01.02.2019

Abpfiff nach 80 Minuten: „Wir waren uns ganz schnell einig!“

Vicky schießt Paloma ab - Harms findet‘s „bedenkenswert“

Bibie Njie traf in der ersten Halbzeit doppelt und bereitete einen Treffer vor. Foto: Bode

„Man hat ja gesehen, dass die Spieler nur noch auf dem Boden lagen. Durch die Witterungen zieht der Boden leider nochmal an und wird zu einer Spiegelbahn. Bevor sich einer noch richtig was tut, haben wir gesagt, dass wir das vorzeitig beenden“, begründete Fabian Boll das verfrühte Ende des Testspiels gegen den USC Paloma. Denn im Stadion Hoheluft waren gerade mal 80 Minuten gespielt, als Boll und USC-Trainer Steffen Harms aufeinander zugingen und sich einig waren, dass eine Fortsetzung der Partie keinen Sinn gemacht hätte. Schiedsrichter Gerrit Breetholt kam der Bitte nach und pfiff das Spiel daraufhin beim Stand von 5:0 (Highlights im LIVE-Ticker) für Vicky ab.

„Wir waren uns ganz schnell einig“, verriet Harms anschließend. „Ich habe auch schon mal rüber geblinzelt. Als ‚Boller’ dann fragte, ob wir aufhören wollen, habe ich nur gesagt: ‚Ja, bitte.‘ Der Schiri war zum Glück auch so vernünftig. Denn dafür ist so ein Spiel ja nicht da, dass hier am Ende noch was passiert“, befand Harms, dessen Schützlinge bis zu jenem Zeitpunkt allerdings auch kaum ein Bein auf den Platz bekamen. „Dadurch, dass wir noch vier Wochen haben, wussten wir, dass wir noch lange nicht so weit sind und nicht konkurrenzfähig sein können.“ Und weiter: „Uns war vorher klar, dass es für uns eher eine harte Einheit wird, als dass wir da wirklich Paroli bieten können.“

Boll: „Die Jungs waren sehr spielfreudig“

Schon nach 38 Sekunden lag der Ball erstmals im USC-Netz – doch Bibie Njie stand bei seinem Hackentreffer im Abseits. Macht nichts, wird sich der Angreifer des SCV wohl gedacht haben. Denn in der Folge ließ er zwei Tore – beide glänzend von Len Aike Strömer vorbereitet (8., 23.) – und einen Assist für Felix Schuhmann (22.) folgen. Letztgenannter erhöhte nur wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff auf 4:0 (46.), ehe Dennis Bergmann nach einer Segedi-Flanke per den fünften Streich besorgte (58.). „Man sollte das Spiel nicht groß überbewerten“, konstatierte auch Vicky-Coach Fabian Boll, der dennoch viele gute Ansätze bei seiner Elf erkannte: „Gerade in der Offensive“, wie er meinte. „Die Jungs waren sehr spielfreudig.“ Nichtsdestotrotz: „Im Umschalten und was die defensive Ordnung angeht, gibt's noch Verbesserungspotenzial. Alles in allem sind wir aber zufrieden“, bilanzierte er – und lobte seine Mannen, die „alle mit Eifer dabei sind. Es sind viele gute Fußballer mit einem guten Spielverständnis.“

Harms: „Man erwartet - trotz des Zustandes - hier und da mehr“

Für den Hammonia-Spitzenreiter hagelte es – nach dem 3:3 gegen HEBC und dem 3:8 gegen Sasel – dagegen erneut eine Menge Gegentore. „Für das Level, was wir aktuell körperlich haben, waren das drei dicke Spiele“, so Harms. „Es wirkt vom Ergebnis her natürlich böse und wir müssen auch aufpassen, dass wir die Jungs nicht zu sehr runterziehen. Aber wir wollten trotzdem gegen einen Oberligisten spielen und die Chance dazu war nun mal nur zum Anfang der Vorbereitung da.“ Letztlich sei das Resultat nur „halb so wild“, wenngleich er auch gestand: „Man erwartet – trotz des Zustandes – hier und da mehr, auch ein bisschen mehr Frische. Wenn ein Gegner das gut spielt, kriegen wir die Löcher hinten noch nicht gut geschlossen. Das ist ein Fakt. Unsere Spielidee ist ja eigentlich auch ein bisschen offensiveres Anlaufen – aber das bekommen wir zum jetzigen Zeitpunkt auch noch überhaupt nicht hin.“ Also doch ein wenig beängstigend? „Ich finde es, gerade so wie sich der Einzelne hier und da mal verhält, schon ein bisschen bedenkenswert, ja. Das ist einfach so und haben wir den Jungs auch gesagt, dass die Konzentration schnell wieder hochgefahren werden muss. Aber ‚Sorgen‘ wäre das falsche Wort. Dafür haben wir noch viel zu viel Zeit und waren dafür in der Hinrunde auch zu stabil – gerade was den Abwehrverbund angeht.“

Autor: Dennis Kormanjos

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