14.03.2019

Koster: „Ich würde es jederzeit wieder tun!“

Falke-Akteur über seine „Fairplay“-Geste und das Gipfeltreffen

Zeigte am vergangenen Freitag wahren Sportsgeist: Falke-Akteur Thomas Koster. Foto: Bode

Während der HFC Falke um die Meisterschaft in der Bezirksliga Nord kämpft, benötigt der VfL 93 jeden Zähler gegen den Abstieg. Dementsprechend viel stand am vergangenen Freitagabend für beide Teams im direkten Aufeinandertreffen auf dem Spiel. Am Ende trennten sich beide Parteien in einem mitreißenden Match 4:4-Unentschieden – doch statt der acht Tore stand im Nachgang eine ganz andere Szene im Mittelpunkt des Geschehens…

In jener Szene erfolgte der Elfer-Pfiff des Schiedsrichters. Foto: Bode

Am Borgweg waren gerade einmal sieben Zeigerumdrehungen vorüber, als Falkes Thomas Koster nach einem vermeintlichen Kontakt von VfL-Verteidiger Florian Brandt im Strafraum der Hausherren zu Fall kam. Schiedsrichter Thomas Maziarz (FC Preußen Hamburg) deutete auf den Punkt, entschied auf Elfmeter für den HFC und ließ damit entsetzt drein blickende „Stadtparkkicker“ zurück. „Ich habe den Pfiff zuerst gar nicht wahrgenommen“, erklärt uns Koster nun mit einigen Tagen Abstand – und führt aus: „Der Gegenspieler kam von der Seite, hat den Ball getroffen, ich bin im Rasen hängengeblieben und gestolpert. Ich wurde nicht berührt“, gesteht Koster, der einen großen Sportsgeist bewies und dies dann auch so dem Unparteiischen mitteilte. „Ich bin direkt hinterher gegangen, habe ihm das gesagt und er hat sich dafür bei mir bedankt.“ Die Folge: Der Referee nahm seine Entscheidung zurück und ließ die Partie mit Freistoß für den VfL fortsetzen.

"Das gehört für mich einfach zum Selbstverständnis"

Entsetzen bei VfL-Akteur Sandro Danschke (li.). Foto: Bode

Eine bemerkenswerte Aktion in Sachen „Fairplay“ von Koster, der meint: „Wir sind stark genug und wollten das Spiel auf anderem Wege gewinnen.“ Auch wenn es schlussendlich nur zu einem Punktgewinn reichte, betont der 29-Jährige: „Ich stehe definitiv zu 100 Prozent dahinter und würde es auch jederzeit wieder tun. Ich bereue es auf keinen Fall!“ Auch aus den eigenen Reihen erhielt er eine Menge Zuspruch – unter anderem von Trainer Dirk Hellmann: „Er rief mich an und meinte zu mir, dass er es super findet, dass ich so ehrlich war.“ Ob er mit seiner Geste auch als eine Art Vorbild dienen könnte, wisse er nicht. Denn: „Jeder Mensch ist da charakterlich anders gestrickt.“ Aber: „Es ist uns Hobby, wir wollen alle Spaß haben und verdienen damit nichts. Da gehört es sich für mich einfach zum Selbstverständnis, dass man auch sportlich-fair miteinander umgeht.“ Worte, die gerade in der heutigen Zeit, wo der Amateurfußball immer wieder von diversen Spielabbrüchen und Gewaltszenen geprägt ist, vollste Anerkennung und größten Respekt verdienen.

"Wir müssen auf jeden Fall gewinnen"

Doch Thomas Koster (2. v. li.) deutet auf den Rasen und beteuert in Richtung Referee, nicht getroffen worden zu sein. Foto: Bode

Schon am Samstag steht für Koster und seinen HFC Falke jedoch das Sportliche wieder im Mittelpunkt, wenn man als Tabellenzweiter den Primus vom Eimsbütteler TV empfängt – wenn denn der „Wettergott“ mitspielt. Der Druck ist klar auf Seiten der Hausherren, die dem ETV im Hinspiel beim 4:1 die Grenzen aufzeigten. „Wir müssen es auf jeden Fall gewinnen. Alles andere wäre ein herber Schlag“, weiß der „Blondschopf“ um die Bedeutung, befindet aber auch: „In dieser Staffel kann wirklich jeder gegen jeden gewinnen – alles ist möglich. Ich habe ja auch in der Bezirksliga West gespielt und kann die beiden Ligen miteinander vergleichen: Die Nord ist da schon nochmal ein ganz anderer Schnack!“ Nach seinen höherklassigen Stationen beim VfL Pinneberg und Wedeler TSV sammelte Koster mit dem SC Pinneberg erste Bezirksliga-Erfahrungen.

"Falke gehört eine Liga höher"

Das teilte er Schiri Maziarz schließlich auch mit. Dieser nahm seine Entscheidung daraufhin zurück. Foto: Bode

Vor dem Spitzenspiel am kommenden Samstag (bei uns im LIVE-Ticker) will er aufgrund des Untergrundes – der ETV ist auf Kunstrasen zu Hause – jedoch nichts von „Vorteilen“ wissen. „Es kommt auf die Tagesform an.“ Will man den Anschluss zum ETV nicht verlieren, müssen die „Hellmänner“ die bessere Tagesform an den Tag legen. Denn am Ende des Tages steht ein großes Ziel über allem: „Wir sind gewillt – und Falke gehört eine Liga höher!“, so Koster. Sollte es nicht klappen, wäre es „sehr schade“ – aber eben auch längst kein Beinbruch. Denn wie sagte Thomas Koster schon so schön: „Es ist unser Hobby und wir wollen alle Spaß daran haben.“

Autor: Dennis Kormanjos

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