18.03.2017

Knappe Kiste im Duell der Kellerkinder

„Die sind ja schlimmer als wir“

Etwas Ringen und ein Fußball wurde am Vorhornweg im Duell der Kellerkinder auch gespielt - mit dem besseren Ende für die Schnelsener. Foto: Klaas Dierks

Schon das Hinspiel in Schnelsen war äußerst umstritten und ging am Ende 2:2 aus. Einer von bis dato zwei errungenen Luruper Punkten in dieser Saison. Auch das Rückspiel am Freitagabend bei strömendem Regen im Sportpark Vorhornweg vor circa 80 Zuschauern ist bis zum Abpfiff offen. Dabei fängt alles an wie so oft…

Der Ex-Luruper und jetzige Schnelsener Nadjim Karimzadah auf dem Weg zur TuS-Führung. Foto: Klaas Dierks

Eine Minute nach Anpfiff bringt sich Lurup durch eine unkonzentrierte Aktion selbst in Bedrängnis. Anders als so oft, kann der Gegner dies aber nicht nutzen und es bleibt vorerst beim 0:0. In der nächsten Viertelstunde entwickelt sich ein ausgeglichenes Spiel. Der SVL zeigt auch nach vorne ungewohnte Initiative und hat in der 19. Minute über die rechte Angriffsseite eine große Chance durch Timo Todorowic, der nach einer Flanke und verunglückter Schnelsener Abwehr den Ball am Keeper vorbei bekommt, aber den Schuss an den linken Außenpfosten setzt. Nach 25 Minuten ist dann Schnelsen am Zug. Ein Freistoß findet Kevin Neumann im Luruper Strafraum. Dessen Volley geht allerdings am Tor vorbei. Das Niveau des Spiels passt sich der Tabellensituation beider Teams an. Lurups mal wieder neuer Coach Christos Chrysafoulis fasst in Richtung seiner Auswechselspieler treffend zusammen: „Die sind ja schlimmer als wir!“

Doch plötzlich das: In der 37. Minute gelingt dem Gast ein schöner Pass in die Spitze. Die Luruper Abwehr kommt einen Schritt zu spät und Nadjim Karimzadah – wechselte im Winter aus Lurup nach Schnelsen – umkurvt Keeper Büttner und schießt zum 0:1 in die Maschen. Die Blauweißen werden nun stärker. Unmittelbar vor dem Pausentee scheint ein Angriff der Schnelsener abgewehrt. Buba Nije bekommt den Ball jedoch an der Luruper Strafraumgrenze in die Füße. Mit dem Rücken zum Tor nimmt er den Ball an und mit einer Rotationsbewegung gelingt ihm ein sehr sehenswerter Schuss über den Luruper Keeper unter die Latte zum 0:2. Danach geht es mit dem Pfiff des Schiedsrichters direkt in die Pause.

Der Anschlusstreffer! Kurzzeitig war die Hoffnung der Luruper zurück - schlussendlich sollte es aber nicht reichen. Foto: Klaas Dierks

Nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit wird schnell deutlich: Lurup ist nicht bereit, die Partie abzuschenken. Die Heimmannschaft macht Druck und bringt Schnelsen nun in Verlegenheit. In der 47. Minute legt Schafi Karimi, der wie der Schnelsener Torschütze verletzt ins Spiel gegangen ist, alles in einen Schuss von der Strafraumgrenze, aber Hendrik Zander im Tor des TuS zeigt eine gute Parade. Lurup lässt sich nicht entmutigen und drückt weiter. Man sieht: die Mannschaft glaubt an sich – zumindest im heutigen Spiel. Nach einer erneuten Druckphase der Luruper ist es dann Zeynel Esen, der den Rotweißen und ihrem Anhang Hoffnung schenkt. Nach einer schlecht geklärten Ecke bekommt er den Ball an der linken Seite des Strafraums des Gegners und vollendet von dort beherzt flach rechts zum Anschlusstreffer. Jetzt entwickelt sich das Spiel zum offenen Schlagabtausch, zumal Lurup nun alles nach vorne wirft und dadurch hinten oft blank steht. So kommt auch Schnelsen in der Endphase noch zu einigen (Halb)chancen. Letztlich fehlt aber Lurup in der Schlussphase zum Ausgleich die nötige Durchschlagskraft, zudem klärt Nadjim Karimzadah in der 77. Minute auf der Linie. So verliert man vor den Augen der ehemaligen Trainer Norman Köhlitz und Nejat Güler etwas unglücklich.

Lurups aktueller Coach Christos Chrysafoulis, der wie sein Vorgänger Jürgen Trapp eher ein ruhiger Vertreter seiner Zunft ist, war sichtlich enttäuscht über den Ausgang des Spiels, kann aber mit der Einstellung der Mannschaft zufrieden sein. Michael Stegmann, Schnelsens Trainer, gab nach Spielende zufrieden ein Interview, auch wenn er unter anderem erklärt haben wird, das der Klassenerhalt durch den heutigen Sieg nicht einfacher geworden sein dürfte.


Text: Klaas Dierks / Dennis Kormanjos

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