07.04.2019

AFC-Arbeitssieg: Saglam trifft, Tolga „tütert“ den „Dreier“ ein

Nach dem 2:0 in Wedel bleibt Altona an der Spitze

Jubel nach dem Führungstreffer: Onur Saglam (re.) nimmt die Glückwünsche von Vincent Boock entgegen, links trabt Hischem Metidji heran. Foto: KBS-Picture.de

So ganz zufrieden war Tobias Grubba nicht. „Ich verstehe nicht, warum wir zum Ende hin so nachlassen. Das kann nicht sein“, entfuhr es dem doch etwas angefressenen Torhüter von Altona 93 nach dem Spiel gegen den Wedeler TSV (Hier gibt's den Live-Ticker des Spiels zum Nachlesen), als er in Richtung AFC-Teamkreis schritt und auf dem Weg dahin mit Torwart-Trainer Fabrizio Tuttolomondo abklatschte. Dabei hätte Grubba nach dem Match vor 326 Zuschauern im Elbestadion doch eigentlich allen Grund zur Freude gehabt... 

Denn mit dem 2:0-Sieg gegen die noch immer vom Abstieg bedrohten Wedeler festigte der AFC seinen Spitzenplatz in der Tabelle der Oberliga – unabhängig vom Ergebnis im Nachmittags-Spiel an der Kreuzkirche, wo die beiden Verfolger FC Teutonia 05 und TuS Dassendorf sich gegenüberstanden. Doch auch Grubbas Teamkollege Onur Saglam hatte nicht nur Gutes erkannt: „Bei den Standardsituationen war Wedel immer gefährlich. Wir haben es in beiden Halbzeiten 30, 35 Minuten gut gemacht, sind dann aber fahrlässig geworden“, sagte der Torschütze des 1:0-Führungstreffers nach dem Spiel.

Saglam: „Wir wussten, dass es schwierig wir und wir Gegenwehr haben würden“

Alle gegen einen: Altonas William Wachowski (vo.) muss sich gegen gleich drei Wedeler behaupten. Foto: KBS-Picture.de

Nach zehn Minuten war Saglam Freistoß, den Altonas Nummer 16 aus halbrechter Position auf das Tor brachte, rechts unten im Netz eingeschlagen. „Ich habe gesehen, dass der Torhüter weit in der anderen Ecke stand und habe einfach mal so in die andere Ecke gezielt“, erklärte Saglam im Anschluss an den Schlusspfiff seinem Treffer, bei dem Wedel Schlussmann André Alves Lopez keine gute Figur abgab. „Wir wussten, dass es schwierig werden und wir Gegenwehr haben würden“, fasste Saglam den Altonaer Arbeitssieg zusammen und stellte mit Blick auf den Titelkampf fest: „Wir konzentrieren uns auf uns und haben es selbst in der Hand.“


So war es auch in Wedel. Trotz eines ansprechenden Auftritts der Hausherren hatte man in den 90 Minuten nicht zwingend das Gefühl, dass der TSV dem AFC derart Schaden könnte, als dass die Equipe von Coach Berkan Algan am Ende den Rasen ohne Erfolg verlassen würde. Vielmehr hatte der AFC das Match eben meistenteils in der Hand. Numerisch sprang für den Tabellenführer in der ersten Halbzeit zwar nichts mehr heraus, doch die Einwechselung von Tolga Tüter, der nach der Pause Eudel Monteiro ersetze, sollte sich bezahlt machen: Neun Minuten nach dem Seitenwechsel erzielte der Stürmer das 2:0 für den AFC.

Ivanko: „Jetzt kommt die Phase, die im Kampf ums Drinbleiben für uns wichtig ist“

Duell vor der AFC-Ersatzbank: Der Wedeler Jaques Rodrigues de Oliveira (li.) gegen Joshua Gebissa. Foto: KBS-Picture.de

„Das frühe 0:1 hat uns aus dem Rhythmus gebracht. Es war ein unglücklicher Zeitpunkt. Das hatten wir uns anders vorgestellt“, konstatierte derweil Andelko Ivanko nach dem Spiel. Wie die Idealvorstellung des Wedeler Trainers ausgesehen hätte? „Wir wollten das Unentschieden lange halten und mit ihm vielleicht auch in die Halbzeit gehen. Dann hätten wir in der zweiten Halbzeit offensiv nochmal etwas probiert. Wir wollten, dass Altona lange einem guten Ergebnis hinterherrennen muss. Das ist leider nicht passiert“, gab Ivanko im Anschluss an die Begegnung zu Protokoll und stellte fest: „Das hat uns das Leben schwer gemacht. Am Ende hatten wir nach dem 0:2 nochmal eine Phase, wo wir offensiv gespielt haben. Ich bin trotz des Resultats mit dem Auftritt meiner Mannschaft zufrieden.“


Mehr noch: „Es war ansehnlich, was wir vom Spielerischen her geboten haben. Ich denke, da lässt sich in den nächsten Wochen drauf aufbauen“, sagte Ivanko und richtete den Blick nach vorne. „Jetzt kommen für uns die Gegner, gegen die wir punkten müssen. Ich hoffe, dass die drei Niederlagen, die wir zuletzt in Folge kassiert haben, uns nicht den Wind aus den Segeln nehmen“, so der Wedeler Übungsleiter im Bezug auf die Liga-Niederlagen gegen Vicky und Altona sowie das Pokal-Aus gegen Norderstedt und mit dem Wissen, dass seine Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt in naher Zukunft unter anderem noch mit Mitkonkurrent Rugenbergen die Klingen kreuzt. „Zuletzt waren das Gegner, gegen die man verlieren kann. Jetzt kommt die Phase, die für uns im Kampf ums Drinbleiben wichtig ist“, so Ivanko abschließend.

Jan Knötzsch  

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