03.04.2019

Bohlen kein Rugenbergen-Trainer mehr!

SVR-Coach gestern nach dem Training entlassen

Abschied: Thomas Bohlen ist seit Dienstagabend kein Trainer in Rugenbergen mehr. Foto: KBS-Picture.de

Trainerwechsel in der Oberliga: Thomas Bohlen ist seit dem gestrigen Abend nicht mehr Coach beim SV Rugenbergen. Dies bestätigte der 54-Jährige am heutigen Mittwochmorgen im Gespräch mit der FussiFreunde-Redaktion. Dem bisherigen Trainer des aktuellen Tabellenvierzehnten wurde die Entscheidung des Vereins, künftig nicht mehr mit ihm arbeiten zu wollen, am gestrigen Abend nach dem Training mitgeteilt, wie Bohlen uns verrät. 

„Ja, das ist korrekt“, bestätigt Bohlen, als wir ihn direkt mit der Nachricht, die am frühen Mittwochmorgen gerüchteweise die Runde machte, konfrontieren. „Der Vorstand in Person von Andreas Lätsch und Oliver Mertins hat mich gestern Abend nach dem Training zu sich gebeten und mir erklärt, dass der Vorstand nicht mehr das Gefühl hat, dass ich die Mannschaft so erreiche, dass der Abstieg verhindert wird.“ Ihn habe diese Entwicklung „absolut unvorbereitet“ getroffen, so Bohlen: „Das kam wie aus dem Blauen heraus.“ Noch vor knapp einem Monat, nach der 0:2-Heimniederlage gegen die TuS Dassendorf, hatte Bohlen gesagt, er habe „nicht das Gefühl, dass der Trainer in Frage gestellt wird. Ich glaube, der Rückhalt ist weiter da.“ Er wisse aber auch: „Jeder, der irgendwo anfängt, weiß: Das kann immer in zwei verschiedene Richtungen laufen.“

Bohlen: „Die Unterstützung war relativ gering“

Der Vorstand traute dem 54-jährigen Coach nicht mehr zu, die Mannschaft so zu erreichen, dass der Abschied verhindert wird. Foto: KBS-Picture.de

Dass es nun doch in die Richtung „sofortige Trennung“ lief – für Bohlen ist das nur bedingt nachvollziehbar. „Ich weiß nicht, ob ich das so komplett verstehe. Sportlich irgendwie schon, weil wir zu wenig Punkte aus den letzten Spielen geholt haben – und am Ende bin ich eben der Verantwortliche für den sportlichen Bereich“, gibt Rugenbergens Ex-Coach zu Protokoll, sagt aber auch: „Es gibt noch eine Menge Gründe drumherum.“ Der Verein habe ihn „im Regen stehen lassen.“ Die Gründe für diese Aussage liefert Bohlen im nächsten Atemzug: „Bis heute ist es zum Beispiel nicht gelungen, mir einen Co-Trainer an die Seite zu stellen. Die Rahmenbedingungen an sich sind so, dass wir im Januar und Februar nicht auf dem Platz trainieren konnten. Es kommen viele Gründe zusammen. Die Unterstützung war einfach relativ gering.“

Zudem „habe ich im Kader vier oder fünf Dauerverletzte gehabt, die im Prinzip nie richtig zur Verfügung standen und die Vorbereitung nicht mitmachen konnten“, konstatiert Bohlen und geht auf die zurückliegenden Partien ein: „Warum man an solchen Dingen wie dem Spiel gegen Teutonia festmacht, dass ich die Mannschaft nicht erreiche, ist null nachvollziehbar. Auch gegen Meiendorf haben wir, obwohl wir 1:2 verloren haben, zehn Chancen, machen aber eben zu wenig draus. Die taktischen Maßnahmen, die ich der Mannschaft mitgebe, werden umgesetzt. Es ist nicht so, dass jeder quer durch die Gegend läuft und nicht das macht, was ich als Trainer gesagt habe.“

Wer die Nachfolge Bohlens bei den Bönningstedtern, die bislang aus 26 Spielen 27 Punkte eingefahren haben, ist noch offen. Sportdirektor Oliver Mertins, der dem Ex-Coach am gestrigen Abend sein „Aus“ mitteilte, war telefonisch ebenso nicht erreichbar wie Andreas Lätsch (Team-Manager Oberliga/Vorsitzender). Denkbar, so hört man es, soll es aber sein, dass Bohlens Vorgänger Ralf Palapies zumindest interimsweise für die letzten noch ausstehenden Spiele bis zum Saisonende einspringt.

Jan Knötzsch

Kommentieren

Mehr zum Thema