15.01.2019

Entwarnung: Kein Pfeiffersches Drüsenfieber bei Brisevac

Norderstedts Mittelfeldmann wird nicht so lang fehlen wie erwartet

Nick Brisevac (li, hier gegen Flensburgs Patrick Thomsen) fehlt seinem Team erst einmal, doch die Diagnose ist weniger schlimm als erwartet. Foto: KBS-Picture.de

Erst waren die Aussichten ganz dunkel: Noch am vergangenen Samstag im Rahmen des Testspiels gegen den Oberligisten SC Condor, das der Nord-Regionalligist am Ende souverän mit 6:1 gewann, hatte Eintracht Norderstedts Präsident Reenald Koch erklärt, der Verein müsse aller Voraussicht nach lange auf Nick Brisevac verzichten, weil dieser vermutlich an Pfeifferschem Drüsenfieber leide. Der 26-Jährige, der vor der laufenden Saison von Altona 93 zu „EN“ gewechselt war, kann aber nun Entwarnung geben.

„Wir müssen erst einmal abwarten, wie langwierig die Geschichte ist“, hatte Norderstedts Trainer Dirk Heyne am Samstag nach dem Match der Garstedter gegen die „Raubvögel“ noch erklärt und berichtet, dass er tags zuvor mit seinem „Zehner“ telefonischen Kontakt gehabt hatte. „Das ist das nächste Thema, was wir jetzt haben“, so der Coach, der am Wochenende mit der Verpflichtung seines Wunschspieles Evans Nyarko (zuletzt vereinslos, vorher SV Wehen-Wiesbaden) zumindest eine weitere Alternative im defensiven Mittelfeld hat, dafür aber davon ausging, dass er einen langfristigen Ausfall von Brisevac auffangen müsse: „Nick und Evans spielen auf zwei unterschiedlichen Positionen, also müssen wir uns jetzt Gedanken machen.“

„Fürs Erste heißt es für mich: Zwei Wochen kein Sport, danach dann in Absprache mit dem Arzt “

Eintracht-Trainer Dirk Heyne darf auf eine schnellere Rückkehr Brisevac' hoffen, als erwartet. Foto: KBS-Picture.de

Ganz so schlimm wie bei Linus Meyer, bei dem im Februar 2017 das Pfeiffersche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) – bei der Krankheit kommt es zu erkältungsähnlichen Symptomen, vor allem Fieber und geschwollenen Lymphknoten – diagnostiziert wurde und der danach drei Monate lang ausfiel, ist es bei Brisevac nicht. 
„Ich habe kein Pfeiffersches Drüsenfieber, sondern eine andere Virusinfektion“, berichtet uns „Brise“ nach einem Termin beim Arzt, den er in dieser Woche hatte. „Zum Glück ist es nicht so schlimm, wie erwartet“, erklärt der 26-Jährige, der hinzufügt: „Fürs Erste heißt es für mich: Zwei Wochen kein Sport, danach dann in Absprache mit dem Arzt.“  Brisevac leidet lediglich an dem weit verbreiteten Zytomegalievirus (CMV), der normalerweise für ein Großteil der Bevölkerung ungefährlich ist. Nur für Menschen mit geschwächter Immunabwehr und in der Schwangerschaft kann der CMV-Virus zu Problemen führen.

„Wir haben das mit Linus ja schon mal durchgemacht. Damals hat sich das die ganze Rückserie durchgezogen“, erinnert sich auch Heyne an die Erkrankung seines damaligen Mittelfeldspielers, der die Eintracht bekanntlich vor der laufenden Serie in Richtung Regionalliga West zum SV Rödinghausen verlassen hatte. „Nicks sportlichen Fähigkeiten würden uns fehlen. Darüber brauchen wir uns gar nicht zu unterhalten“, hatte Eintracht-Trainer Heyne schon am Samstag angesichts des da noch drohenden langfristigen Ausfalls von Brisevac gesagt, seinen Fokus aber auf etwas ganz anderes gelegt: „Viel wichtiger ist, dass er wieder gesund wird. Das steht absolut an erster Stelle. Ich wünsche ihm, dass so schnell wie möglich wieder alles in Ordnung ist.“ Bislang stand Brisevac in 22 Spielen für die Eintracht in der Regionalliga Nord auf dem Platz und erzielte dabei drei Treffer. Noch im November hatte der 26-Jährige selbst im FussiFreunde-Gespräch eine eher durchwachsene Zwischenbilanz gezogen und erklärt, er habe „gut angefangen und mittelmäßig aufgehört.“ 

Jan Knötzsch

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