09.04.2019

Lurup dreht Zwei-Tore-Rückstand und siegt gegen Roland Wedel

Mit Martin Bushaj kam die Wende

Die Luruper Sieggaranten und Torschützen zum 2:2 und 3:2: Martin Bushaj (li.) und Gabreal Schikowski. Foto: Klaas Dierks

Am Freitagabend empfing der Drittplatzierte der Bezirksliga West, der SV Lurup, den Tabellennachbarn Roland Wedel am Vorhornweg bei frühlingshaften Temperaturen. Bei einem Sieg der Gäste würde Lurup mit Wedel die Plätze tauschen müssen und auf den vierten Platz der Tabelle abrutschen. Auch wenn der Anschluss an die Aufstiegsplätze aufgrund des Punkte-Rückstands auf Hansa 11 und die zweitplatzierten Schenefelder illusorisch scheint, gibt Wedel ordentlich Gas und hat nach sieben Minuten die erste gute Chance über links durch Josep Dilber und drei Minuten später eine weitere Möglichkeit durch einen Freistoß, der über das Tor geht.

Nach 13 Minuten zeigt Lurup erstmals Biss. Nach beherztem Einsatz durch Timm Thau kommt der im Sturm unermüdlich rackernde Fatih Bayraktar an die Kugel, die zur Ecke geklärt wird. Haris Junuzovic bringt das Spielgerät von der Eckfahne auf den langen Pfosten, doch Jonas Kaab setzt den Ball per Kopf knapp links neben das Tor.

Das 0:1: Rosemeier (re.) auf Kurowski - drin! Foto: Klaas Dierks

Das war es aber dann auch erstmal mit den Vorstößen der Heimmannschaft. Wedel dominiert mit reiferer Spielanlage das Spiel im Mittelfeld bis etwa zur 60. Minute. Bis dahin wird Lurup immer wieder erfolgreich im Spielaufbau gestört, so in der 27. Minute, als Wedel den Ball erobert, dann aber beim ersten Abschluss geblockt wird und den zweiten Ball zu hoch ansetzt. Erst in der 31. Minute gelingt Lurup der nächste vielversprechende Angriff. Wieder ist es Thau, der diesmal Haji Jamal auf links mit einem schönen Diagonalpass aus dem Mittelfeld einsetzt. Aber der schnelle Luruper scheitert aus kurzer Distanz.

Kurz nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit ein weiteres Lebenszeichen der Hausherren. Mit dem bisher besten Spielzug der Partie über vier Stationen aus der eigenen Hälfte über den linken Flügel gelangen die Luruper an den gegnerischen Strafraum. Fatih Bayraktar bedient Sturmkollege Thau mit einem Pass auf den langen Pfosten im Sechzehner. Der nimmt den Ball mutig volley und haut aus sieben Metern drüber. Trotzdem bleibt Wedel in der zweiten Halbzeit zunächst spielbestimmend, und zeigt in der 51. Minute, daß auch sie schöne Angriffe zustande bringen können. Burak Bayram schlägt einen Freistoß aus dem Mittelfeld auf Moritz Rosemeier, der am rechten Luruper Pfosten lauert. Mit Gefühl legt er direkt nach innen auf Yannik Kurowski ab, der aus kurzer Distanz keine Mühe mehr hat, den Gast in Führung zu bringen.

Moritz Rosemeier entledigt sich der doppelten Gegenwehr und stellt auf 0:2! Foto: Klaas Dierks

