Lurup wieder in der Spur?

Überzeugende Leistung gegen den SC Pinneberg

15. Oktober 2018, 16:29 Uhr

Dreimal zappelte der Ball im Pinneberger Netz! Hier markiert Fatih Bayraktar den 1:0-Führungstreffer. Foto: Klaas Dierks

Am Freitagabend empfing der SV Lurup den 12. der Bezirksliga-West, den SC Pinneberg am Vorhornweg. Die Schleswig-Holsteiner hatten sich zuletzt mit einem Unentschieden und einem Sieg in aufsteigender Form präsentiert, während die Hausherren fest entschlossen waren, nicht die vierte Pleite in Folge zu erleben.

Khaled Belkhodja (re.) bedient Weys Karimi (li.) - 2:0! Foto: Klaas Dierks

Dabei standen ihnen viele Stammkräfte verletzungs- oder krankheitsbedingt nicht zur Verfügung. Auch der SCP ging ersatzgeschwächt ins Match, das sich in den ersten 10 Minuten nur langsam entwickelte. Dann übernahm die Heimmannschaft zunehmend die Kontrolle und kam zu einer Reihe von Angriffen, die aber maximal Eckbälle zur Folge hatte, die nicht in Zählbarem resultierten. Trotzdem war eine deutliche Steigerung der Mannschaftsleistung der Rot-Weißen gegenüber den letzten Partien auszumachen. Lauf- und generelle Einsatzbereitschaft stimmten wieder, und auch die spielerischen Qualitäten stellten sich gegen Ende der ersten Halbzeit wieder eindrucksvoll unter Beweis, als ein Angriff über drei Stationen zur Führung führte. Mit Tempo und Präzision passte Haji Jamal aus der eigenen Hälfte auf die rechte Seite auf Chris Eric Bardick, der den Turbo einschaltete und bis fast auf die Grundlinie spurtete, von wo aus er scharf hoch nach innen flankte. Fatih Bayraktar bewies Köpfchen und schädelte den Ball unhaltbar vorbei an Keeper Florian Jensen ins Netz. An den Reaktionen der Luruper auf dem Feld und auf der Bank, aber auch auf der recht gut besetzten Tribüne, zeigte es deutlich: diese Aktion war ein Brustlöser!

Der zweite Treffer von Weys Karimi (3. v. li.) führt zum 3:0-Endstand. Foto: Klaas Dierks

Als hätte es eines weiteren Beweises bedurft, folgte der nächste gelungene Angriff zwei Minuten später. Der nach der in Schenefeld erlittenen Verletzung leidlich wieder hergestellte Weys Karimi, der in Abwesenheit des erkrankten Martin Bushaj die Kapitänsbinde trug, machte den Anfang. Sein Pass auf den linken Flügel erreichte Ozan Mutlu, der mit einem weiten Schlag auf den langen Pfosten den durchsetzungsstarken Khaled Belkhodja in Szene setzte. Bedrängt von einem Pinneberger Abwehrspieler köpfte er den Ball parallel zur Torlinie gegen die Laufrichtung des Torwarts auf den am kurzen Pfosten lauernden Karimi, der den Weg des Balles völlig freistehend aus kurzer Distanz in Hüfthöhe zum Doppelschlag vollendete. Das sah nach gutem Fußball aus. Pause.

Auch in der zweiten Halbzeit dominierten die Luruper die Partie und kamen durch Bayraktar und Jamal kurz nach Wiederanpfiff zu weiteren guten Chancen. Zum Lenker im Mittelfeld und dazu in der Defensive stark, entwickelte sich zunehmend der nach längerer Abstinenz ins Team zurückgekehrte Cherno Baba Njie, der auch in einer kurzen Phase, in der Pinneberg zu mehr Spielanteilen kam, mit kühlem Kopf und gutem Pass- und Stellungsspiel die Übersicht bewahrte. Auf Pinneberger Seite machten Sönke Wucherpfenning und Gerrit Gomoll auf sich aufmerksam, die über ihre rechte Seite hin und wieder für Entlastung sorgten und in der 55. Minute und später in der 73. Minuten zu Chancen für ihr Team kamen. Ab der 65. Minute war aber Lurup wieder am Zug.

Die Luruper Sieggaranten: Fatih Bayraktar (li.) und Weys Karimi. Foto: Klaas Dierks

Gute Chancen im Minutentakt folgten durch Chris Bardick (65., 67.), dessen Versuche aus aussichtsreicher Position das Ziel verfehlten und Weys Karimi (68.), dessen Hereingabe gerade noch durch den wacker kämpfenden Stephen Barth in der Verteidigung vor dem einschussbereiten Fatih Bayraktar geklärt wurden. Dann durfte sich der eingewechselte Timm Thau versuchen. In der 69. Minute bekam er den Ball nach einer Ecke am linken Pfosten auf den Schlappen, verzog aber. In der 70. Minute hätte er fast mit einem cleveren Weitschuss aus der eigenen Hälfte Pinnebergs weit vorm Tor stehenden Florian Jensen überwunden, der aber im Zurückeilen die Finger noch entscheidend am Fünfmeterraum an den Ball bekam und die Situation entschärfte.

Lurup stand nun hinten etwas zu offen, was zur oben erwähnten Chance durch Wucherpfenning in der 73. Minute führte, der aber nach schöner Vorarbeit durch Sebastian Fröhlich nicht genug Druck hinter seinen Abschluss etwas rechts vom Tor setzen konnte. So hielt Benjamin Ernst den Vorsprung für die Luruper fest. Fünf Minuten später dann die endgültige Entscheidung. Endlich eine gefährlich getretene Ecke von links. Christian Adu Gyamfi, der in der 26. Minute für den verletzten Martin Groth in die Partie kam, stieg mit Weys Karimi zum Kopfball im Fünfmeterraum hoch. Der Ball konnte auf der Linie zwar noch von Stephan Barth am Überqueren derselben gehindert werden, aber Karimi stand goldrichtig und drückte den Ball aus zwei Metern zum 3:0 über die Linie.

Ein Teil des Luruper Verletzten-Kabinetts. Foto: Klaas Dierks

In der 82. Minute hätte er nach einem feinen Angriff auch noch sein drittes Tor erzielen können, der Ball strich aber knapp aus 14 Metern am langen Pfosten vorbei. So blieb es beim Sieg der Luruper, der auch vom Gäste-Coach Dirk Kahl neidlos anerkannt wurde. Einziges Manko, wenn man kritisieren wollen würde, wäre die mangelnde Torausbeute des Tabellenzweiten. In welcher Besetzung Lurup bei Tabellenführer Hansa im nächsten Spiel antreten wird, ist nach den Ausfällen der letzten Tage noch völlig offen. Wenn sie aber das Spiel mit derselben Moral angehen wie gegen Pinneberg, wird es ein interessantes Spiel. Der SCP wird dagegen gegen Lieth versuchen, den Anschluss ans Mittelfeld nicht abreißen zu lassen.

Klaas Dierks

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