Wurst für Holstein Kiel, Brause für die Gäste

- Diesmal ist die Wurst besser gegrillt als beim ersten Test. Belohnung: 3,5 Sterne. Foto: HP
Vorab: Ich habe absolut nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Österreicher im Asienurlaub auf einen thailändischen Getränkemischer aufmerksam wird und es mit dem Produkt schafft, ein eigenes Brauseimperium aufzubauen und Milliarden zu scheffeln. Ich bin nicht neidisch, sondern habe Respekt und Hochachtung vor Leuten, die eine Geschäftsidee haben und diese konsequent umsetzen. Und wenn jemand zu viel Geld auf dem Konto hat und sich ein, zwei Formel 1-Rennställe leisten möchte – herzlichen Glückwunsch, jeder Mann hat das Recht, mit Autos zu spielen. Aber was zum Henker soll diese verdammte Einmischung der Gummibärchen-Taurinbrausetruppe in Leipzig? Liebe Rautenjünger, Clubberer, Bayern-Sympathisanten, meinetwegen ausnahmsweise auch geehrte Bremer – könnt ihr euch vorstellen, Fan von einem Verein zu sein, den es gestern noch gar nicht gab? Ohne Geschichte? Geführt von Marketinggurus und Sportverantwortlichen, deren Titel „Head of Global Soccer“ lautet? Der in der fünften Liga startet und als kurzfristiges Ziel einfach mal den Durchmarsch ins Oberhaus ankündigt und sich mittelfristig auf Augenhöhe mit dem bajuwarischen Rekordmeister wähnt? Deren einziges Ziel es ist, die Marke des Sponsors noch bekannter zu machen? Deren Spieler nichts anderes sind als eine austauschbare Promotion-Truppe, um noch mehr silber-blaue Dosen zu verkaufen? ir läuft es dabei eiskalt den Rücken runter. Ganz schlimm: Wo gibt der Brausekonzern – bei der vom Sponsor in das „Projekt“ gesteckten ungezügelten Erwartungshaltung – der Region, den Anhängern und den Spielern denn die Chance, eine Fan-Beziehung schonend aufzubauen und dann dauerhaft wachsen zu lassen? Und was passiert eigentlich, wenn das Projekt scheitert? Lächelt Dukaten-Didi in zwei, drei Jahren dann noch einmal in die Kamera des aktuellen Sportstudios, steigt in den Flieger und probiert es noch einmal woanders? Ein Kunstverein wie RasenBallsport Leipzig ist natürlich nicht der Untergang des Abendlandes, dafür ist es doch „nur“ Fußball. Aber doof finde ich RB Leipzig trotzdem. Seelenlose Plastikvereine raus aus der Deutschen Fußballlandschaft!!
Insgesamt über 5.200 Zuschauer waren am Freitagabend anwesend, und das an einem Länderspiel-Abend ohne nennenswerten Anteil Gäste-Fans! Alle Kieler runter vom Sofa und ab ins Stadion und hoffen, dass Kiel die RasenBallsportler in die Schranken verweist! Störche, scheucht die roten Bullen aus dem Stadion! Bei Holstein waren wir in Sachen Wursttest anno dazumal beim letzten Saisonspiel in der vorletzten Saison zu Gast, als gegen die Mannschaft aus Stockelsdorf-Ost der Aufstieg in die 3. Liga gefeiert werden durfte. Inzwischen ist eine wenig erfolgreiche Saison vergangen, und Kiel ist wieder in der Regionalliga Nord angekommen. Mannschaft ausgemistet und verjüngt, neuer Trainer, Saisonstart mit drei Siegen aus drei Spielen geglückt – so viel zur Ausgangssituation. Leipzig dagegen enttäuschte als auf dem Papier klarer Aufstiegsfavorit mit drei Remis aus drei Spielen.
