09.08.2017

Wedel seriös in der nächsten Runde

Verspätung, Flutlicht-Frage und viel Gesabbel

Freude nach dem Führungstreffer durch Sonay Hayran. Wedel zieht in Runde vier ein. Foto: KBS-Picture.de

Der Endspurt auf rutschigem Grand hatte es in sich, allerdings schnupperte der Bezirksligist HFC Falke nicht wirklich an der Sensation gegen den Wedeler TSV. Der Oberligist spulte eine konzentrierte und unaufgeregte Leistung ab. In Vordergrund spielte sich allerdings ein Mann, bei dem Auffälligkeit kein wirkliches Qualitätsmerkmal darstellt.

Die Vorzeichen waren klar. Der Underdog wollte im dritten Anlauf ein Oberhaus-Mitglied zu Fall bringen, wobei die Kadersituation der Falken teilweise dramatische Züge annimmt. „Wir rücken in diesen Wochen einfach eng zusammen, aber es waren sicherlich drei, vier Akteure auf dem Platz, die auf der letzten Rille laufen“, so Obmann Nils Kuntze-Braack. Mit Keven Herrmann und Patrick Martin halfen zwei Spieler aus der Zwoten aus, dazu kam erneut, wie bereits im Pokal gegen den SC Pinneberg, Tobias Herbert, der seine Fußballschuhe eigentlich bereits an den Nagel gehängt hatte.

Hayran eröffnet mit klasse Freistoß

Auch im dritten Anlauf konnte Bezirksligist Falke keinen Oberligisten bezwingen. Foto: KBS-Picture.de

Falke sehr defensiv ausgerichtet in einem 5-3-2-System. „Wir wollten natürlich tief stehen, sie zu langen Bällen zwingen und in einer vielbeinigen Abwehr keine Räume zulassen. Dazu im Umschaltspiel immer wieder Akzente setzen“, verriet Trainer Hellmann die Vorgehensweise. Dies klappte hervorragend, denn Keven Herrmann hatte die erste wirkliche Möglichkeit nach einer solchen Umschaltsituation. Leicht festgehalten enteilte der Angreifer der Wedeler Defensive, verzog aber aus halbrechter Position um zwei Meter (10.). Auf der Gegenseite prüfte Eggers per Direktabnahme den Pfosten, Ganitis brachte den Abpraller zurück, aber Vollmer schien aus Nahdistanz und leerem Tor zu überrascht. Die Führung dann aus einem Freistoß von der Außenseite. Sonay Hayran mit viel Zug zum Tor, keiner kam an das Spielgerät, welches über den Innenpfosten den Weg in die Maschen fand (30.).

Zwei Platzverweise, vier Tore

Auch in Hälfte zwei weiter im Text, die Partie blieb spannend, aber die Kräfte schwanden beim HFC zusehends. Spätestens die überzogene Ampelkarte gegen Herbert sorgte für ein Missverhältnis (76.). Wedel kam nun zu mehr Räumen, auch weil Falke versuchte, offensiver zu werden. Jeske überlupfte Ritter, traf den Pfosten, die Rettungstat von Spranger landete im eigenen Netz (82.). Falke gab sich aber nicht geschlagen, kam durch ein Eigentor von Vollmers sogar wieder zurück (85.), doch im direkten Gegenzug krönte Ganitis seine klasse Leistung (86.). Die endgültige Entscheidung – Moslehe setzte dann noch den Schlusspunkt in der Nachspielzeit (93.).

Schiedsrichter als auffälligster Akteur

Schiedsrichter Thomas Grede positionierte sich von Beginn in die Hauptrolle. Falke Präsidentin Tamara Dwenger packt in Sachen Tornetz mit an. Foto: KBS-Picture.de

Im gleichen Atemzug mit dem 1:3 soll Schümann den Schiedsrichter angegangen haben und sah glatt Rot. Allerdings passte die Entscheidung ins Bilde von Referee Thomas Grede, der durchgängig den Mittelpunkt des Spieles bildete. Schümann hatte den Schiri, sicherlich regelwidrig, am Arm angefasst, um auf den am Boden liegenden Torwart zu deuten – dies als Tätlichkeit auszulegen, ist dann aber deutlich über das Ziel hinausgeschossen.
Darüberhinaus begann das Schauspiel bereits vor dem Anpfiff. Die Netze der Tore am Grandplatz Steinwiesenweg (an jedem Wochenende finden hier etliche Spiele statt) waren dem Unparteiischen „nicht ordnungsgemäß“. Die Forderung nach komplett neuen Netzen dann noch zum Schmunzeln. 20 Minuten nach dem eigentlichen Anpfiff schien die Spielfähigkeit endlich hergestellt zu sein, es konnte losgehen. Durchgängig diskutierte der Leiter nun mit Spielern, Trainern, Offiziellen, Ersatzbänke, um in der Halbzeit nun zu fordern, dass nur noch eine Seite mit Zuschauern zu besetzen sei. Pressevertreter durften dann aber doch bleiben – und Schiedsrichterbeobachter Diekert. In der 70. Minute kam Grede dann erneut hinausstolziert, um den Falke-Trainer anzuweisen doch bitte das Flutlicht einschalten zu lassen. Irritierte Blicke, denn der Grandplatz verfügt nur über eine Seite Flutlicht und ist entsprechend kein zugelassener Flutlichtplatz, deshalb auch eine Anstoßzeit von 18:30 Uhr. „Wie sollen wir das dann in einer möglichen Verlängerung machen, ihr seid lustig“, raunzte der Unparteiische. Ungläubiges Staunen und Kopfschütteln auf beiden Trainerbänken.

Mit dem Spielausgang hatte dies zwar alles wenig zu tun, aber bereits die wenigen Umschreibungen zum Drumherum vermitteln ein deutliches Bild der etwas skurrilen Szenerie eines Unparteiischen, der unbedingt ein Hauptakteur des Pokalspieles sein wollte.

Zum Schluss noch einmal sportlich: Wedel nahm die unangenehme Hürde Falke auf einem schwer zu bespielenden Grandplatz sehr seriös und zieht verdient in die nächste Runde ein.

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