17.05.2019

Gedanken ans Aufhören verworfen: Trapp kehrt an den Blomkamp zurück

Osdorf: Roland-Duo kommt – Sieben Spieler werden verabschiedet

Kevin Trapp kehrt vom Reinmüller zurück an den Blomkamp und will beim TuS Osdorf „eine Führungsrolle“ bekleiden. Foto: Bode

Den Osdorfer „Transfer-Hattrick“ um das Nienstedten-Trio Daniel Tönges, Papa Mousse Ndiaye und Francesco Conti hatten wir bereits vermeldet – nun sind am Blomkamp weitere Personalentscheidungen gefallen: Ein alter Bekannter kehrt vom HEBC zurück, zwei Akteure folgen ihrem Trainer Philipp Obloch, der in der kommenden Saison beim TuS ein Trainer-Gespann mit Piet Wiehle bilden wird, vom FC Roland Wedel ins Hamburger Oberhaus – und ein junger Torwart wird aus der eigenen A-Jugend in den Liga-Kader hochgezogen. Unterdessen werden vor dem letzten Liga-Spiel am Abend gegen den TSV Buchholz 08 sieben Spieler aus dem aktuellen Kader verabschiedet – genauso wie Co-Trainer Dirk Burmester.

Trapp (re.) kickte in der Jugend für E. Norderstedt und den FC St. Pauli, war auch schon für Altona 93, Niendorf, Lurup, Paloma, HEBC und nun zum dritten Mal für Osdorf aktiv. Foto: Bode

„Tatsächlich ist es so, dass ich ernsthaft mit dem Gedanken gespielt habe, ganz aufzuhören“, verrät uns Kevin Trapp, der als Immobilienmakler tätig und dementsprechend zeitlich sehr eingespannt ist. Doch inzwischen hat der 27-Jährige jenen Gedanken wieder verworfen. Stattdessen kehrt „Trapper“ – nach einer Saison beim HEBC – zum dritten Mal an seine alte Wirkungsstätte zurück und heuert beim TuS Osdorf an! „Ich brauchte mal wieder eine Abwechslung“, teilt er uns mit – und fügt an: „Es ist für mich wie ein Nachhausekommen.“ Die Gespräche mit Manager Cemil Yavas und Neu-Coach Philipp Obloch haben ihn letztendlich von einer Rückkehr überzeugt: „Philipp Obloch hat mir sein Konzept vorgestellt und das hat alles Hand und Fuß. Ich finde es gut, dass man sich von außen neue taktische Finessen reinholt“, so Trapp, der weiter erklärt: „Das Gesamtgefüge passte schon immer. Auch die Griffigkeit und Körperlichkeit waren schon immer da – und das, was Osdorf ausgezeichnet hat. Aber in dieser Saison ist auch ein fußballerischer Fortschritt erkennbar.“ Auch dank eines Mehmet Eren, der ein „super Fußballer“ sei, wie Trapp meint.

„Möchte eine Führungsrolle übernehmen“

Hört nach 13 Jahren als Liga-Spieler und etlichen Aufstiegen auf: Patrick Herbrand. Foto: KBS-Picture.de

Generell hätte der Verein eine „mega beeindruckende Entwicklung“ durchgemacht, die „vor drei Jahren keiner für möglich gehalten hat“ – und das, „obwohl die Mittel ja nicht mehr geworden sind“, so Trapp, der in diesem Atemzug vor allem eine Person nennt: „Es ist schon fast beängstigend, wie Cemil es immer wieder schafft, den neuen Spielern – vor allem den jungen – die Philosophie und dieses Osdorf-Gen zu vermitteln.“ Er selbst erhoffe sich, „eine Führungsrolle zu übernehmen und den Jungen Spielern helfend zur Seite zu stehen“, wie er sagt. Zieltechnisch sei es hingegen noch zu früh, „eine konkrete tabellarische Aussage zu treffen“, wo man am Ende langen will. „Man möchte eine neue Idee von Fußball manifestieren und auch der Kader wird sich ein Stück weit verändern.“ Auch wenn man erstmal abwarten müsse, wie alles ineinander greift, glaubt Trapp, der die „Sechs“ als seine Lieblingsposition angibt, „dass man uns auf einem Platz zwischen sechs und neun auf der Fahne haben muss“.

„Es kann nicht sein, dass man in der Fairness-Tabelle Erster ist“

Eine Platzierung, von der er mit dem HEBC in der laufenden Spielzeit weit entfernt ist. Die Eimsbütteler müssen – nach einer katastrophalen Rückrunde – wieder den Gang in die Landesliga antreten. Für Trapp, der damals aufgrund der attraktiven Spielidee von Marco Fagin an den Reinmüller gewechselt ist, hängt dies vor allem damit zusammen, „dass uns in den Spielen gegen die direkte Konkurrenz die Abgezocktheit und in gewissen Momenten auch die Erfahrung gefehlt hat. Dass Qualität an sich da ist, haben die Spiele gegen die Teams von oben ja gezeigt.“ Er stehe auch zu der Meinung, wie er betont, „dass es eigentlich nicht sein kann, wenn man im Abstiegskampf steckt und dann im Winter in der Fairness-Tabelle an erster Stelle steht. Uns hat dieses kratzen und beißen gefehlt.“

Herbrand und Ude hören auf - Dilber, Rosemeier und Puschmann kommen

Philipp Obloch bringt von Roland Wedel mit Moritz Rosemeier und Josip Dilber zwei Akteure mit an den Blomkamp. Foto: Klaas Dierks

Grundtugenden, die den TuS Osdorf hingegen über Jahre hinweg ausgezeichnet haben. Einer von drei verbliebenen Akteuren, die den gigantischen Aufstieg aus der Kreisklasse bis in die Oberliga mitgemacht und miterlebt hat, wird seine „Buffer“ nach 13 Liga-Jahren allerdings an den Nagel hängen: Patrick Herbrand. Auch Antonio Ude wird seine illustre Laufbahn beenden und am Abend verabschieden werden. Neben Eddy-Morton Enderle (Rasensport Uetersen) verlassen auch Germain Hounsiagama, Henrik Schmidt, Mika Feigenspan und Philipp Körner (alle Ziel unbekannt) den Blomkamp. Zum Nienstedten-Trio und Kevin Trapp gesellen sich derweil noch Louis Puschmann aus der eigenen A-Jugend (Yavas: „Er trainiert schon seit knapp anderthalb Jahren bei uns mit“) sowie Moritz Rosemeier und Josip Dilber von Roland Wedel. „Josip wollten wir schon zu Landesliga-Zeiten haben und waren bereits damals von ihm überzeugt“, lässt uns Yavas wissen. „Ich glaube, dass er inzwischen noch reifer geworden ist und die große Möglichkeit sieht, die Herausforderung ‚Oberliga‘ anzunehmen.“ Während der 28-jährige Dilber für den Offensivbereich eingeplant ist, soll der gerade mal 21-jährige Rosemeier, der in der Jugend für Eintracht Norderstedt spielte und anschließend für den Wedeler TSV kickte, ehe er eine Fußball-Pause einlegte, die Defensive verstärken. Yavas: „Mit Moritz waren wir uns schon im Oktober einig – noch bevor es überhaupt zu Gesprächen mit Philipp Obloch kam.“ Sowohl Dilber als auch Rosemeier „werden uns definitiv weiterhelfen“, ist Yavas von den Qualitäten überzeugt.

Autor: Dennis Kormanjos

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