An den Rahmenbedingungen in unserem Test hat sich nicht viel geändert: Im Schatten der Stahlrohrtribünen (das Ehrenmal hat inzwischen einen neuen Ehrenmalplatz auf dem Parkplatz des Stadions bekommen) wird die Hofgut-Wurst über Gas gegrillt, dazu gibt es die Toastbrot-Flatrate und wie gehabt gequetschte Flüssigbeilagen rot und gelb. Diesmal ist die Wurst besser gegrillt als beim ersten Test, an der Preisschraube wurde nicht gedreht, es bleibt bei 2,20 Euro. Bier ist diesmal Vollbier, allerdings noch immer Warsteiner. Der Becher kostet 3,50 Euro für´n halben Liter aus dem Einwegbecher. Sportlich. Weiterhin im Angebot: Kieler Knastpralinen, Brezen und alkoholfreie Getränke. Die Wurst schmeckt noch immer ganz lecker, da sie dieses Mal besser gegrillt ist als bei der ersten Testreihe gibt es zur Belohnung auch eine höhere Wertung, nämlich 3,5 Sterne.
Jetzt noch ein Holzkohlegrill und frischeres Backwerk als Sättigungsbeilage, und die Holstein-Wurst ist ein Kandidat, den Wurst-Olymp zu erklimmen!
Das Spiel endet übrigens 1:2 aus Kieler Sicht. Immerhin gefühlte zehn Anhänger aus Leipzig waren auch da. Zwar ging es mit einem 1:0 in die Pause, und das Ergebnis konnte sogar bis kurz vor Ende gehalten werden, doch dank des Schiedsrichters, der für seine Freistoßentscheidungen Scorer-Punkte gutgeschrieben bekommt, kommt Leipzig noch mal ins Spiel und nimmt drei Punkte mit. Schade, die Enttäuschung ist zwar da, insbesondere darüber, dass RBL jetzt im vierten Spiel erstmals in der 4. Liga angekommen zu sein scheint. Aber das spielerisch Dargebotene, dazu noch das äußerst unfaire Auftritt der Ex-Profis (auf dem Kieker: Tim Sebastian…) lässt daran zweifeln, dass der Durchmarsch in die Profiligen wie am Salzburger Reißbrett geplant gelingt. Die Kieler Mannschaft wurde trotz Niederlage mit stehenden Ovationen verabschiedet. Für die Spieler bestimmt ein besonderer Ansporn für anstehende Aufgaben. Und ganz im Sinne der Choreografie im Stadion: Was man mit Geld nicht kaufen kann…
Die TuS Hamburg Wurst am Gesundbrunnen
Der Liga-Fußball der Hansestadt kommt langsam wieder in Fahrt und so bietet sich auch für die Autoren die Gelegenheit, letzte dunkle Flecke auf fussballwurst.de´s Hamburg-Landkarte zu beseitigen. Am Freitag den 13.08. stand nunmehr der Test bei TuS Hamburg (Turn- und Sportverein Hamburg von 1880) im Landesligaderby gegen Hamm United auf dem Plan. Mal schauen für wen es denn wirklich ein Freitag der 13. wurde: Für den TuS, den HUFC oder gar den Wursttester?
Während TuS Hamburg sich in der letzten Saison gerade so vor dem Abstieg retten konnte und auch in dieser Spielzeit ganz klar zu den Kandidaten für die unteren Ränge gehört (0 Punkte und 0:10 Tore aus den ersten beiden Partien), zählen die Geächteten aus dem Hammer Park wieder zu den absoluten Aufstiegsfavoriten und kommunizieren das diesmal im Gegensatz zum Understatement der letzten Saison auch deutlich nach außen. Bei diesem Kader kann es aber auch um nichts anderes als den ersten Platz gehen.
Die nette Anlage am Gesundbrunnen (bei der U2-Burgstrasse) bietet auf beiden Längsseiten ein paar Stehstufen und auf der dem Eingang gegenüberliegenden Seite eine grasbewachsene Anhöhe, auf der man sich gemütlich niederlassen und in Nachmittags- und Abendstunden die Sonne auf den Pelz brennen lassen kann. Für 4,00 Euro bekommt man die obligatorischen „Eintrittskarten“ des Hamburger Fussballverbandes (0,11 Euro Sportgroschen nicht zu vergessen!) ausgehändigt und kann sich nach Betreten der Anlage direkt linker Hand an Wurst und Bier gütlich tun. Nur ein, zwei Meter weiter rechts stehen große Lautsprecherboxen, sodass man ordentlich knarzend beschallt wird, wenn man zufällig zur Mannschaftsaufstellung eintrudelt. Aufgrund außerodentlichen Hungers wollte ich mit der Wurst auch nicht bis zum Anpfiff warten, sondern stellte mich an.
