13.02.2019

Funk: „Die Erwartungshaltung in Dassendorf ist schon fast dekadent“

Dassendorf-Sponsor im Interview zur Ostermann-Trennung

„Ich habe mich auf Platz drei auch schlecht gefühlt“, gesteht TuS-Sponsor Michael Funk - und ist der Meinung, dass die Trennung von Ostermann „für beide Seiten eine gute Lösung ist“. Foto: KBS-Picture

Am späten Montagabend vermeldeten wir das „Trainer-Beben“ bei der TuS Dassendorf (HIER). Der Oberliga-Serienmeister trennte sich nach dem 1:4 gegen Altona 93 von seinem Cheftrainer Elard Ostermann, Co-Trainer Mirko Petersen und Torwart-Trainer Sandro Ahrens. In der „Bergedorfer Zeitung“ zeigte sich Ostermann von dem Schritt des Vereins überrascht, sagte: „Dass ein Rückschlag gleich diese Konsequenz hat, macht mich traurig. Eine konkrete Begründung gab es nicht. Dann hätte man die Trennung auch in der Winterpause vollziehen können“, so der ehemalige LSK-Coach, der aufgrund seiner Ausbildung zum Fußballlehrer unter der Woche zumeist in Köln weilt und von Assistent Mirko Petersen im Training vertreten wurde. Einer der Knackpunkte... Wir haben mit TuS-Sponsor Michael „Kobra“ Funk über die Trennung gesprochen:

FussiFreunde: Warum kam es jetzt zur Trennung von Trainer Elard Ostermann?

Michael Funk: „Die Konstellation nach dem 1:4 vom vergangenen Wochenende gegen Altona war ganz einfach die, dass Elard doch sehr eingebunden ist mit seinem Fußballlehrer, und wir der Meinung sind, dass es der Mannschaft besser täte, wenn ein Cheftrainer die ganze Woche über das Training übernimmt. Das haben wir so ein Stück weit erkannt – und auch die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist so, dass sie den Trainer gerne die ganze Woche über da haben würde. Deshalb haben wir uns entschieden, jetzt den Schritt zu machen. Zumal wir mit Jonny ja schon jemanden zum Sommer hatten, der sofort frei war und Gewehr bei Fuß stand, was die Situation vereinfacht hat. Aus dem Grund haben wir jetzt schon den Schnitt gemacht, da wir noch beide Titel holen wollen und die Chancen so eher sehen.“

Nun gibt es viele Stimmen, die sagen, dass man den Schritt dann ja auch schon im Winter hätte gehen können. Warum wurde der da noch nicht vollzogen?

Elard Ostermann zeigte sich vom Zeitpunkt der Trennung überrascht. Foto: KBS-Picture.de

Funk: „Wir haben es auch schon im Winter mit Elard kommuniziert und erläutert. Aber er ist natürlich ein Sportler durch und durch – genauso wie sein Trainerteam. Wir haben den Wunsch von Elard, dass er mit Dassendorf beide Titel holen möchte, respektiert – und gesagt, dass wir diesen Weg dann zusammen gehen werden. Wir haben einen Vertrag über ein Jahr abgeschlossen und daran wollten wir uns auch halten. Wie es dann aber manchmal so ist im Leben, ändert sich auch mal die Meinung. Und auch die Reaktion von Elard zeigt, dass die Belastung, die er momentan hat – mit Fußballlehrer, Familie und dann auch noch aus Grömitz nach Dassendorf zum Training und zu den Spielen zu fahren – ebenfalls Spuren hinterlässt. Deshalb ist es für beide Seiten eine gute Lösung.“

Sportlich steht ihr ja nicht ganz so schlecht da. Wie würdest du ganz generell, wenn du auf die Arbeit von Elard zurückblickst, diese bewerten?

Funk: „Naja, sportlich nicht ganz so schlecht… Der dritte Platz ist in Dassendorf ja schon eine Platzierung, wo man Angst haben muss, dass einige der Fans suizidgefährdet sind. Im Pokal sind wir noch dabei, aber auch da wundern sich schon welche, warum wir den im Februar noch nicht gewonnen haben (lacht). Was ich damit sagen will: Die Erwartungshaltung in Dassendorf ist tatsächlich unendlich groß. Ich möchte schon fast sagen, dekadent zum Teil. Ich habe mich aber auch irgendwie schlecht gefühlt auf Platz drei.“

Wie hat Elard die Entscheidung aufgenommen?

Früher als gedacht tritt Jean-Pierre Richter die Ostermann-Nachfolge am Wendelweg an. Foto: Bode

Funk: „Recht professionell, weil er jetzt natürlich auch weiß, dass er diese Dreifach-Belastung nicht mehr gehen muss. Es ist natürlich auch für seine Familie schön und für ihn mit dem Hintergrund der Vorbereitungen auf die Prüfung zum Fußballlehrer auch ein wenig befreiend.“

Nun springt Jean-Pierre Richter, der eigentlich erst im Sommer auf Elard Ostermann folgen sollte, sofort ein. Was sind deine Erwartungen an ihn?

Funk: „Meine Erwartung – nicht nur an ‚Jonny’, sondern an jeden Trainer, der in Dassendorf anfängt – ist, dass er unsere DNA trägt. Die habe ich bei Jonny erkannt. Wer nun als Co- und Torwart-Trainer dazu kommt, das weiß ich noch nicht. Aber ich glaube, Jonny ist da auch jemand, der sich das sehr wohl überlegt. Wir haben einen sehr guten Charakter in der Mannschaft, die Jungs werden den neuen Trainer auch herzlich willkommen heißen und ich hoffe, dann auch kurzfristig mit entsprechenden Resultaten antworten.“

Autor: Dennis Kormanjos

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