17.03.2019

„In einigen Phasen hat nur noch der alte Grandplatz gefehlt“

Sasels „Fruchtzwerge“ überstehen brenzlige Phase gegen HEBC

Lukas Kourkis sorgte mit einem technisch tollen Tor für einen Blitzstart der „Parkwegler“. Foto: Stefanie Balle

„Ich habe mir mal einen Zettel gemacht“, eröffnete Jörn Großkopf die Pressekonferenz nach dem Gastspiel seines HEBC beim TSV Sasel (alle Highlights im LIVE-Ticker), ehe er betonte: „Das ist keine Ausrede für eine Niederlage!“ Doch was hatte es mit diesem Zettel auf sich – und vor allem: Was stand dort drauf? Die Antwort: „Franz, Prange, Lemke, Ide, Wrede, Brumshagen, Höricke, Kosik, Schulz, Natusch und Trapp“, so der Übungsleiter der Eimsbütteler, der anfügte: „Das sind elf Feldspieler, die ich nicht spielen lassen konnte. Das ist in unserer Situation echt brutal! Nochmal: Das soll nicht als Ausrede dienen. Denn die Niederlage war heute – trotz allem und trotz des frühen Gegentores – überhaupt nicht nötig!“

Beinahe hätte der abstiegsgefährdete HEBC beim Tabellenzweiten einen Punkt entführt – doch Todd Tuffour hatte etwas dagegen. Als noch elf Minuten zu spielen waren und der TSV Sasel eine knappe 1:0-Führung – Lukas-Gabriel Kourkis veredelte einen Traumpass von Timo Adomat mit zwei Kontakten und einem herrlichen Heber in den rechten Winkel (3.) – innehatte, zog Mirko Wiedemann einen ruhenden Ball aus dem rechten Halbfeld auf den zweiten Pfosten. Dort lauerte Tjorven Köhler, der aus kurzer Distanz zum Abschluss kam – aber an Tuffours glänzendem Reflex scheiterte. Kurz darauf entschieden die „Parkwegler“ die äußerst zähe Partie zu ihren Gunsten – und das auf kuriose Art und Weise: „Ein Freistoß mit zwei Kontakten – das habe ich auch noch nicht so oft gesehen“, machte Großkopf ein irreguläres Tor aus, als Nico Zankl beim ruhenden Ball wegrutschte, das Spielgerät aber doch noch irgendwie – mit zwei Kontakten? – gen Zentrum brachte. Dort schlug zunächst Mazlum Oguz über die Kugel, ehe Lars Tiedemann das Leder mit der Fußspitze reinstocherte (82.). Ein seltsames Tor, das zu den 90 Minuten passte! Oder wie Danny Zankl witzelte: „Endlich mal eine Variante, die geklappt hat!“

„Bubis“ hinten, „Fruchtzwerge“ vorne - Sasel mit „Abstimmungsproblemen“

Tjorven Köhler hatte den Ausgleich für die Gäste auf dem Fuß. Foto: Stefanie Balle

Insgesamt habe es „so ein paar Situationen und Phasen im Spiel gegeben, wo nur noch der alte Grandplatz am Parkweg gefehlt hat“, resümierte Zankl mit einem leichten Augenzwinkern. „Wir haben es nicht wie eine Kunstrasen-Mannschaft zu Ende gespielt“, führte er aus. Und das, obwohl seine Jungs immens loslegten. Die Blitz-Führung war „in Entstehung und Vollendung echt hübsch gemacht“, konnte Zankl mit der Zunge schnalzen. Doch mit fortlaufender Spielzeit „kam HEBC immer besser rein und wurde immer giftiger in den Räumen. Wir hatten ab der Mittellinie zu viele technische Fehler und auch Abstimmungsprobleme.“ Während die Gäste elf Mann ersetzen mussten, fehlten dem TSV mit Tobias Steddin (Gelbsperre), Jan-Henrik Kaetow, Daniel Lichy (beide verletzt), Benjamin Nadjem (mit der Nationalmannschaft Afghanistans unterwegs) und Stefan Winkel (krank) ebenfalls wichtige Leistungsträger. Und so startete man nicht nur mit einer „Bubi-Abwehr“ um Lars Tiedemann (19) sowie Luis Take (18) – beide verrichteten einen Top-Job –, sondern auch mit einer „Fruchtzwerg-Offensive“, wie Zankl aufgrund der geringen Körpergröße schmunzelnd feststellte.

Großkopf: „Mannschaft hat Qualität und Mentalität“

Youngster Lars Tiedemann stocherte den Ball zur Entscheidung über die Linie. Foto: Stefanie Balle

HEBC hat das dann gut gemacht und uns so ein bisschen in die Situation gebracht, dass unsere Spieler angefangen haben, zu überlegen“, erkannte Zankl. Aber: „Wir haben diese Phase überstanden.“ Auch, weil man aus den Erfahrungen der letzten Jahre die richtigen Lehren gezogen habe und „widerstandsfähiger“ geworden ist. „Als Fußballer muss man erstmal begreifen, dass man nicht immer 90 Minuten seinen Stiefel runterspielen kann, sondern dass der Gegner einen auch vor Situationen stellt, die schwer zu lösen sind. Wir haben sie heute gelöst, nicht immer gut – aber wir haben sie gelöst und müssen sie auch nächste Woche wieder lösen“, erklärte Zankl. Während Großkopf trotz der Niederlage „stolz“ auf seine Mannschaft war: „Wir haben wirklich anständig dagegengehalten und Sasel das Leben schwer gemacht.“ Da schon in der kommenden Woche „wichtige Leute zurückkommen“, ist er der „festen Überzeugung, dass wir wieder Punkte holen. Die Mannschaft hat die Qualität und vor allem auch die Mentalität“, ist Großkopf vom Klassenerhalt überzeugt. „Wir müssen Punkte holen und drei Mannschaften hinter uns lassen. Punkt.“

Die komplette PK mit beiden Trainern im Video

Autor: Dennis Kormanjos

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