ beim Schlusslicht der Bezirksliga Ost.

Ähnlich, aber bei weitem nicht so schlimm, hatte sich die Situation auch bereits im Frühjahr 2019 angehört, als der Absturz aus der Landesliga nahezu besiegelt war. „Wir müssen gucken, wie sich das entwickelt. Alles ist in der Findungsphase. Wir müssen erst einmal wissen, wie wir uns für die kommende Saison aufstellen: Mit wem? Und was wollen wir? Momentan stecken wir in der Krise“, sagte Aydin seinerzeit und erklärte damals – auf eine mögliche Abmeldung angesprochen – vielsagend: „Alles ist möglich!“ Das scheint auch jetzt der Fall zu sein...

Jan Knötzsch

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