Dass im Übrigen kein Grillfoto bei den Bildern dabei ist, ist natürlich ein unverzeihlicher Fehler, für den sich der Autor überaus schämt! Und das zu Recht, denn der kleine Holzkohlegrill und das fein säuberlich nach Bräune/Bratdauer getrennte Grillgut kann sich sehen lassen. Eine Preisliste hängt nicht aus, so dass ich sehr gespannt war, was für Wurst und Getränke zu blechen war: Brat- und Schinkenwurst gibt es für 2,00 Euro, das frisch vom Fass gezapfte Warsteiner 0,4 l bekommt man für 2,20 Euro. Die bestellte Bratwurst war richtig gut durchgegrillt und bestach durch eine ordentliche, fast schon etwas zu intensive, Würze. Insgesamt aber ein guter Geschmack. Die positive Überraschung war sicherlich, dass der Schwengel nicht mit Toastbrot, sondern im aufgeschnittenen Brötchen gereicht wurde. Dieses hatte zwar ein ganz leichtes „Frischedefizit“, im Vergleich zur ansonsten üblichen Hamburger Beilage aber dennoch ein ganz klarer Pluspunkt! Senf und Ketchup standen in der Quetscheflasche bereit. Schade, dass es sich auch bei dieser Wurst um die des Monopolisten handelte. Trotzdem muss man den Grillern bei TuS ein Kompliment dafür machen, sich nicht für die sonst vielerorts gereichten dünnen Standardwürste, sondern für eine dicke und recht grobe Wurst entschieden zu haben. Alles in allem und unter Berücksichtigung der Vergleichswerte der HFV-Spielbetriebskonkurrenten muss hier eine klar positive Wertung herauskommen. Schwankend zwischen 3,5 und 4 Punkten bin ich immer noch so begeistert, in der Landesliga die Wurst mal im Brötchen bekommen zu haben, dass ich 4 Punkte für gerechtfertigt halte. Kompliment an die Griller vom Gesundbrunnen! M. Buschmann
Die Pauliwurst - Einstimmung vor dem Millerntorstadion auf das Spiel
StarCar und FussiFreunde Köln schickten am Freitag, d. 23. April 2010 acht Kölner Gewinnspielsieger zu einem Auswärtsspiel der besonderen Art. Am Hamburger Millerntor-Stadion konnten die Kölner Jungs mal sehen, was der Norden so zu bieten hat. Die Mission: Die fast vergessene Fanfreundschaft zwischen dem 1. FC Köln und dem FC St. Pauli wieder aufleben zu lassen. Vor dem Stadion wurde die Kölner Reisegruppe vom Hamburger FussiFreunde-Team stilecht mit einer Kiste Astra begrüßt.
Bevor es nun zur exklusiven FussiFreunde-Stadionführung und anschließendem Livespiel-Erlebnis St. Pauli vs. TuS Koblenz (Ergebnis 6:1) ging, war allen daran gelegen den Magen mit einer guten Fußballwurst zu füllen. Anlaufpunkt war der rustikale Wurststand direkt vor dem Eingang der neuen Südtribüne. Es wurden Bratwürste und Krakauer geordert. Die freundliche und prompte Bedienung ließ keine Wünsche offen. Und die Wurst... war ebenfalls lecker! Gut im Geschmack und mit der richtigen Grillzeit gegrillt gehört die Pauli-Wurst sicherlich zu den besseren Stadionwürsten. Erwehnenswert ist das knusprige kleine Brötchen, welches der Wurst beiliegt. Während andere Wurststände in deutschen Landen immer öfter wabbeliges Toastbrot servieren, gibt es hier noch das gute Brötchen - das ist nicht mehr selbstverständlich und daher ein weiterer Pluspunkt! Auch gut: Während der aktuellen Umbauphase des Stadions ist noch vieles improvisiert, alt und marode. Hier kommt noch puristische Atmosphäre rüber, die es sonst nur in den unteren Ligen zu schnuppern gibt. Hoffentlich ist der moderne Bau nicht allzu schnell fertig, denn so schmeckt es uns nochmal besser.
Allgemeines Fazit: Hier hat uns die Wurst geschmeckt.









