02.07.2019

Das „gallische Dorf“ stellt sich breiter auf

Neuer Co-Trainer und externe Zugänge bei „Welle“

Welle-Coach Daniel Schäffer (li.) und sein neuer Co-Trainer David Swatek (re.) mit den Neuzugängen Philipp Salicites-Salewski (2. v. re.) und Kristian Reif. Foto: Welleeins/Facebook

Erst schien der Klassenerhalt sicher, dann geriet man nach einer regelrechten Negativserie – zehn Niederlagen aus elf Spielen, ein Unentschieden – wieder in arge Nöte. Schlussendlich konnte man beim TSC Wellingsbüttel aber doch noch einmal kräftig durchatmen: Dank eines erfolgreichen Schlussspurts und zehn Punkten aus vier Spielen hat man nicht nur im dritten aufeinanderfolgenden Jahr die Bezirksliga gehalten, sondern sogar noch den Sprung auf einen einstelligen Tabellenplatz geschafft. Nicht nur deshalb geht Trainer Daniel Schäffer „frohen Mutes“ in die neue Spielzeit…

Sämtliche Leistungsträger konnten gehalten werden. „Die Jungs wissen einfach, was sie an uns haben“, streicht Schäffer die enge Verbindung hervor. Hinzu kommt, dass man sich am Pfeilshof „breiter aufgestellt“ und – für den Verein relativ untypisch – externe Unterstützung ins Boot geholt hat. „Das ist weniger dem zuzuschreiben, dass ein Stimmungswechsel oder ähnliches in Wellingsbüttel stattgefunden hat, sondern eher dem, dass wir uns jetzt über drei Jahre in der Bezirksliga gehalten und stabilisiert haben. Das war auch das Ziel, als ich hier angefangen habe“, lässt uns Schäffer wissen. Mit David Swatek (ehemals MSV Hamburg, ETSV Hamburg und TuS Hamburg) konnte ein neuer Co-Trainer an Land gezogen werden, der mit Philipp Salicites-Salewski und Kristian Reif noch zwei Spieler von seiner vorherigen Station beim TuS Hamburg mitbringt. Ebenfalls neu: Dominik Zebrowski, der die Jugend des Niendorfer TSV durchlief, in der vergangenen Hinserie noch drei Kurzeinsätze für Concordia in der Oberliga absolvierte und in der zweiten Saisonhälfte zum Kader von Cordi II zählte. Mit der Zweitvertretung der „Bekkampler“ erreichte Zebrowski das Finale im HOLSTEN-Pokal, wo man allerdings gegen die favorisierte U23 des Niendorfer TSV den Kürzeren zog (1:5).

"Ich hoffe, dass ich mich jetzt weniger selbst einwechseln muss"

Welle-Coach Daniel Schäffer hofft durch das neue Personal, sich in der kommenden Saison "weiger selbst einwechseln zu müssen". Foto: Olaf Both

Neben dem neuen externen Spieler-Trio gibt es aber auch interne Verstärkung(en): Timo Stelzer greift nach längerer Pause aufgrund von Studium und Verletzung wieder an. Komplettiert wird die Riege der Neuen von Ardit Vidishiqi, Maxime Lecamus und Nils Rothehüser, die alle nach Auslandsaufenthalten zu „Welle“ zurückkehren. „Damit sind wir breiter aufgestellt und müssen hoffentlich nicht mehr unter solch einer dünnen Personaldecke leiden wie in der letzten Rückrunde“, so Schäffer, der mit einem Schmunzeln anfügt: „Ich hoffe, dass ich mich jetzt weniger selbst einwechseln muss.“ Die vielen Ausfälle seien auch einer der Gründe für die lange Durstrecke zwischen dem 4. November 2018 und dem 27. April 2019 gewesen. In diesem Zeitraum konnte der TSC kein Ligaspiel mit einem „Dreier“ beenden. „Die Truppe an sich muss noch reifen und ist eben nicht besonders alt. Die Jungs müssen sich daran gewöhnen, auch dann alles abzurufen, wenn es vermeintlich nicht mehr darum geht, über dem Strich zu stehen“, will Schäffer in der kommenden Spielzeit mehr Konstanz reinkriegen.

Schließlich geht man auch mit Zielen ins neue Spieljahr – und die sind gestiegen. Denn die einstige „Fahrstuhl-Mannschaft“, wie selbst der Coach meint, ist inzwischen in der Bezirksliga angekommen und hat sich dort etabliert. „Das Ziel ist, einen besseren Tabellenplatz zu belegen als letztes Jahr“, gibt der langjährige Kapitän des Teams die Richtung vor. Wenngleich er auch von einem weiteren „Reifeprozess“ spricht – und meint: „Die Liga ist in diesem Jahr super schwer einzuschätzen.“

"Wir sind der ein bisschen andere Verein – so ein wenig wie das gallische Dorf"

Für Schäffer geht der von Hamid Derakhshan trainierte SC Victoria II als Favorit ins neue Spieljahr. Foto: Hanno Bode

Es gibt vier Aufsteiger. Die Liga ist super schwer einzuschätzen.“ Auch aufgrund der vier Aufsteiger, die sich im Feld der Nord-Staffel herumtummeln. Als Favoriten sieht Schäffer der SC Victoria II. „Aber auch Falke ist letztes Jahr nur knapp gescheitert und Sasel II hat sich ebenso gut verstärkt.“ Und wie sieht’s mit Wellingsbüttel aus? Wann schwappt die „Welle“ eventuell mal in die nächsthöhere Etage über? „Dem würde sich mit Sicherheit keiner grundsätzlich verschließen, aber wir sind alle realistisch genug, um zu wissen, dass dann schon sehr viel zusammenpassen muss.“ Aktuell sei das kein Thema, im Konzert der ganz Großen mitzuspielen. Denn: „Wir sind der ein bisschen andere Verein – so ein wenig wie das gallische Dorf.“

Autor: Dennis Kormanjos

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