20.05.2019

Eins hoch! Hansa 11 besiegelt Meisterschaft

Nach 6:1 gegen Lieth: „Landesliga, wir kommen“

Glückwunsch an den SC Hansa 11 zur Bezirksliga-West-Meisterschaft! Foto: Klaas Dierks

Am Freitagabend empfing der Tabellenführer SC Hansa 11 die SV Lieth. Nachdem Lurup letzte Woche am Vorhornweg noch eine vorzeitige Meisterfeier durch eine späte Aufholjagd verhinderte, will und muss das Team um Erkan Sancak und Holger Bichel an diesem Abend alles klar machen, da man am letzten Spieltag spielfrei ist.

Dementsprechend stürmt Hansa im roten Dress los wie die Feuerwehr und praktiziert in der Verteidigung bissiges Gegenpressing. Schließlich kassierte man in der Hinrunde die einzige Niederlage gegen Lieth! Kaum ist der Anpfiff verklungen, dringt Shawn Kuhnert mit dem Ball am Fuß in den Strafraum ein. Lieths Keeper Andre Prüß wirft sich ihm auf Höhe des Elfmeterpunktes entgegen und schafft es, ihm den Ball vom Fuß zu nehmen, kann das Spielgerät aber nicht kontrollieren. So kommt die Kugel zu Kapitän Cenk Akbulak. Wieder versucht Prüß sein Glück, diesmal aber zieht sein Versuch zu klären, bei dem Akbulak zu Fall kommt, den Pfiff des Schiedsrichters nach sich. Elfmeter.

Bautista Barbera stellt die Weichen früh auf Kantersieg

Das Erfolgs-Gespann des SC Hansa 11: Erkan Sancak (li.) und Holger Bichel, der sein Amt nach dem Höhepunkt niederlegen wird. Foto: Klaas Dierks

Anders als in der Vorwoche ist Hansa-Torjäger Ezequiel Bautista Barbera wieder mit von der Partie. Er schnappt sich den Ball und lässt Prüß, der die Ecke ahnt, keine Chance. Der Ball schlägt links unten ein.1:0 nach sechs Minuten. Nur vier Minuten später. Ein hoher, weiter Ball aus der Hansa-Hälfte stellt die Liether Abwehr vor unlösbare Probleme. Barbera, wahrlich keine Bohnenstange, beweist Timing-Qualitäten und köpft den Ball aus 15 Metern am heranspringenden Prüß vorbei ins leere Tor zum 2:0. Prüß bleibt nach dem Zusammenprall erst benommen liegen, kann aber nach kurzer Behandlung weiter machen. Weiter macht auch Hansas Nummer elf. Der Spanier spielt sich nach einem Einwurf auf Höhe des Fünfmeterraumes bis zur Grundlinie durch, flankt auf den langen Pfosten, wo Yannick Stubenrauch lauert, der den Ball volley aus sechs Metern über den Querbalken jagt.

Schützenfest im ersten Durchgang

Hatte mit seinen Toren maßgeblichen Anteil am Hansa-Triumph: "Goalgetter" Ezequiel Bautista Barbera. Foto: Klaas Dierks

Wenn es für Barbera nicht als Vorbereiter klappt, dann als Vollstrecker. In der 20. Minute macht er seinen lupenreinen Hattrick klar. Ungedeckt aus fünf Metern, Prüß chancenlos. Obwohl Lieth nicht Lurup ist, traut Hansa seinem deutlichen Vorsprung (noch) nicht. Deswegen wird sowohl an der Seitenlinie als auch auf dem Platz weiter Gas gegeben. Nach 25 Minuten Freistoß für Hansa in relativ zentraler Position. Shawn Kuhnert darf ran und bringt den Ball semi-gefährlich auf den Kasten. Vor Lieths Torwart springt der Ball noch einmal auf und aus den fangbereiten Armen des Keepers findet der Ball den Weg in der 25. Minute zum 4:0 in die Maschen. Autsch!

