21.05.2019

„EN vs „Dasse“: „Wir haben keine Angst davor, in die Verlängerung zu gehen“

Die beiden ODDSET-Pokal-Finalisten stehen vorm Endspiel Rede und Antwort

Den Pokal in die Mitte genommen: Eintracht Trainer Jens Martens, sein Schützling Jordan Brown, Dassendorfs Henrik Dettmann und TuS-Trainer Jean-Pierre Richter. Foto: KBS-Picture.de

Es ist angerichtet: Am Samstag steigt ab 10.30 Uhr an der Hoheluft das ODDSET-Pokalfinale zwischen Eintracht Norderstedt und der TuS Dassendorf statt. Das Duell der beiden in den letzten Jahren stärksten Hamburger Mannschaften, Das Kräftemessen des Regionalligisten mit dem gerade von Altona 93 abgelöstenOberliga- Serienmeister, der zugleich Titelverteidiger ist. Im Vorfeld des Duells, für das im Vorverkauf bereits 2100 Karten abgesetzt wurden, stellten sich die beiden Trainer Jens Martens (Norderstedt) und Jean-Pierre Richter (Dassendorf) sowie die Spieler Jordan Brown (EN) und Henrik Dettmann (TuS) auf der offiziellen Pokal-Pressekonferenz den Fragen der Journalisten. 

„Ich gehe mit gemischten Gefühlen ran. Wir dürfen nach wie vor stolz sein, den Titel verteidigen zu können“, erklärte Jean-Pierre Richter, dessen Elf in der Liga zum ersten Mal seit fünf Jahren in der Oberliga nicht an der Spitze stand. „Die Mannschaft hat eine weite Reise hinter sich und ist gewillt, alles abzurufen. Wir werden alles erdenklich Mögliche auf den Platz bringen, um am Ende erfolgreich zu sein. Wir wollen uns den Erfolg über die Spielzeit erarbeiten“, so der Dassendorf-Coach. Henrik Dettman stieß ins gleiche Horn: „Wir konnten in den vergangenen Wochen zeigen, was uns qualifiziert. Wir haben einen breiten Kader, dessen Qualität hochwertig ist. Ich hoffe, dass Jonny aus dem Vollen schöpfen kann.“ Dies, so berichtet Richter, steht allerdings noch auf der Kippe. Fraglich ist unter anderem der Einsatz von Keeper Christian Gruhne. „Er hat sich im Ligaspiel gegen Curslack eine Schienbeinprellung zugezogen und konnte gestern noch nicht wieder ins Mannschaftstraining einsteigen“, so „JPR“. Auch hinter dem Einsatz von Rinik und Kerim Carolus, die ebenso angeschlagen sind, steht noch ein Fragezeichen.

Beide Seiten haben noch personelle Probleme und Spieler, hinter denen ein Fragezeichen steht

Wer darf am Samstag den Pokal hochhalten: Norderstedts Jordan Brown (re.) oder der Dassendorfer Henrik Dettmann? Foto: KBs-Picture.de

Auch bei der Eintracht gibt es noch personelle Probleme. „Wir haben aus dem Spiel gegen Egestorf-Langreder am vergangenen Wochenende noch einiges an Verletzungen mitnehmen müssen. Jan Lüneburg musste nach 20 Minuten mit einer schweren Zerrung runter, ich gehe davon aus, dass das am Samstag nichts wird. Nils Brüning konnte gar nicht spielen. Da ist auf jeden Fall auch noch ein Fragezeichen“, erklärte Eintracht-Übungsleiter Jens Martens, der freimütig zugibt, dass seine Mannschaft nach dem gelungenen Klassenerhalt „mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen ins Pokalfinale geht. Wir wollen diesen Titel jetzt auch noch holen. Natürlich hat uns das die Köpfe nach oben und eine breite Brust gebracht.“ So breit, dass Jordan Brown ankündigt: „Wir haben keine Angst davor, in die Verlängerung zu gehen, Wir sind voller Selbstvertrauen. Wir haben schon ein Endspiel gegen Egestorf hinter uns – das ist etwas, was uns Auftrieb und ein positives Gefühl gibt.“ Auf dem Weg zum Ligaverbleib habe „EN“ eine „unglaubliche Mentalität an den Tag legen. Das müssen wir mit ins Finale nehmen. Für solch Endspiele lebt man. Jeder wird alles rausholen und ich bin mir sicher: Wir werden den Titel holen“, sagt Eintrachts Rechtsverteidiger.

Ähnlich sieht man das Ganze natürlich auch auf der anderen Seite. „So ein Finale ist das größte. En Pokalsieg ist nochmal was anderes, als eine Meisterschaft. Ich durfte das vor unserem Titelgewinn im letzten Jahr noch nicht erleben. Wir erinnern uns gern zurück, wie wir in der Kurve mit unseren Fans, Freunden und unserer verrückten Zweiten Mannschaft gefeiert haben“, befindet Dettman. Dessen Coach weiß aber auch: „Wir treffen auf einen Top-Gegner. Und der hat ein positives Erlebnis vom Sonntag mitgenommen.“ Norderstedt sei ein „attraktiver Gegner mit gewissen Qualitäten. Es ist meine Aufgabe, den Spielern zu zeigen, wo wir beim Gegner ansetzen. Ich bin mir sicher, dass die Jungs auf dem Feld alles dafür tun, dass es ein interessantes und hochwertiges Finale wird – mit dem Sieger Dassendorf natürlich“, so Richter weiter, „auf dem Papier sind wir vielleicht Außenseiter. Aber wenn wir all unsere Qualität auf den Platz bringen, dann wird das ein hartes Stück Arbeit für Norderstedt.“ Ein Thema, das nicht fehlen durfte: die frühe Anstoßzeit. „Wir fahren nicht morgens um fünf Uhr mit dem Mannschaftsbus in Dassendorf los“, verriet Richter, dass „Dasse“ sich am Spieltag im Stadion trifft. Und auf der anderen Seite? „Wir werden uns am Freitag um 18.30 Uhr treffen, um 19 Uhr essen, dann die Vorbereitungs-Nacht zusammen verbringen und um neun Uhr auf der Anlage an der Hoheluft sein“, berichtet „EN“-Übungsleiter Jens Martens.

Jan Knötzsch

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