19.05.2019

DSV feiert lauter als die Polizei erlaubt: „Im Winter waren wir totgesagt, dann haben wir 21 Punkte geholt“

Tornieporth-Elf macht mit dem 4:0-Sieg gegen Bergstedt den Klassenerhalt fix

Ein Jubelmeer in blau-weiß: Der Düneberger SV feiert den Klassenerhalt in der Landesliga Hansa. Foto: Vahlendieck

Der letzte Weg des Fußball-Wochenendes führte Dennis Tornieporth am Sonntag in den Volkspark – zum Spiel des Hamburger SV gegen den MSV Duisburg. Für die „Rothosen“, „Tornies“ Herzens-Club in Sachen Profi-Fußball, gab es in der Zweiten Bundesliga bekanntlich kein Happyend in Form der Erstliga-Rückkehr. Dafür aber durfte der Coach des Düneberger SV tags zuvor jubeln – und zwar in ausgelassenster Form. Gesagt, getan: „Ich war um halb zwei nachts im Bett“, berichtet Tornieporth uns von den Klasenerhalt-Feierlichkeiten des DSV, die am Samstag nach dem 4:0-Erfolg gegen den SV Bergstedt vonstatten gingen. „Und um diese Zeit waren immer noch Jungs von uns auf dem Platz...“, verriet „Tornie“ mit einem Grinsen. Ein klarer Fall von: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen!

Und sich dabei auch nicht hindern lassen. Selbst von den Ordnungshütern nicht. „So gegen 22.15 Uhr kam die Polizei am Platz vorbei und hat uns gebeten, wegen der Lautstärke doch bitte in die Kabine auszuwandern. Das haben wir getan. Wir sind ja lieb und nett“, erzählt der Düneberg-Coach. „Es hat Spaß gemacht. Die Jungs, ihre Begleitungen und die Fans hatten sich diese Feier nach diesem Spiel und dieser Aufholjagd redlich verdient“, erklärt „Tornie“ mit Blick auf das, was hinter ihm und seinen Schützlingen liegt: „Ich habe immer gesagt, dass sie Entscheidung im Mai fallen wird, wen wir gegen direkte Konkurrenten wie Elazig Spor, Berne und Bergstedt spielen. Diese drei Spiele haben wir alle gewonnen. Eins mit 7:0 und die anderen beiden mit jeweils 4:0. Das macht allein im Mai neun Punkte und 15:0-Tore. In der Rückrunde haben wir damit 24 Punkte geholt, im laufenden Jahr 21 Punkte. Das ist ein geiles 2019. Im Winter waren wir schon totgesagt.“     

„Es ist ein riesiger Erfolg, weil es keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir die Klasse gehalten haben“

Heimkehrer Tolga Cosgun (vo.) entwickelte sich in der Rückserie zu einem der DSV-Erfolgsgaranten. Foto: Bode

Entsprechend sei es „ein überragendes Gefühl“, dass der DSV die Klasse gehalten habe, konstatiert der 36-Jährige, „ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, wie sie alles umgesetzt hat. Es war eine schwierige Situation. Aber in den entscheidenden Momenten waren wir immer da. Wir jaben einen einzigen Big-Point liegenlassen: Bei der Niederlage gegen Rahlstedt. Ansonsten haben wir gegen Altengamme gewonnen, gegen die direkten Konkurrenten, dazu gegen Nettelnburg und Dersim.“ Und auch am Samstag gegen Bergstedt, als die Mannschaft erneut gefordert war, lieferte sie: Tolga Cosgun, Lucas Gottschalg, Artur Ketschojan und Kevin Hoffmann erzielten die Treffer zum Sieg, der auf einmal wieder bitter nötig wurde, um drin zu bleiben. Dabei hatte es vorher eigentlich ganz anders ausgesehen, wie auch Tornieporth am Tag nach dem Erfolg feststellte. „Die Woche war eigentlich entspannt. Wir hatten in der vorangegangenen unsere Hausaufgaben gemacht und waren zu 95 Prozent durch. Dann kamen die Spiele von Berne gegen Kosova und von Rahlstedt gegen Lohbrügge.“ Letzteres sahen sich die Düneberger vor Ort an – und erlebten einen RSC-Sieg: „Lohbrügge hat dort überhaupt nicht stattgefunden“, so Tornieporth. Auch Berne gewann am Freitag,

Damit „waren wir sofort wieder unter Anspannung, nachdem wir gefühlt schon gerettet waren und die lockere und entspannte Trainingswoche ohne Druck hinter uns hatten. Auf einmal musst du den Körper wieder hochfahren und in den Wettkampfmodus bringen. Wir wussten, dass wir einen Punkt holen mussten, also haben wir auf Sieg gespielt und sind schon in der zweiten Minute in Führung gegangen. Danach haben wir das Ergebnis ein bisschen verwaltet und Glück gehabt, dass Bergstedt in der ersten Halbzeit nicht zwingend genug war. So haben meine Jungs fast darum gebettelt, dass ich sie in der Pause aufwecke. Das habe ich verbal und emotional getan. In der zweiten Halbzeit haben wir dann besser Fußball gespielt. Die Mannschaft hat gezeigt, was sie kann, die Tore zwei, drei und vier schön herausgespielt. Damit war der Drops dann auch gelutscht“, bilanzierte Dünebergs Übungsleiter die 90 Minuten auf dem Kunstrasen am Silberberg und richtete anschließend seinen Blick sowohl noch einmal kurz zurück als auch nach vorne.

„In der kommenden Saison wird es in einer noch stärkeren Staffel noch schwieriger “

Kevin Hoffmann (vo.) beseitigte mit seinem Treffer zum 4:0 gegen Bergstedt die letzten Zweifel am Drinbleiben der Tornieporth-Elf. Foto: Bode

„Wir haben in der Winterpause gut gearbeitet und die richtigen Schlüsse aus dem, was bis dahin passiert war, gezogen. Ich bin einfach nur stolz und erleichtert, dass wir auch in der kommenden Saison in der Landesliga spielen. Jetzt wollen wir uns am kommenden Wochenende ordentlich in die Sommerpause verabschieden, durchatmen und unsere Hausaufgaben machen. Am 24. Juni geht es dann mit dem Trainingsauftakt weiter in die nächste Landesliga-Saison“, verrät Tornieporth. Dass die Kicker vom Silberberg überhaupt die Chance und Möglichkeit haben, ihr Können auch in der Serie 2019/2020 auf diesem Niveau zeigen zu dürfen, „ist ein riesiger Erfolg, weil es keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir die Klasse gehalten haben“, wie der Coach befindet. 


„Wir müssen uns jetzt breiter aufstellen – nicht nur auf dem Platz, sondern auch drumherum. Wir müssen noch mehr Man-Power reinbekommen. Auch in der sportlichen Führung, so dass nicht alles nur auf meinen Schultern lastet, sondern mir auch Arbeit abgenommen wird. Daran arbeiten wir“, erläutert Tornieporth und ist sicher „dass wir hier dauerhaft etwas Schönes aufbauen können. In der kommenden Saison wird es in einer noch stärkeren Hansa-Staffel noch schwieriger als dieses Jahr. Aber wir gehen positiv gestimmt in die Pause und arbeiten hart daran, den nächsten Schritt zu machen.“

Jan Knötzsch

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