Nur fünf Minuten später läuft der Ball durch Hansas Reihen wie einstudiert und schön anzusehen über drei Stationen. Es bleibt Wladislaw Hering vorbehalten den Angriff mit dem endgültig entscheidenden 5:0 aus elf Metern aus fast zentraler Position zu veredeln. Diesmal ist Prüß ohne Chance. Vier Minuten später ein erster ernstzunehmender Abschluss der Gäste, noch ohne zählbaren Erfolg, der sich aber in der 40. Minute, etwas überraschend einstellt. Ein langer Ball diagonal auf den langen Pfosten geschlagen findet den Kopf von Sascha Petersen, der das Spielgerät gekonnt aus fünf Metern über Keeper Reddig zum Ehrentreffer ins Netz lupft. Da sah Hansas Verteidigung nicht ganz so gut aus.

Höhe- und Schlusspunkt zugleich: Bichel macht Feierabend

Nach dem Spiel wurde ausgelassen gefeiert. Foto: Klaas Dierks

Nach der Halbzeitpause kommt Lieth mit mehr Elan und Laufbereitschaft aus der Kabine. Die Verteidigung gewinnt Struktur und Format. So dauert es bis zur 71. Minute, dass Hansa wieder Zählbares hervorbringt. Über rechts bedient Hering Lennart Strate, der entschlossen flach zum 6:1 aus spitzem Winkel vollendet. Zum Dank wird der Torschütze vom Trainergespann postwendend ausgewechselt. So bekommen mit Florian Kuhnert und kurz darauf Ole-Sven Schatz und Andy Tenbrake verdiente ältere Spieler noch die Möglichkeit sich den Fans auf dem Platz zu zeigen, den sie jahrelang bespielten. Für Schatz und Tenbrake die letzten Minuten im Dienste der Ersten Mannschaft von Hansa. Sie werden nach der Saison kürzer treten und die Auftritte ihrer Mannschaftskollegen in der Landesliga nur noch von der Seitenlinie oder über „FussiFreunde“ verfolgen. Auch für zwei der drei Trainer am Spielfeldrand heißt es Abschied nehmen. Lieths sympathischer Michael Raddde-Krüger wird nach Abschluss der Saison nicht mehr für Lieth als Trainer tätig sein. Für Holger Bichel ist die Meisterschaft seiner Elf Höhe- und Schlusspunkt seiner etwa zehnjährigen Tätigkeit bei Hansa, davon sieben in der Bezirksliga. Mit ihm verabschiedet sich auch der langjährige Spieler und aktuelle Torwarttrainer Ristic.

Freudentränen bei "Mr. Hansa"

Beim scheidenden Holger Bichel (3. v. re.) flossen die Freudentränen. Foto: Klaas Dierks

Da sich Reddig nicht von einem überraschenden Weitschuss von Lieths Philipp Matthiessen düpieren lässt, bleibt es beim 6:1. Die Mannschaft und das Trainergespann werden von den zahlreichen Fans nach dem Abpfiff euphorisch gefeiert. Der mitgebrachte Sekt wird zu 90 Prozent verspritzt und zu zehn Prozent getrunken. Als Holger Bichel von der Mannschaft in die Mitte genommen - und mit Sprechchören gefeiert wird – ist es allerdings kein Sekt, der aus seinen Augenwinkeln fließt. Erkan Sancak, an der Seitenlinie während der Spiele oft lautstark engagiert, sieht dem Treiben mit gelassener Heiterkeit zu, aber auch ihm sieht man die Freude und den Stolz über das Geleistete an. Aus der Sicht des Berichterstatters ist die gewonnene Meisterschaft zu einem guten Teil der gelungenen Zusammenarbeit des kongenialen Trainergespanns zu verdanken.

Scheidender Hansa-Coach heuert bei Union an

Auch bei Erkan Sancak war die Freude über das Erreichte überschwänglich. Foto: Klaas Dierks

Wie es Hansa nach der Auflösung des Trainer-Duos in der Landesliga ergehen wird, wird sich zeigen. Sicher ist: Erkan Sancak wird alles geben, um mit einem dann neu formierten Team die Klasse zu halten. Holger Bichel wird in der kommenden Saison versuchen bei Union 03 an seine Erfolge mit Hansa anzuknüpfen und vielleicht schon bald die Schwarz-Weißen wieder in die Bezirksliga West zurückführen. Michael Radde-Krüger wird derweil erst New York erkunden und danach hoffen, dass in Norwegen die Fische beißen.

Klaas Dierks

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