Auch in der 55. Minute ist es ein Freistoß, diesmal aus gut 30 Metern, der Gefahr für das Luruper Gehäuse bringt. Wedels Bayram lässt es krachen, Lurups Keeper Grimme lenkt den Ball mit einer Klasseparade an den Pfosten und betreibt so erfolgreiche Schadensbegrenzung. Nur vier Minuten später ist Grimme erneut auf dem Posten und verhindert das Erfolgserlebnis für Dilber mit gekonnter Fußabwehr, als ihn dieser innerhalb des Strafraums mit einem feinen Schuss prüft. Die daraus resultierende Ecke wird kurz auf Bayram gespielt, der sich gegen einen Verteidiger durchsetzt und den Ball von Wedels rechter Angriffsseite ans linke Eck des Fünfmeterraumes spielt. Moritz Rosemeier steigt hoch und köpft den Ball, der noch von einem Luruper Spieler leicht abgefälscht wird, unhaltbar in die Maschen. Zwar sind noch 30 Minuten zu spielen, aber kaum noch einer wettet jetzt noch auf drei Punkte für Lurup. Allerdings hatte Trainer Gernot Beckert kurz vor dem 0:2 dreimal gewechselt. Neben Lasse Grosz und Gabreal Schikowski greift so nun auch der etatmäßige Kapitän Martin Bushaj ins Geschehen ein. Zudem wird aus der Fünfer- nun eine Dreierkette. Die Veränderungen beginnen nach kurzer Zeit Wirkung zu zeigen. Mit dem Kapitän und der neuen Formation kehren zunehmend Ruhe und Ordnung zurück ins Spiel der Hausherren. Der frische Schikowski schnappt sich den Ball und bedient nach kurzem Spurt Timm Thau, der noch den gegnerischen Torwart umspielt, um dann in der 67. Minute zum Anschluss einzunetzen. Ist das die Luruper Initialzündung?

Timm Thau (re.) bringt die Luruper Hoffnungen mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 zurück. Foto: Klaas Dierks

Der Gastgeber macht jetzt auf und bietet Wedel Räume. Wiederholt in Überzahl vor dem gegnerischen Tor, muss der Gast den Sack zumachen, spielt die Konter aber nicht gut aus. Die Vorhornwegler sind über Standards gefährlich. In der 73. Minute wird ein Freistoß in den Strafraum getreten. Cherno Njie versucht einen Fallrückzieher anzusetzen, der zur Vorlage für Martin Bushaj wird. Der fackelt nicht lange und bringt den Ball vorbei am chancenlosen Abdil Kadir Katran zum Ausgleich im Netz unter. Auch der 30 Minuten zuvor kaum für möglich gehaltene Siegtreffer resultiert aus einem Standard. Der wie immer zuverlässig agierende Hüsnü Turan bringt den Ball per Einwurf von rechts in den Strafraum, wo die Kugel einmal aufspringt, bevor sie Gabreal Schikowski mit sehenswerter Direktabnahme wuchtig ins Gehäuse zimmert. Wenn man bedenkt, dass Timm Thau bis Spielende noch einmal den Pfosten trifft und einmal (allerdings aus abseitsverdächtiger Position) eine weitere Großchance hat, geht der Sieg sogar in Ordnung.

Martin Bushaj (2. v. re.) sorgt für das 2:2 und die Wende zugunsten des SV Lurup. Foto: Klaas Dierks

Wedel hatte es nach starken 60 Minuten einfach nicht vermocht, den Sieg nach Hause zu bringen. Lurup bestach nach den Spielerwechseln und der Systemumstellung durch die Ausnutzung ihrer Chancen und dem Glaube an das gute Ende. Hätte man nach Ende der Winterpause nicht zweimal Unentschieden gespielt, wäre die Lücke zu den potentiellen Aufstiegsplätzen sogar noch zu schließen, denn Lurup empfängt sowohl Hansa als auch BW 96 noch zu Hause und hat ein bzw. zwei Spiele weniger als die vor ihnen liegenden Kontrahenten. So wird es allerdings schwierig und es wird abzuwarten sein, ob Lurup sich mit dem Verbleib in der Liga arrangiert und bereits jetzt die Weichen für die nächste Spielzeit stellt. Nachwuchskräfte könnten an die erste Elf herangeführt, Spielsysteme erprobt werden. Oder wird noch einmal zur Attacke geblasen? Das nächste Mal gibt es dafür die Gelegenheit auswärts gegen die Mannen von der Sternschanze.

Eine ähnliche Frage wird sich das Team aus Wedel stellen, das, wie es ein Spieler nach dem Abpfiff enttäuscht formulierte, nun um die goldene Ananas kicken wird. Im Laufe des Spiels verletzte sich auf Luruper Seite Philipp Turan schwer. Für ihn könnte die Saison gelaufen sein. Von dieser Stelle aus die besten Genesungswünsche!

Klaas Dierks

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